Papst Franziskus begrüßt im Vatikan den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet
Papst Franziskus begrüßt im Vatikan den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bei Papst Franziskus
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bei Papst Franziskus

28.05.2018

Papst empfängt NRW-Ministerpräsident Laschet "Nach Kräften unterstützen"

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet ist am Montag mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Themen waren die Lage im Nahen Osten, der Zusammenhalt in Europa sowie das friedliche Zusammenleben der Religionen.

Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche empfing den CDU-Politiker im Vatikan zu einer Privataudienz im Apostolischen Palast, wie die Staatskanzlei in Düsseldorf mitteilte. Der Ministerpräsident habe dem Papst versichert, dass die Landesregierung ein gutes Verhältnis zu den Kirchen und Religionen pflege und das friedliche Zusammenleben nach Kräften unterstütze, hieß es weiter.

Flüchtlingshilfe

Der Papst sehe kritisch, dass sich immer mehr Menschen "auf das christliche Abendland beziehen, aber nicht mehr wissen, was dies bedeutet, und es nicht mehr leben". Den Begriff benutzten sie stattdessen "zur Abgrenzung gegen Flüchtlinge und andere".

Auch die aktuelle politische Lage in Italien sowie die Entwicklung der gesamten europäischen Gesellschaft sehe man im Vatikan mit Sorge, so der Ministerpräsident. Der Papst habe erneut betont, wie sehr er bei der Bewältigung der Migrations- und auch der europäischen Krise auf Deutschland setze. Franziskus habe dazu ermutigt, den Dialog zwischen den Religionen fortzusetzen und bei Flüchtlingen immer auch den einzelnen Menschen in den Blick zu nehmen.

Das Friedensengagement des Papstes

Auch die Situation der Flüchtlinge in NRW sei thematisiert worden. "Es ist für uns eine selbstverständliche humanitäre Verpflichtung, Flüchtlingen Schutz zu bieten", sagte Laschet laut Mitteilung der Düsseldorfer Staatskanzlei am Montag. Die Landesregierung werde auch helfen, Fluchtursachen in Krisenregionen zu bekämpfen.

Der Ministerpräsident habe das Friedensengagement des Papstes gewürdigt und ihm versichert, dass die Landesregierung ein gutes Verhältnis zu den Kirchen und Religionen pflege.

Die Zukunft des Christentums

Als Katholik habe er mit dem Papst zwar auch über innerkirchliche Themen gesprochen, führte Laschet aus. Die geplante Handreichung der Bischöfe zur Kommunion für nicht-katholische Ehepartner sowie der Kreuz-Erlass in Bayern seien aber nicht Thema gewesen. Vielmehr sei es um die Zukunft des Christentums und die entsprechende Verantwortung aller Getauften gegangen, die christliche Tradition zu leben.

Als persönliche Gäste begleiteten der Kölner Autor und NRW-Staatspreisträger Navid Kermani sowie der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, Laschet auf seiner Rom-Reise.

Letzteren habe er als NRW-Staatspreisträger 2017 und Autor, "der viel über gesellschaftlichen Zusammenhalt publiziert", eigens in seine Delegation aufgenommen, so der CDU-Politiker. Bei der kurzen Begegnung mit dem Papst am Ende der Privataudienz habe Kermani dem Papst eine spanische Übersetzung seines Buches "Ungläubiges Staunen" überreicht. Darin beschreibt Kermani als Muslim seine Eindrücke von der katholischen Symbol- und Glaubenswelt.

(epd, dpa, KNA)

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