Papst Franziskus und Mitglieder des Kardinalsrats
Papst Franziskus und Mitglieder des Kardinalsrats
Papst Franziskus im Gebet mit der Kurie in Rom
Papst Franziskus im Gebet mit der Kurie in Rom

11.04.2019

Kardinalsrat will über mehr Frauen an der Kurie beraten Frauenfrage wird Thema sein

In den vergangenen Tagen hatte sich der Kardinalsrat um Papst Franziskus getroffen. Ein Beschluss: In Zukunft wird es auch um die stärkere Beteiligung von Frauen in der Kirche gehen.

Nach dem vorläufigen Abschluss der Kurienreform Ende dieses Jahres wolle sich der Kardinalsrat weiteren Themen wie die stärkere Beteiligung von Frauen an der römischen Kurie widmen. Das teilte Vatikansprecher Alessandro Gisotti am Mittwoch zum Ende der 29. Sitzung des Gremiums mit.

Seit Montag hatten die sechs Kardinäle und zwei Bischöfe mit Papst Franziskus vor allem über den vorliegenden Entwurf einer Apostolischen Konstitution gesprochen.

Neuregelung der katholischen Kirche

Diese soll Aufgaben und Struktur der zentralen Verwaltung der katholischen Kirche neu regeln. Der Entwurf wird in diesen Tagen den Bischofskonferenzen, den Oberen großer Ordensgemeinschaften, Kurienchefs und einzelnen Universitäten zur Stellungnahme zugesandt.

Deren Antworten gehen an den Kardinalsrat zurück und sollen nach dem Willen des Papstes in der endgültigen Fassung berücksichtigt werden. Der Rat hofft, bis zur nächsten Sitzung Ende Juni einen Großteil der Rückmeldungen erhalten zu haben. Mit der Veröffentlichung der Konstitution - Arbeitstitel "Praedicate evangelium" (Verkündet das Evangelium) - wird bis Ende des Jahres gerechnet.

Erneuerungsprozess

Damit sei die Kurienreform keineswegs abgeschlossen, so Gisotti. Franziskus habe diese erneut als längeren Prozess bezeichnet. Ziel sei eine "zunehmend missionarische Haltung der Kurie". Das nächste Treffen der Gruppe ist für den 25. bis 27. Juni geplant.

Weiteres Thema des Treffens waren Missbrauch und Kinderschutz, etwa mit einem Rückblick auf den Krisengipfel Ende Februar in Rom. Auch informierte der Bostoner Kardinal Sean O'Malley als Vorsitzender der Päpstlichen Kinderschutzkommission über deren jüngste Vollversammlung.

Aufstockung des "K6"-Gremiums

Eine Aufstockung des von neun auf sechs Kardinäle geschrumpften Gremiums sei jederzeit denkbar, so Gisotti. Wahrscheinlich werde das aber erst geschehen, wenn sich der Rat neuen Themen zuwende. Dem inzwischen "K6" genannten Gremium gehören noch an: die Kardinäle Oscar Rodriguez Maradiaga (76) aus Honduras, Giuseppe Bertello (76), Präsident der Verwaltung des Vatikanstaates, Oswald Gracias (74) aus Indien, Reinhard Marx (65) aus München, Sean Patrick O'Malley (74) aus Boston sowie Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (64).

Außerdem arbeiten dort als Sekretäre die Bischöfe Marcello Semeraro (71) aus Albano bei Rom und der Kirchenrechtsexperte Marco Mellino (52), den der Papst im Oktober 2018 als beigeordneten Sekretär berufen hatte. Ausgeschieden sind die Kardinäle George Pell (77), Australien, Francisco Errazuriz (85), Chile, sowie Laurent Monsengwo (79), Kongo.

(KNA)

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