Schuldenerlass-Initiative des Kölner G8-Gipfels

 (DR)

1999 gelang es beim Kölner G8-Gipfel (18. bis 20. Juni), einen ambitionierten Prozess zur Verringerung der Schuldenlast hochverschuldeter armer Länder (HIPC) in Gang zu setzen. Der eigentliche Startschuss für die Schuldenerlass-Initiative zugunsten der "Heavily Indebted Poor Countries" war bereits 1996 gefallen. Die entscheidende Weichenstellung erfolgte aber unter dem Vorsitz des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) in Köln.

Bei dem Treffen einigten sich die Teilnehmer unter dem Druck zahlreicher Nichtregierungsorganisationen auf eine Ausweitung und Beschleunigung des HIPC-Programms. Inzwischen sind nach Angaben des katholischen Hilfswerks Misereor von 39 qualifizierten Ländern 36 entschuldet worden - mit einem Gesamtvolumen von 120 Milliarden US-Dollar. Auf der ursprünglichen Liste der zu überprüfenden HIPC-Staaten von 1996 standen 41 Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Experten für Entwicklungsfinanzierung kritisieren jedoch, dass eine dauerhafte Entschuldung meist nicht funktioniert habe. Misereor etwa sieht 20 Jahre nach der Kölner Schuldenerlass-Initiative eine neuerliche "gewaltige Schuldenkrise" in vielen Ländern des Globalen Südens. (kna/Stand 18.06.2019)