Jesus-Bild auf einem Bett
Jesus-Bild in einer Gefängniszelle

17.12.2018

Papst nun auch gegen lebenslange Haftstrafen Wie eine "verborgene" Todesstrafe

Papst Franziskus hat seine Ablehnung der Todesstrafe bekräftigt. "Die Todesstrafe ist immer unzulässig, da sie die Menschenwürde verletzt", sagte er an diesem Montag. Zudem wandte er sich auch gegen lebenslange Haftstrafen.

Alle Staaten rief der Papst zur Abschaffung der Todesstrafe auf. Franziskus äußerte sich bei einer Begegnung mit einer Delegation der Internationalen Kommission gegen die Todesstrafe.

Diese müsse in jenen Ländern, in denen sie noch legal sei, aber de facto nicht mehr angewandt werde, Gegenstand eines offiziellen Moratoriums sein, so das Kirchenoberhaupt. Für Staaten, die immer noch die Todesstrafe verhängen, forderte der Papst, der auf "komplexe politische Prozesse" hinwies, eine schrittweise Reduzierung.

Geschehen könne dies etwa durch ein Verbot zum Schutz von Minderjährigen, geistig Behinderten oder schwangeren Frauen. Dies seien "Mindestziele", betonte Franziskus.

Papst auch gegen lebenslange Haftstrafen

Er wandte sich nicht nur gegen die Todesstrafe, sondern auch gegen lebenslange Haftstrafen. Diese seien eine Form der "verborgenen" Todesstrafe, sagte er. "Der Herr wartet immer auf eine Rückkehr des Sohnes. Und so kann man weder das Leben noch die Hoffnung auf Erlösung und Versöhnung mit der Gesellschaft irgendjemandem wegnehmen", betonte der Papst.

Erst im August hatte er den katholischen Katechismus geändert und die Todesstrafe für "unzulässig" erklärt, weil sie "gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person" verstoße. In der bislang gültigen Fassung hatte es geheißen, die Kirche schließe die Todesstrafe unter bestimmten Bedingungen nicht aus, wenn dies der einzige Weg wäre, Menschen vor einem Aggressor zu schützen.

(KNA)

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