In sich versunken: Papst Franziskus
In sich versunken: Papst Franziskus

07.12.2018

Papst Franziskus spricht in Interview-Buch über Homosexualität "Das Priesteramt ist nicht der richtige Ort für sie"

Papst Franziskus hat sich in einem Interview-Band mit dem spanischen Theologen und Ordensmann Fernando Prado zu homosexuellen Personen im Priester- und Ordensstand geäußert. Aber was sagt der Papst zu dem Thema wörtlich?

Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert aus dem Buch "Die Kraft der Berufung", das in der deutschen Fassung am 19. Dezember beim Herder Verlag erscheint, den entsprechenden Auszug:

Fernando Prado: Es ist kein Geheimnis, dass es im geweihten Leben und im Klerus auch Menschen mit homosexuellen Neigungen gibt. Was lässt sich dazu sagen?

Papst Franziskus: Es ist etwas, das mir Sorge bereitet, denn vielleicht hat man zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht gut hingeschaut. Übereinstimmend mit dem, worüber wir gerade sprechen, würde ich sagen, dass wir bei der Ausbildung sehr auf die menschliche und affektive Reife achten müssen. Wir müssen eine ernsthafte Entscheidungsfindung vornehmen und auf die Stimme der Erfahrung hören, die die Kirche auch hat. Wenn die Entscheidungsfindung bei all dem nicht gepflegt wird, nehmen die Probleme zu. Wie ich bereits gesagt habe, sind sie im Moment vielleicht nicht ersichtlich, aber später treten sie zutage.

Die Frage der Homosexualität ist eine sehr ernste Frage, die mit den Kandidaten, wenn dies der Fall ist, von Anfang an angemessen in Betracht gezogen werden muss. Wir müssen hohe Ansprüche stellen. In unserer Gesellschaft scheint Homosexualität sogar in Mode zu sein, und diese Denkweise beeinflusst in gewisser Weise auch das Leben der Kirche.

Ich hatte einmal einen Bischof hier, der mir ziemlich empört berichtete, dass er erfahren hatte, dass es in seiner Diözese, einer sehr großen Diözese, mehrere homosexuelle Priester gab und er sich all dem stellen und in erster Linie in die Ausbildung eingreifen musste. Es ist eine Realität, die wir nicht leugnen können. Auch im geweihten Leben hat es nicht an solchen Fällen gefehlt. Ein Ordensmann hat mir berichtet, dass er bei einer kanonischen Visitation in einer der Provinzen seiner Kongregation sehr überrascht gewesen sei. Er hatte gesehen, dass es gute Leute unter den Studenten gab und dass sogar einige Ordensmänner, die bereits die Profess abgelegt hatten, homosexuell waren. Er selbst hatte Zweifel, was dieses Problem betrifft, und fragte mich, ob daran etwas schlecht sei: "Letzten Endes", so sagte er, "ist es doch gar nicht so schlimm, sondern nur ein Ausdruck von Affektivität."

Das ist ein Irrtum. Es ist nicht nur ein Ausdruck von Affektivität.

Im geweihten Leben und im priesterlichen Leben hat eine solche Form der Affektivität keinen Platz. Daher empfiehlt die Kirche, Menschen mit dieser tief verwurzelten Neigung nicht zum Priesteramt oder zum geweihten Leben zuzulassen. Das Priesteramt oder das geweihte Leben ist nicht der richtige Ort für sie.

Homosexuelle Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen müssen dringend dazu angehalten werden, den Zölibat in vollem Umfang zu leben. Und vor allem müssen sie ganz besonders verantwortungsbewusst sein und dafür Sorge tragen, bei ihren Gemeinschaften und im heiligen gläubigen Volk Gottes nie Anstoß zu erregen, indem sie ein Doppelleben führen. Es ist besser, das Priesteramt oder ihr geweihtes Leben aufzugeben als ein Doppelleben zu führen.

(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Mit Schwester Katharina durch die Osterzeit

Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen durch die Fasten- und Osterzeit.

Das neue Bischofsquartett

Endlich: Die aktualisierte neue Auflage des Bestsellers ist da! Ab sofort ist das neue Bischofsquartett bestellbar.

Glockenkarte Kölner Dom

Verschicken Sie pünktlich zum Pfingsfest eine ganz besondere Grußkarte mit dem Geläut des Kölner Doms!

Team der Woche

Sie sind ein tolles Team? Sie tun etwas für andere Menschen? Dann werden Sie unser Team der Woche!

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 23.05.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Tag des Grundgesetzes: Darum kommt Gott drin vor!
  • CDU-Politiker Volker Kauder zur Religionsfreiheit im Grundgesetz
  • 40 Jahre Telefonseelsorge Köln
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • "Platz für alle!" Neuer Promo-Film der Caritas im Erzbistum Köln
  • Wie kam Gott ins Grundgesetz?
  • Das Christliche an der "72-Stunden-Aktion" vom BDKJ
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • "Platz für alle!" Neuer Promo-Film der Caritas im Erzbistum Köln
  • Wie kam Gott ins Grundgesetz?
  • Das Christliche an der "72-Stunden-Aktion" vom BDKJ
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff