29.04.2018

Papst Franziskus ruft beim Mittagsgebet zu Frieden und Mission auf "Wir sind alle berufen, heilig zu sein"

Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz zeigte sich Papst Franziskus erfreut über den Friedensprozess in Korea. Er erinnerte zudem an die leidende Bevölkerung in Nigeria und Syrien und rief zum Gebet für Frieden auf.

Papst Franziskus hofft auf Fortschritte im koreanischen Friedensprozess. Er begleite den "positiven Ausgang" des Gipfels vom Freitag mit seinem Gebet, sagte er am Sonntag auf dem Petersplatz in Rom. Franziskus sprach von einer "mutigen Verpflichtung" der politischen Führung, einen ernsthaften Dialog zur Befreiung der Halbinsel von Atomwaffen aufzunehmen.

Gute Früchte für das koreanische Volk bringen

"Ich bitte Gott, dass die Hoffnungen auf eine friedliche Zukunft und mehr brüderliche Freundschaft nicht enttäuscht werden", sagte Franziskus bei seinem Mittagsgebet. Die Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südkorea solle "gute Früchte für das geliebte koreanische Volk und die ganze Welt" bringen.

Bei dem historischen Treffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und Südkoreas Präsident Moon Jae-in am Freitag kündigte Nordkorea laut südkoreanischen Angaben für Mai die Schließung seines Atomtestgeländes an. Zudem habe Pjöngjang versprochen, den Prozess durch internationale Atomexperten überprüfen zu lassen, teilte das Büro des südkoreanischen Präsidenten in Seoul mit.

Kim und Moon hatten sich bei ihrem Gipfeltreffen im Grenzort Panmunjom darauf verständigt, die geteilte Halbinsel schrittweise von Atomwaffen zu befreien und den seit 65 Jahren geltenden Waffenstillstand noch in diesem Jahr durch einen Friedensvertrag zu ersetzen.

Rosenkranzgebet am 1. Mai für Frieden in Syrien

Papst Franziskus rief die Katholiken weltweit zum Gebet für Syrien auf. Bei der Begegnung mit Zehntausenden Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz am Sonntag kündigte er an, am Dienstag (1. Mai) im Marienheiligtum Divino Amore im Süden Roms für den Frieden in Syrien und der ganzen Welt zu beten. Er lud ein, sich mit ihm "im Geist zu vereinen" und den ganzen Monat Mai hindurch das Rosenkranzgebet für den Frieden zu sprechen.

Der Mai gilt Katholiken als Marienmonat. Franziskus begibt sich zu dem Anlass am Dienstagnachmittag zum "Santuario della Madonna del Divino Amore". Die Kirche am südlichen Stadtrand Roms ist ein beliebter Marienwallfahrtsort.

Nach Massaker an Christen - Gebet für Nigeria

Zudem erinnerte das Oberhaupt der katholischen Kirche an das jüngste Massaker in Nigeria und betonte, wie wichtig Eintracht und Frieden in dem westafrikanischen Land sei. Erneut seien Christen getroffen worden. Unter den Toten seien auch zwei Priester, beklagte er beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. "Wir vertrauen diese Brüder und Schwestern dem barmherzigen Gott an; er helfe jener so sehr geprüften Gemeinschaft, Eintracht und Frieden wiederzufinden", so der Papst.

Am Dienstag hatten Bewaffnete im südnigerianischen Dorf Aya-Mbalom eine katholische Kirche überfallen und mindestens 19 Menschen getötet. Bei den Angreifern handelte es sich Zeugenaussagen zufolge um Angehörige des muslimischen Hirtenvolks der Fulani, die mit ihren Herden wegen der anhaltenden Trockenheit in Nordnigeria nach Süden wandern. Dabei kommt es immer wieder zu Konflikten mit der vorwiegend christlichen bäuerlichen Bevölkerung.

In Reaktion auf die jüngsten Bluttat forderten die katholischen Bischöfe Nigerias Staatspräsident Muhammadu Buhari am Freitag zum Rücktritt auf. Sie werfen der Regierung und den Sicherheitsbehörden Versagen vor. Die Bischöfe hielten sich vergangene Woche zu einem turnusmäßigen Besuch im Vatikan auf, wo sie dem Papst und Kurienvertretern die Lage schilderten.

Sich dem "Meer der Not" anderer ausliefern

Am Ende des Mittagsgebets warb der Papst erneut dafür, die Komfortzonen und geschützte Räume zu verlassen. Christen müssten sich dem "Meer der Not der anderen" ausliefern, sagte er beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Den Einsatz für Bedürftige nannte Franziskus "eine der reifsten Früchte, die aus der Gemeinschaft mit Christus hervorgeht".

Um heilig zu sein, müsse man nicht "Bischof, Priester, Ordensmann oder Ordensfrau sein", so der Papst weiter. "Wir sind alle berufen, heilig zu sein, indem wir in der Liebe leben und im täglichen Tun unser persönliches Zeugnis ablegen, jeder an dem Platz, an dem er sich befindet."

Arbeit und Freizeit, Familie und gesellschaftliches Leben wie auch das Wahrnehmen politischer, kultureller oder wirtschaftlicher Verantwortung in einer christlichen Haltung der Liebe und des Dienstes seien "Gelegenheiten, die Taufe und die evangeliumsgemäße Heiligkeit in Fülle zu leben".

(KNA)

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