EU-Minister: Keine Einigung auf Verteilmechanismus für Bootsflüchtlinge
Rettungsweste am Strand
Papst Franziskus segnet ein Kreuz aus Schwimmwesten bei einem Treffen mit Flüchtlingen im Vatikan
Papst Franziskus segnet ein Kreuz aus Schwimmwesten bei einem Treffen mit Flüchtlingen im Vatikan

11.04.2020

Papst stellt sich hinter Flüchtlingsretter auf dem Mittelmeer "Danke für alles, was ihr tut"

Angesichts der neuen Abschottung von Häfen für Migranten hat sich Papst Franziskus hinter die private Seenotrettung gestellt. Die Aktivisten könnten auf ihn zählen, schrieb da Kirchenoberhaupt an den Einsatzleiter von Mediterranea.

Der persönliche Brief war an Luca Casarini adressiert. Die italienische Zeitung "Avvenire" veröffentlichte am Samstag im Internet ein Foto der handschriftlichen Botschaft des Papstes.

Casarini hatte in einem Schreiben an Franziskus die Lage der Menschen in den Flüchtlingslagern und die erschwerten Bedingungen für Seenotretter auf dem Mittelmeer beklagt. Dabei kritisierte er auch die Verweigerung eines Hafens für das deutsche Schiff "Alan Kurdi" mit rund 150 Migranten.

"Danke für alles, was ihr tut"

Franziskus dankte Casarini für das "menschliche Mitleid" angesichts der Leiden. Wörtlich schrieb der Papst: "Ich bin dir und deinen Gefährten nahe. Danke für alles, was ihr tut. Ich möchte euch sagen, dass ich immer bereit bin, euch zu helfen. Zählt auf mich." Datiert ist das Schreiben auf den 10. April.

Die Nichtregierungsorganisation Mediterranea hat wie auch Sea-Watch, Ärzte ohne Grenzen und Open Arms Rettungsfahrten wegen der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Aufnahmebeschränkungen in europäischen Häfen derzeit eingestellt. In einer gemeinsamen Erklärung am Donnerstag warfen die vier Organisationen Italien vor, den medizinischen Notstand flüchtlingspolitisch zu instrumentalisieren.

Augenblicklich ist nur das Schiff "Alan Kurdi" des Regensburger Vereins Sea-Eye auf dem Mittelmeer unterwegs. Mit 149 Migranten und 17 Besatzungsmitgliedern sucht es seit Montag einen Hafen.

(KNA)

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