Symbolbild Armut und Reichtum
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Kurienerzbischof Rino Fisichella
Kurienerzbischof Rino Fisichella
Erhobener Zeigefinger des Papstes
Erhobener Zeigefinger des Papstes

13.06.2019

Papst-Botschaft zum Welttag der Armen "Manchmal braucht es wenig, um Hoffnung zu geben"

Der Vatikan hat Christen in ihrem Engagement für Arme und ausgegrenzte Menschen bestärkt. Man dürfe angesichts von Ungerechtigkeit nicht schweigen, sagte Kurienerzbischof Fisichella bei einer Pressekonferenz zur Papst-Botschaft zum Welttag der Armen.

Die Kirche müsse deren Schreie hören und sich für einen Mentalitätswandel einsetzen, in einer Welt, in der "dramatische Formen der Ungerechtigkeit" herrschten, sagte Kurienerzbischof Rino Fisichella am Donnerstag im Vatikan. Die Hilfe für Arme und Menschen am Rand der Gesellschaft sei elementar, um den christlichen Glauben im Alltag zu leben und weiterzuverbreiten.

"Die Kirche kann nicht vor diesem Drama die Augen verschließen und genausowenig schweigen", so Fisichella. Er sprach bei einer Pressekonferenz zur Botschaft von Papst Franziskus anlässlich des katholischen Welttags der Armen, die diesen Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Päpstliche Rat für Neuevangelisierung ist für die Organisation des Tags zuständig, der dieses Jahr auf den 17. November fällt.

Begegnung mit armen Menschen hilft auch der Kirche

Explizit würdigte Fisichella den täglichen stillen Einsatz Millionen Freiwilliger für Arme. Wenn diese auch nur an einem Tag ins Zentrum rückten, sei dies "ein authentisches Werk echter Evangelisierung". Er betonte zudem, dass die Begegnung mit armen und ausgegrenzten Menschen auch der Kirche und den Christen helfe, sich auf den Kern der Botschaft Jesu zu besinnen. "Der Papst sagt uns, dass wir diejenigen sind, die von den Armen eine Botschaft bekommen."

Franziskus selbst formulierte dies in seiner Botschaft zum Welttag der Armen so: "Die Armen retten uns, weil sie uns ermöglichen, dem Antlitz Jesu Christi zu begegnen." Fisichella rief daher dazu auf, wachsende Gleichgültigkeit gegenüber anderen zu überwinden.

Als positives Beispiel würdigte der Kurienerzbischof den im Mai verstorbenen Gründer der christlichen "Arche"-Gemeinschaften, Jean Vanier. In den Einrichtungen leben Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammen. Vanier sei ein "Apostel der Armut in den letzten Jahrzehnten" gewesen und habe viele Menschen aus Einsamkeit und Diskriminierung befreit, so Fisichella.

"Glaubwürdige Verkünder des Evangeliums"

Papst Franziskus lobte Vanier in seinem Schreiben dafür, "neue Wege eines förderlichen Zusammenlebens mit ausgegrenzten Menschen" geschaffen zu haben. Das Kirchenoberhaupt bezeichnete den Arche-Gründer auch als "Heiligen von nebenan".

In seinem Schreiben geht der Papst auf aktuelle Formen von Armut ein und ruft Christen zu entschiedenem Handeln dagegen auf. So verurteilt Franziskus Formen "neuer Sklaverei", etwa mit Blick auf Migranten und Flüchtlinge, Obdachlose, Jugendarbeitslosigkeit und Prostitution.

Christen nimmt Franziskus in die Pflicht, ausgegrenzten Menschen zu helfen, ihnen wieder Hoffnung zu geben und eine andere Gesellschaft voranzutreiben. Er betont, dass Christen nur durch das Engagement für andere "glaubwürdige Verkünder des Evangeliums" seien.

Weltkirchlicher Gedenktag

Franziskus macht auch konkrete Beispiele für den Alltag: "Manchmal reicht schon wenig, um die Hoffnung zurückzugeben: Es reicht, stehenzubleiben, zu lächeln, zuzuhören", so der Papst. Es gehe darum, Armen zu begegnen, etwa ganz konkret durch Einladungen zum Essen oder freundliche Worte.

Der Welttag der Armen fällt dieses Jahr auf den 17. November; er findet immer am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres statt. Dieses Jahr lautet das biblische Motto "Der Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren". Papst Franziskus führte den weltkirchlichen Gedenktag 2016 ein.

(KNA)

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