Papstbesuch in Panama
Papstbesuch in Panama

24.01.2019

Papst beginnt offizielles Besuchsprogramm in Panama Visite beim Präsidenten

Der Papst ist da und der Weltjugendtag nimmt Fahrt auf: Mit einem Empfang im Präsidentenpalast in Panama-Stadt hat Papst Franziskus sein offizielles Besuchsprogramm am Donnerstag in dem zentralamerikanischen Land begonnen.

Präsident Juan Carlos Varela und seine Gattin Lorena Castillo begrüßten das Kirchenoberhaupt am Palasteingang. Anlass der Papstreise ist der katholische Weltjugendtag, der zurzeit mit vielen tausend Pilgern aus aller Welt in Panama stattfindet.

Im Amtssitz des Präsidenten zeigte sich der Papst kurz auf dem Balkon einer kleinen Gruppe von Menschen, die sich auf der schmalen Straße zwischen Strand und Palast eingefunden hatte. Anschließend zogen sich Franziskus sowie Varela und dessen Frau zu einem persönlichen Gespräch zurück. Juan Carlos Varela ist seit Mai 2014 Staatsoberhaupt Panamas; vorher war er bereits fünf Jahre lang Vizepräsident.

Bei dem üblichen Austausch von Geschenken überreichte der Papst dem Präsidenten die offizielle Medaille zur Papstreise zum Weltjugendtag, gefasst in einem Holzrahmen auf blauem Samt. Die Medaille zeigt die Patronin Panamas, Santa Maria La Antigua, vor dem Hintergrund der Kathedrale von Panama.

Papst an Panamas Politiker: "Eine andere Welt ist möglich"

Zum Auftakt seines Besuches in Panama hat Papst Franziskus dann die politisch Verantwortlichen des Landes aufgefordert, junge Menschen ernstzunehmen und sich von ihnen inspirieren zu lassen. "Eine andere Welt ist möglich, und die Jugendlichen laden uns ein, uns an ihrem Aufbau zu beteiligen", sagte er am Donnerstagvormittag (Ortszeit) vor Politikern und anderen gesellschaftlich einflussreichen Persönlichkeiten in Panama-Stadt. "Das Recht auf Zukunft ist ein Menschenrecht", so das Kirchenoberhaupt.

Als Brückenland zwischen Nord- und Südamerika sei Panama nicht nur ein strategischer Handelspunkt. Durch den katholischen Weltjugendtag mit vielen tausend Pilgern, der dort bis Sonntag stattfindet, verwandelten Jugendliche aus fünf Kontinenten die Region am Panama-Kanal in einen "'Hub' der Hoffnung".

Junge Menschen, so Franziskus, trotzten "kurzsichtigen Ansichten", die nur auf Konkurrenz, Spekulation oder das Gesetz des Stärkeren setzten. Deshalb forderten sie von den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen "Genügsamkeit und Transparenz". Der Einsatz für Ehrlichkeit und Gerechtigkeit sei das Gegenteil von Korruption, so Franziskus in seiner Ansprache im Innenhof des Außenministeriums.

Zudem rief das Kirchenoberhaupt Panama dazu auf, allen Mitgliedern der Gesellschaft, besonders den Angehörigen indigener Völker, "Zugang zu guter Bildung" sowie eine "Förderung würdiger Arbeit" zu gewähren.

Wenn diese alle ernsthaft beteiligt würden, könnten der Erfahrungsschatz und die Weisheit der Indigenen zum Wohl des ganzen Landes beitragen. Franziskus erinnerte an Treffen indigener und afroamerikanischer Jugendlicher wenige Tage zuvor. Für seine Kritik an Korruption und das Eintreten für Indigene erhielt er spontanen Applaus.

Kein Papstwort zu Venezuela

Auf die aktuelle Entwicklung in Venezuela, wo sich der oppositionelle Parlamentspräsident Juan Guaido gegen Amtsinhaber Nicolas Maduro zum Interimspräsidenten erklärt hat, ging der Papst in seiner Ansprache nicht ein.

Der Rede im Außenministerium wohnten auch Vertreter anderer Glaubensgemeinschaften bei, darunter der kleinen muslimischen Gemeinde Panamas, anderer christlicher Kirchen und des Judentums.

Diese begrüßte der Papst nach seiner Rede eigens. Der in Panama lebende argentinische Rabbiner Gustavo Kraselink sprach am Rande des Treffens von einem vorbildlichen religiösen Dialog im Land. Was in Panama normal sei, sei in anderen Ländern außergewöhnlich, so Kraselink vor Journalisten.

Varela hatte in seiner Ansprache Panama die Rolle zugewiesen, "weltweit zu Frieden, Dialog und gegenseitigem Respekt der Völker" beizutragen. Er hob hervor, der Besuch des Papstes finde inmitten großer globaler Herausforderungen statt. Franziskus gebe mit seiner Botschaft dem Streben, dem Glauben und der Hoffnung von Jugendlichen eine Stimme, die politischen und sozialen Konflikten ausgesetzt seien, aber auch Krisen, Gewalt und Ungleichheit. Dabei erinnerte Varela auch an das Problem organisierter Kriminalität und an die Entscheidung für eine "schwierige und schmerzvolle Migration". An dem Treffen mit dem Papst im Außenministerium nahmen rund 600 Gäste teil, weniger als eingeladen.

Im Anschluss an seine Rede trifft der Papst in einer benachbarten Kirche mit den Bischöfen Zentralamerikas zusammen. Zu ihnen wird Franziskus ebenfalls sprechen. Am späten Nachmittag (Ortszeit) ist die Willkommenszeremonie des Weltjugendtags für den Papst vorgesehen. Sie findet auf einem Feld an der Küstenstraße statt.

(KNA)

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