Proteste gegen die Todesstrafe
Proteste gegen die Todesstrafe
Papst Franziskus
Papst Franziskus

10.10.2020

Papst erneuert Appell gegen Todesstrafe "Die schockierendste Sache der Welt"

Zum Internationalen Tag gegen die Todesstrafe an diesem Samstag hat der Papst seinen Appell für eine weltweite Abschaffung erneuert. "Alle Christen und Menschen guten Willens" seien aufgerufen, sich dafür einzusetzen, schrieb Franziskus auf Twitter.

Zudem forderte er menschenwürdige Lebensbedingungen in sämtlichen Gefängnissen. Bereits 2018 hatte das Kirchenoberhaupt den katholischen Katechismus geändert und die Todesstrafe für "unzulässig" erklärt. Der Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ivan Jurkovic, bezeichnete diese Form der Bestrafung als "schockierendste Sache der Welt". Alle internationalen Organisationen hätten die Pflicht, diesen "Horror" klar anzusprechen, sagte er dem Portal "Vatican News".

Die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio nutzte den Aktionstag ebenfalls für ein erneutes Plädoyer gegen Hinrichtungen. Dazu rief sie eigens eine neue Website ins Leben.
Sant'Egidio kündigte an, sich mithilfe der Vereinten Nationen weiterhin für ein universelles Moratorium einzusetzen.

"Die Todesstrafe muss abgeschafft werden"

In Deutschland unterstützte Außenminister Heiko Maas (SPD) die Forderungen. "Die Todesstrafe muss abgeschafft werden, überall auf der Welt! Die Todesstrafe ist nicht nur mit unserem Verständnis der Menschenrechte unvereinbar, sie steht auch im Gegensatz zum Recht auf Leben", sagte er am Samstag. Das Risiko von Fehlurteilen sei erwiesen, das Fehlen der abschreckenden Wirkung auch.

"Als ersten Schritt sollten Staaten, deren Gerichte noch Todesstrafen verhängen, zumindest deren Vollstreckung aussetzen. Dafür setzt sich Deutschland auch zusammen mit seinen europäischen Partnern bei den Vereinten Nationen ein", so Maas weiter.

Weniger dokumentierte Hinrichtungen

Im vergangenen Jahr ist die Zahl dokumentierter Hinrichtungen weltweit auf einen Zehn-Jahres-Tiefstand gesunken. 2019 wurden einem Amnesty-Bericht zufolge offiziell 657 Menschen in 20 Ländern hingerichtet, fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Negativer Ausreißer nach oben war demnach Saudi-Arabien. Auch im Irak, im Südsudan und im Jemen nahm die Zahl der Hinrichtungen zu. 

In den USA verfügte Justizminister William Barr in diesem Sommer auf Weisung von Präsident Donald Trump die Wiederaufnahme von Hinrichtungen nach Bundesrecht. Zuvor galt ein Moratorium, das 17 Jahre lang Vollstreckungen verhinderte. Seit Sommer wurden sieben Hinrichtungen vollzogen, eine achte ist für Mitte November geplant. Die US-Bischofskonferenz hatte immer wieder die Abschaffung der Todesstrafe gefordert.

(KNA)

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