Kardinal Gerhard Ludwig Müller und Papst Franziskus
Kardinal Gerhard Ludwig Müller und Papst Franziskus

05.09.2019

Papst nennt Kritik an seiner Amtsführung "eine Ehre" Aber Kardinal Müller sei "wie ein Kind"

Er sieht sich immer wieder Kritik aus Reihen der Weltkirche ausgesetzt. Doch für Papst Franzsikus sind Angriffe aus konservativen Kreisen gegen seine Amtsführung offenbar "eine Ehre". Auch Richtung Kardinal Müller äußerte sich der Papst.

Franziskus bezog sich gegenüber mitgereisten Journalisten auf ein aktuelles Buch des französischen Vatikan-Korrespondenten Nicolas Seneze mit dem Titel "Wie die USA einen Papstwechsel herbeiführen wollen", das sich mit Kritikern um den früheren Washingtoner Nuntius Carlo Maria Vigano, aber auch aus der politischen Rechten befasst.

Vatikansprecher Matteo Bruni präzisierte die päpstliche Aussage "Es ist eine Ehre, wenn die Amerikaner mich angreifen" dahingehend, Franziskus betrachte Kritik immer als Ehre, besonders wenn sie von maßgeblichen Denkern vorgebracht werde "und in diesem Fall von einer bedeutenden Nation". Bruni betonte, die Äußerung habe in einem "informellen Rahmen" stattgefunden.

Kardinal Müller "wie ein Kind"

Mit Blick auf kritische Einlassungen des ehemaligen Glaubenspräfekten Kardinal Gerhard Ludwig Müller sagte der Papst auf eine Journalistenfrage, Müller habe gute Absichten, sei dabei aber "wie ein Kind". Wörtlich sagte Franziskus: "Er hat gute Absichten, er ist ein guter Mann. Der Papst mag ihn. Aber er ist wie ein Kind."

Der Papst äußerte sich bei einer kurzen Begrüßung der mitreisenden Medienvertreter. Dabei wurde er auf Beiträge des früheren Chefs der Glaubenskongregation angesprochen, die teils eine distanzierte Sicht auf das aktuelle Pontifikat durchblicken ließen.

(KNA)

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