Papst Franziskus feiert Gottesdienst mit Missionaren der Barmherzigkeit
Papst Franziskus feiert Gottesdienst mit Missionaren der Barmherzigkeit

10.04.2018

Franziskus wendet sich an Priester Ohne Barmherzigkeit keine Einheit

Papst Franziskus warnt Priester davor, "wie besessen" zu arbeiten. Es brauche "normale, einfache, milde, ausgeglichene Priester, die sich aber von Gottes Geist ständig erneuern lassen" und Gott den Vorrang geben, sagte er im Petersdom.

Papst Franziskus feierte an diesem Dienstag eine Messe mit rund 550 sogenannten "Missionaren der Barmherzigkeit". Franziskus hatte zum Aschermittwoch 2016 mehr als 1.000 Priester mit besonderen Beichtvollmachten weltweit ausgesandt. Er gab diesen ausgewählten "Missionaren der Barmherzigkeit" Vollmacht, "auch von jenen Sünden loszusprechen", deren Lossprechung normalerweise dem Apostolischen Stuhl vorbehalten ist.

Gottes Logik der Barmherzigkeit

Zu solchen Sünden zählt das Kirchenrecht Hostienschändung, physische Gewalt gegen den Papst, Ehebruch, Bischofsweihe ohne päpstlichen Auftrag sowie die direkte Verletzung des Beichtgeheimnisses. Die Sondervollmacht der "Missionare der Barmherzigkeit" galt für all diese Fälle mit Ausnahme der Lossprechung von einer unerlaubten Bischofsweihe.

In seiner Predigt erinnerte Franziskus auch an Gottes Logik der Barmherzigkeit, derzufolge groß ist, wer sich klein macht, und erster, wer letzter ist. Diese Barmherzigkeit habe die Kirche heute besonders nötig. Es sei Gottes Wille, dass die Kirche einig sei; "Einigkeit ist dem Konflikt überlegen". Ohne Barmherzigkeit habe dieses Prinzip jedoch "nicht die Kraft, im Leben und in der Geschichte konkret zu werden", so der Papst.

Franziskus: Hoffnung auf Veränderung nicht aufgeben

Die Hoffnung zur Änderung "dieser kranken Welt" ist nach Worten von Papst Franziskus "vielleicht die wertvollste Tugend unserer Zeit". Es sei ihm wichtig, dass den Menschen von heute die großen Probleme der Zeit ganz bewusst seien, schreibt Franziskus im Vorwort zu einem Buch über sein Verständnis von sozialer Gerechtigkeit.

Das Buch des italienischen Journalisten Michele Zanzucchi "Macht und Geld - die soziale Gerechtigkeit gemäß Bergoglio" soll am Donnerstag auf Italienisch erscheinen, wie das Portal "Vatican News" (Dienstag) berichtet. Zanzucchi behandelt darin Worte von Franziskus zu Reichtum und Armut, Gerechtigkeit, Pflege und Umgang mit der Schöpfung. "Wir dürfen niemals aufhören zu glauben, dass wir gemeinsam diese kranke Welt ändern können", so der Papst wörtlich.

(KNA)