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Flüchtlinge aus Afrika in Europa
Bei einem Besuch im Flüchtlingscamp
Papst Franziskus (r) trifft Flüchtlinge während seines Besuchs in einem Flüchtlingszentrum am Rande von Sofia
Erzbischof Jean Claude Hollerich
Jean-Claude Hollerich

27.05.2019

Papst sieht in Migration Schlüsselfrage für Zukunft der Menschheit Zeichen der Zeit erkennen

Der Umgang mit Flüchtlingen ist laut Papst Franziskus eine Schlüsselfrage für die Zukunft der Menschheit. So seien auch die globalen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung ohne Aufnahme und Integration von Migranten nicht zu erreichen.

Auf dem Spiel stehe nicht nur die Sache der Migranten selbst, sondern die Zukunft der Menschheitsfamilie. Auch die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung seien ohne Aufnahme und Integration von Migranten nicht zu erreichen, schrieb das Kirchenoberhaupt in einer Botschaft zum kommenden katholischen Welttag der Migranten und Flüchtlinge.

Der Vorsitzende der EU-Bischofskommission COMECE, Erzbischof Jean-Claude Hollerich, schlug bei der Vorstellung des Schreibens am Montag im Vatikan die Einrichtung "humanitärer Korridore" für Migranten durch katholische Bistümer vor.

"Alarmzeichen für den moralischen Niedergang"

Der Papst nannte die Haltung gegenüber Migranten ein "Alarmzeichen für den moralischen Niedergang", der mit einer sozialen Wegwerfkultur einhergehe. Migranten, Flüchtlinge, Obdachlose und Opfer von Menschenhandel seien zu einem "Emblem der Ausgrenzung" geworden, so das Kirchenoberhaupt. Christen könnten hingegen durch Migranten und schutzbedürftige Personen wesentliche Dimensionen ihres Christseins wiederentdecken.

Der nächste Welttag der Migranten wird am 29. September begangen. Die Botschaft des Papstes dazu erschien auf Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Arabisch.

Franziskus nannte Ängste gegenüber Migranten legitim; Angst dürfe das Denken und Handeln aber nicht so weit bestimmen, dass sie zu Intoleranz, Abschottung und Rassismus führe. Weiter kritisierte er globale wirtschaftliche Ungleichheit und eine Entwicklung, die "die Reichen reicher und die Armen ärmer" mache.

Die natürlichen und menschlichen Ressourcen von Entwicklungsländern würden zugunsten weniger privilegierter Märkte ausgelaugt; Länder, die die Waffen für Konflikte lieferten, wollten sich mit den Kriegsflüchtlingen nicht belasten. Die Präsenz von Migranten entlarve den Mythos eines Fortschritts für wenige, der auf der Ausbeutung von vielen beruhe, so der Papst.

Franziskus verurteilte einen Vorrang des Eigeninteresses. Diese Haltung entspreche nicht der Forderung Jesu, die Letzten an erste Stelle zu setzen. Individualistisches Denken nannte er einen Nährboden für Gleichgültigkeit gegenüber anderen. Migranten müssten zudem als Personen mit allen Dimensionen des Menschseins gesehen werden, auch der spirituellen.

Hollerich für "humanitäre Korridore"

Erzbischof Hollerich bezeichnete die wiederholten Appelle des Papstes und der katholischen Kirche zur Migration als einen Grund, weshalb die Rechtspopulisten bei den Europawahlen nicht noch stärker abgeschnitten hätten. Die Bischöfe hätten "keine opportunistische Botschaft, die gefällt". Für das Evangelium sei die Aufnahme von Armen, Migranten und Marginalisierten zentral.

Zudem schlug der Luxemburger Erzbischof vor, die einzelnen Bistümer sollten mit der jeweiligen Regierung Vereinbarungen zur Aufnahme von Migranten über "humanitäre Korridore" treffen. Der Staat müsse weiter entscheiden, wer ins Land dürfe, solle aber der Zivilgesellschaft mehr Freiheiten zugestehen. Auf diesem Wege könne man "sehr viel effektiver helfen" und die Integration verbessern, so der COMECE-Vorsitzende.

(KNA)

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