Am Petersdom im Vatikan steht eine Satue der heiligen Edith Stein.
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Papst Franziskus winkt bei seiner Ankunft zur wöchentlichen Generalaudienz den Gläubigen zu
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08.08.2018

Papst würdigt deutsche Ordensfrau Edith Stein "Patronin Europas"

Bei seiner Generalaudienz im Vatikan würdigt Papst Franziskus Edith Stein als "Märtyrerin für ihr jüdisches Volk und das christliche". Edith Stein wurde im Alter von 31 Jahren getauft und ist im zehn Jahre danach ins Kölner Karmelitinnen Kloster eingetreten.

Papst Franziskus hat die von Nationalsozialisten ermordete deutsche Ordensfrau und Philosophin Edith Stein (1891-1942) als "Patronin Europas" gewürdigt. Die Jüdin Stein, die unter dem Namen Teresia Benedicta vom Kreuz 1933 in das Kölner Karmelitinnen-Kloster eintrat, habe konsequent mit Ehrlichkeit und Liebe nach Gott gesucht, sagte der Papst bei der Generalaudienz am Mittwoch im Vatikan. Er nannte sie eine "Märtyrerin für ihr jüdisches Volk und das christliche".

Taufe im Alter von 31 Jahren

Die in Breslau (Wroclaw) geborene Stein studierte Philosophie in ihrer Heimatstadt sowie in Göttingen und Freiburg, dort vor allem bei dem Phänomenologen Edmund Husserl (1859-1938). Mehrere Versuche einer Habilitation scheiterten an dem Umstand, dass sie eine Frau war. Am Neujahrstag 1922 ließ Stein sich im Alter von 31 Jahren katholisch taufen.

Bereits im April 1933 rief sie Papst Pius XI. (1922-1939) zu einer Stellungnahme angesichts der Hetze gegen Juden in Deutschland auf, jedoch vergeblich. Anfang August 1942 wurde sie aus dem niederländischen Karmel Echt deportiert; am 9. August starb sie im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. 1998 wurde Stein heiliggesprochen.

Die eigene Zerbrechlichkeit annehmen

Unterdessen hat Papst Franziskus vor einer Vergötterung von Erfolg, Macht und Reichtum gewarnt. Sie seien "ewige Versuchungen", die Freiheit vortäuschten, stattdessen aber versklavten, sagte er am Mittwoch im Vatikan. Eine solche "Selfmade-Religion" sei die Antwort von Menschen, denen angesichts bedrohlicher Unsicherheit ein fester Bezugspunkt fehle.

Wenn Gott sich nicht sehen lasse, mache man sich einen "Gott nach Maß", so der Papst. Damit riskiere man auch nicht, aus den eigenen Sicherheiten herausgerufen zu werden. Götzenbilder seien "ein Vorwand, sich selbst ins Zentrum der Wirklichkeit zu setzen, in der Anbetung des Werkes der eigenen Hände", sagte Franziskus. Tatsächlich gehöre aber es zum Glauben, die eigene Zerbrechlichkeit anzunehmen.

(KNA)

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