02.05.2021

Mittagsgebet mit Papst Franziskus Start des Gebetsmarathons

Papst Franziskus hat der Opfer der Massenpanik auf dem Meron-Berg in Israel gedacht. Zudem gratulierte der Papst den Christen der orthodoxen Kirchen zum Osterfest und forderte ein Ende der Gewalt in Myanmar.

"Mit Trauer drücke ich meine Nähe zum israelischen Volk für den Vorfall am vergangenen Freitag auf dem Meron-Berg aus", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag nach dem Gebet Regina Coeli vor einigen Tausend Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Franziskus sicherte zu, für die Opfer und ihre Familien zu beten.

Bei der Massenpanik in dem Wallfahrtsort im Norden Israels waren 45 Männer und Jungen ums Leben gekommen. Rund 150 Menschen wurden verletzt. Sie hatten sich dort anlässlich des jüdischen Feiertags Lag Baomer versammelt.

Am Samstag hatte Papst Franziskus einen weltweiten Gebetsmarathon für das Ende der Corona-Pandemie eingeläutet, der den gesamten Mai dauern soll. Mit der Initiative soll auch der Menschen gedacht werden, die schwer von der Krise getroffen wurden. Am Abend hielt Franziskus in einer Kapelle des Petersdoms vor mehr als 150 Gläubigen die erste Rosenkranz-Andacht der Initiative.

Jeden Tag soll an einem anderen Marienwallfahrtsort auf der Welt die Gebetsfeier abgehalten werden. Mit dabei ist nach Angaben des Heiligen Stuhls am 28. Mai nach derzeitigen Plänen auch die Gnadenkapelle im bayerischen Wallfahrtsort Altötting, allerdings ohne persönliche Teilnahme des Papstes. Am 31. Mai will der Pontifex in den Gärten des Vatikans den Gebetsmarathon abschließen.

Papst gratuliert orthodoxen Christen zum Osterfest

Papst Franziskus hat den Christen der orthodoxen Kirchen zum Osterfest an diesem Sonntag gratuliert. "Ich sende meine besten Wünsche an unsere Brüder und Schwestern der orthodoxen Kirchen und der östlichen und lateinischen katholischen Kirchen", sagte das katholische Kirchenoberhaupt beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz; und: "Möge der auferstandene Herr sie mit Licht und Frieden erfüllen und die Gemeinden trösten, die in besonders schwierigen Situationen leben."

Viele östliche Kirchen feiern ihre Kirchenfeste wie Ostern und Weihnachten nach dem Julianischen Kalender. Dadurch ergeben sich immer wieder Differenzen zu den Festen der Kirchen des Westens, die sich am weltweit geläufigsten Gregorianischen Kalender orientieren. In jüngster Zeit gab es erneut Vorschläge, sich zumindest bei Ostern, dem wichtigsten Fest der Christenheit, auf ein gemeinsames Datum zu einigen. Das orthodoxe Moskauer Patriarchat lehnt Kompromisse in dieser Frage ab.

Papst fordert erneut Ende der Gewalt in Myanmar

Der Papst hat erneut für eine friedliche Einigung in Myanmar geworben. Die Initiative der Kirche des ostasiatischen Landes, für den Frieden zu beten, liege ihm sehr am Herzen, so das Kirchenoberhaupt bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Franziskus lud ein, täglich "ein Ave Maria des Rosenkranzes für Myanmar reservieren". Es gehe darum, dass alle Verantwortlichen "den Mut finden, den Weg von Begegnung, Versöhnung und Frieden zu gehen".

Seit ihrem Putsch vor drei Monaten versucht die dortige Militärjunta mit brutaler Gewalt, die Kontrolle über das Land zu bekommen. Immer wieder gibt es Demonstrationen; mehr als 750 Menschen sollen inzwischen erschossen worden sein. Zuletzt forderten Demonstranten die Freilassung von rund 4.500 politischen Gefangenen. Das Weltentwicklungsprogramm UNDP warnte vor einem wirtschaftlichen und sozialen Kollaps Myanmars. Die katholische Kirche mit Kardinal Charles Bo von Rangun an der Spitze mahnt immer wieder friedliche Gespräche an.

(dpa, KNA)

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