Papst Franziskus spricht den Segen "Urbi et orbi" an Weihnachten
Papst Franziskus spricht den Segen "Urbi et orbi" an Weihnachten
Menschen stehen auf dem Petersplatz während Papst Franziskus den Segen "Urbi et orbi" spricht
Menschen stehen auf dem Petersplatz während Papst Franziskus den Segen "Urbi et orbi" spricht
Weihnachten auf dem Petersplatz
Weihnachten auf dem Petersplatz

25.12.2018

Papst Franziskus spendet Segen "Urbi et Orbi" Papst: "Verschiedenheit der Menschen ist Reichtum, keine Gefahr"

Menschen Schwestern und Brüder, auch das gehört zur Erfahrung der Weihnacht. In seiner Ansprache zum Segen "Urbi et Orbi" legte Papst Franziskus diesen Gedanken seinen Wünschen für den Frieden in der Welt zu Grund.

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft die Bedeutung des Zusammenlebens zwischen Menschen verschiedener Nationen, Kulturen und Religionen betont. "Unsere Verschiedenheit schadet uns (...) nicht, sie bedeutet keine Gefahr; sie ist vielmehr ein Reichtum", sagte der Pontifex am Dienstag von der Loggia des Petersdoms vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz.

Die universale Botschaft von Weihnachten sei, dass "dass Gott ein guter Vater und wir alle Geschwister sind". "Ohne die Geschwisterlichkeit, die Jesus uns geschenkt hat, behalten all unsere Bemühungen um eine gerechtere Welt einen kurzen Atem, und selbst die besten Vorhaben drohen seelenlose Strukturen zu werden."

Franziskus beginnt beim Heiligen Land

Besonders erinnerte der Papst an aktuelle Konfliktherde. Auch wenn sie verschieden seien, so eine sie doch der Wunsch nach Frieden. Gott "möge die Bemühungen all derer segnen, die sich für die Förderung von Versöhnungsprozessen auf politischem und sozialem Gebiet verwenden", sagte der Papst.

Dann wurde Papst Fanziskus wurde konkret. Wie immer in der Weihnachtsbotschaft begann er beim Heiligen Land: "Es liegt an Israelis und Palästinensern, den Dialog wieder aufzunehmen und einen Weg des Friedens zu beschreiten."

Der Papst betet für das "geliebte Syrien"

Ausführlich dachte der Papst dann an Syrien. Er sprach von dem Land und den Menschen dort, die fliehen müssen und mussten. Das "geliebte und gequälte Syrien" solle mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft "Geschwisterlichkeit wiederfinden", forderte er.

Danach sprach Franziskus vom Jemen. Er lobte die aktuelle Waffenruhe und hoffte, dass diese den Menschen Erleichterung bringe.

Papst zu Ukraine und Kirchenspaltung

Dann ging er auf die Ukraine ein: Das "geliebte" Land könne sich "nur mit dem Frieden, der die Rechte jeder Nation achtet", "von den erfahrenen Leiden erholen und würdige Lebensbedingungen für die eigenen Bürger wiederherstellen", so der Papst.

Mit Blick auf den innerorthodoxen Konflikt um die Ukraine sagte Franziskus, er bete darum, dass die "christlichen Gemeinschaften" dort "geschwisterliche und freundschaftliche Beziehungen knüpfen" könnten.

Franziskus schaut nach Korea, Afrika und Südamerika

Auf der koreanischen Halbinsel möge Weihnachten brüderliche Bande stärken, so dass der "eingeschlagene Weg der Annäherung" weiter beschritten werde. Auch erwähnte der Papst die Konflikte in Venezuela, Nicaragua sowie in Afrika, "wo Millionen von Menschen Flucht und Vertreibung erleiden und humanitäre Hilfe wie auch Versorgung mit Nahrungsmitteln benötigen".

Eigens gedachte er der Christen, die Weihnachten nur unter Schwierigkeiten feiern können, sowie aller Minderheiten, denen ihre Rechte vorenthalten werden.

"Der Stadt und dem Erdkreis"

Alle Jahre wieder spendet der Papst am ersten Weihnachtsfeiertag den Segen "Urbi et Orbi". So auch in diesem Jahr.

Im Anschluss spendete Franziskus den traditionellen Segen "Urbi et orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis). Mit diesem Segen, den ein Papst zu Ostern und zu Weihnachten erteilt, ist ein vollkommener Ablass verbunden. Er bezieht sich nach katholischer Lehre auf alle zeitlichen Sündenstrafen. Voraussetzung für seinen Erhalt ist, dass die jeweilige Schuld durch Beichte, Kommunionempfang und Gebete sowie Werke der Buße schon getilgt ist.

(VN, KNA, dpa)

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