Papst Franziskus spendet den Segen "Urbi et orbi" (Symbolbild)
Papst Franziskus spendet den Segen "Urbi et orbi"
Papst Franziskus leitet die Ostermesse in einem fast leeren Petersdom
Papst Franziskus leitet die Ostermesse in einem fast leeren Petersdom
Papst Franziskus hält den Kelch die Höhe
Papst Franziskus hält den Kelch die Höhe

12.04.2020

Papst erteilt Ostersegen "Urbi et orbi" im leeren Petersdom Der Stadt und dem Erdkreis

In ungewöhnlicher Form hat Papst Franziskus an Ostern den Segen "Urbi et orbi" erteilt. Statt vor Zehntausenden Besuchern auf dem Petersplatz fand die Zeremonie wegen der Corona-Pandemie ohne öffentliche Teilnahme im Petersdom statt.

Das Kirchenoberhaupt sprach die Segensformel nur flankiert von seinem Zeremoniar vor dem Hauptaltar in das fast 100 Meter lange leere Hauptschiff der Basilika hinein. Gläubige weltweit verfolgten die Feier über TV-Sender und einen Livestream im Internet.

Der Segen, der nach seinem lateinischen Titel der Stadt Rom und dem Erdkreis gilt, markiert einen Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten in Rom. Normalerweise wird er von der Mittelloggia des Petersdoms erteilt. Zu dem Zeremoniell gehört unter normalen Umständen auch das Abspielen der vatikanischen Hymne durch die Kapellen der päpstlichen Gendarmerie und der Schweizergarde.

Segen bereits am 27. März erteilt

In einer außergewöhnlichen Geste hatte der Papst diesen feierlichsten Segen der katholischen Kirche schon einmal am 27. März erteilt, um den Betroffenen der Pandemie Trost und Hoffnung zu spenden.

Üblicherweise findet der Segen nur zu Ostern, zu Weihnachten und unmittelbar nach einer Papstwahl statt. Katholische Gläubige können durch ihn einen Ablass ihrer Sündenstrafen erhalten.

Aufruf zu internationalem Zusammenhalt

Zuvor hatte Papst Franziskus in der weltweiten Corona-Krise zu internationalem Zusammenhalt aufgerufen. Zusätzlich zu schon bestehenden Herausforderungen werde die Menschheit durch die Pandemie auf eine harte Probe gestellt, sagte er in seiner Osterbotschaft am Sonntag in Rom.

Diese Zeit erlaube weder Gleichgültigkeit noch Egoismus, Spaltungen oder ein Vergessen anderer Notlagen, sagte Franziskus. Unter anderem erinnerte er an Migranten und Flüchtlinge. Viele lebten "unter unerträglichen Bedingungen, besonders in Libyen und an der griechisch-türkischen Grenze" sowie auf Lesbos.

Europa mahnte der Papst zu einem "spürbaren Geist der Solidarität". Die Union stehe vor "einer epochalen Herausforderung, von der nicht nur ihre Zukunft, sondern die der ganzen Welt abhängt". Ausdrücklich verlangte das Kirchenoberhaupt einen Schuldenerlass für arme Länder und eine Lockerung internationaler Sanktionen. Konkrete Beispiele nannte er nicht; im November hatten der Vatikan und iranische Religionsgelehrte in einer gemeinsamen Erklärung humanitäre Grundrechte auch unter Sanktionen eingefordert.

Wegen der aktuellen Umstände verkündete der Papst seine Botschaft nicht von der Mittelloggia des Petersdoms, sondern verlas sie in der Basilika. Zahlreiche TV-Sender übertrugen die Ansprache. Allein dem Livestream des Vatikan folgten mehr als 31.000 Zuschauer.

Pandemie macht keinen Unterschied zwischen Religionen

Die Pandemie mache keinen Unterschied zwischen den Weltregionen, mahnte Franziskus. Nachdrücklich warnte er vor einem "Egoismus der Einzelinteressen" und der "Versuchung, in die Vergangenheit zurückzukehren". Dies gefährde den Frieden und die globale Entwicklung. Der Papst erneuerte seine Forderung nach einer weltweiten sofortigen Waffenruhe. Dabei erwähnte er die Konflikte und Spannungen in Syrien, Jemen und Irak sowie im Libanon. Israelis und Palästinenser rief er zur Wiederaufnahme von Gesprächen auf.

Angesichts der Pandemie gedachte der Papst der Menschen, die von Covid-19 unmittelbar betroffen sind. Konkret nannte er Kranke und Verstorbene sowie trauernde Angehörige, aber auch alte und alleinstehende Personen und besonders gefährdete in Pflegeheimen, Kasernen und Gefängnissen. Für medizinisches Personal und Ordnungskräfte betete er um "Kraft und Hoffnung". Die Auferstehung Christi nannte er einen Sieg der Liebe, der durch Leiden und Tod hindurch einen Weg eröffne. Dies sei "ein exklusives Kennzeichen der Macht Gottes".

Unter Verweis auf die Zukunftssorgen vieler rief er politische Verantwortungsträger auf, die Mittel für ein menschenwürdiges Leben bereitzustellen und ihnen eine Rückkehr zur Normalität zu erleichtern.

(KNA)

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