Katholiken in China
Katholiken in China

26.09.2018

Papst Franziskus will mehr als legale Bischofsernennungen Der Vatikan auf China-Mission

Nach dem Abkommen mit Peking richtet der Papst eine Botschaft an China und die Weltkirche. Es geht um Versöhnung der gespaltenen Katholiken. Aber Franziskus hat in dem Riesenstaat größere Ambitionen.

Sie repräsentieren jeweils 1,3 Milliarden Menschen: der Heilige Stuhl in Rom und Chinas Regierung in Peking.

Katholiken und Kommunisten, Öl und Wasser. Sieben Jahrzehnte lagen die diplomatischen Beziehungen brach. Jetzt suchen China und der Vatikan eine Annäherung. Nach einem ersten Abkommen am vergangenen Samstag veröffentlichte Papst Franziskus am Mittwoch eine Botschaft an Chinas Katholiken und an die Weltkirche. Damit setzt er das Thema weit oben auf die Agenda.

Konkretes Anliegen in China

Die katholische Kirche hat ein konkretes Anliegen in China: schätzungsweise 13 Millionen Gläubige unter einer prekären geistlichen Leitung. Die einen sind mit ihren Bischöfen seit 1957 in der "Patriotischen Vereinigung" organisiert, die eher der Stimme Pekings als der des Papstes folgt; die anderen halten Rom die Treue und nehmen dafür Illegalität, Haft und Verfolgung in Kauf.

Das neue Abkommen soll nun ein entscheidendes Problem ausräumen - die Frage der Bischofsernennungen. Derzeit sind um die 40 Bistumsleitungen vakant. Würden sie im Alleingang von Peking besetzt, wären auf lange Zeit Verhältnisse zementiert, die Rom nicht recht sein können. Künftig soll das Verfahren gelten, dass Kandidaten auf Diözesanebene gesucht und von der Regierung dem Vatikan vorgeschlagen werden.

Der Heilige Stuhl bewertet diese Regelung für neue Bischöfe als Erfolg. "Der Papst ernennt sie. Das ist klar", sagte Franziskus am Dienstagabend vor Journalisten. Im Zuge des mehr als zehn Jahre angebahnten Abkommens nahm der Papst sieben aktive Bischöfe der "Patriotischen Vereinigung" in die Kirchengemeinschaft auf. Jene aber, die ein Leben lang Repressionen ertrugen, blieben bei dem Deal unerwähnt.

Botschaft des Papstes

Jetzt, in seiner Botschaft, benennt Franziskus die innere Not der Katholiken, die sich vom Heiligen Stuhl verlassen fühlten; die sich die bittere Frage stellten, was ihr Leiden für die Treue zum Nachfolger Petri wert gewesen sei. Aller diplomatischen Rücksicht zum Trotz spricht er von erheblichen Widrigkeiten bei der Religionsausübung, ja von einer Feuerprobe der Gläubigen. Auch die Bischöfe, die durch ihre kirchenrechtlich illegale Weihe aus der Gemeinschaft mit Rom fielen, hätten "nicht selten unter starkem und unrechtmäßigem Druck von außen" gehandelt.

Kardinal Zen Ze-kiun aus Hongkong, der profilierteste Warner vor unbedachten Zugeständnissen an China, bezeichnete das Abkommen am Wochenende als "unglaublichen Verrat". Der 86-Jährige forderte gar Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zum Rücktritt auf, weil er seine Schutzbefohlenen "den Wölfen zum Fraß" ausliefere.

Franziskus bemüht sich nun klarzustellen, dass sich die Kirche der kommunistischen Regierung keineswegs mit Haut und Haaren verkauft habe. Nach seinen Worten betrifft die Vereinbarung eben nur einen bestimmten Aspekt des kirchlichen Lebens und ist "zwangsläufig zu verbessern". Aber er will einen Prozess anstoßen, der alte Wunden heilen, die Einheit der Katholiken wiederherstellen und eine neue Phase der Zusammenarbeit einläuten soll.

Wortlaut bleibt unklar

Der Wortlaut des Abkommens ist nach wie vor geheim. Unklar ist auch, ob im Gegenzug zur kirchenrechtlichen Anerkennung der "patriotischen" Hirten die Bischöfe und Strukturen der sogenannten Untergrundkirche legalisiert werden. Eine weitere Frage betrifft Taiwan. Als Bedingung für diplomatische Beziehungen verlangt Peking die Nichtanerkennung des abtrünnigen Nachbarn; neben gerade mal 16 Staaten unterhält auch der Heilige Stuhl formelle Kontakte zu Taiwan. Mitte Oktober reist Vizepräsident Chen Chien-jen in den Vatikan.

Schon Benedikt XVI. (2005-2013) suchte ein engeres Verhältnis zu China; Franziskus beruft sich auf ihn. Aber der Dialog, für den der Papst Chinas Regierung um "Mut und Weitsicht" bittet, soll mehr als nur ein paar Erleichterungen für die lokalen Katholiken schaffen. Als "Hüter eines unermesslichen Erbes an Kultur und Weisheit" habe China schon seit jeher Kontakt mit dem Christentum gepflegt, so Franziskus unter Verweis auf den Jesuiten-Missionar Matteo Ricci (1552-1610).

China, schreibt der Hirt der 1,3 Milliarden, sei "ein Land großer Chancen".

Burkhard Jürgens
(KNA)

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