Papst Franziskus im Gebet
Papst Franziskus im Gebet

31.03.2018

Das Gebetsanliegen des Papstes für den April Mit Franziskus ist keiner allein

Papst Franziskus liegen die Benachteiligten und Armen am Herzen. Nun betet er im April für Verantwortliche in der Wirtschaft: "Die Weltwirtschaft möge sich dahingehend wandeln, dass es strukturell keine Benachteiligten mehr gibt."

13.3.13 - was fällt Ihnen zu diesem Datum ein? Es wird sicher in die Geschichtsbücher eingehen. Denn am Abend dieses Tages wurde in Rom ein Mann "vom Ende der Welt" zum Papst gewählt. Ein anderer Kardinal aus Lateinamerika soll danach zu ihm gesagt haben: "Vergiss die Armen nicht!"

Schon durch die Wahl seines Papstnamens gab er eine programmatische Antwort. Jorge wollte Franziskus heißen, also bei und mit den Armen die Weltkirche leiten. Fünf Jahre ist er jetzt schon der uneigennützige "Global player", dem die Gemeinschaft der Christen, aber ebenso die aller Menschen am Herzen liegt.

Ungerechte Strukturen verändern

Die römische Kurie zu reformieren, ist dringend nötig, aber nicht seine erste Priorität. Ungerechte Strukturen müssen im globalen Dorf aufgedeckt und mit allen Kräften verändert werden. Deshalb begnügt er sich nicht mit eindrucksvollen Zeichenhandlungen wie mit dem Einbau von Duschen für Obdachlose in den Kolonaden am Petersplatz. Er fliegt unerschrocken auf Flüchtlingsinseln und an "Ränder der Welt", um an den Tatorten das schreiende Unrecht anzuprangern.

Das entsteht nicht nur aus der Rücksichtslosigkeit Einzelner, sondern auch aus den "Verhältnissen"- wie Bert Brecht sagt, aus den Strukturen. Die sind oft härter als die Menschen, die in ihnen leben. Der Egoismus ist offenbar nicht nur die Fehlhaltung Einzelner, sondern, eher noch mehr, die falsche Grundrichtung von Systemen, Gesellschaften und Konzernen.

Die Machthaber in Washington oder in Jerusalem können noch so viele Mauern bauen: Wenn die auf der einen Seite fast alles haben und die auf der andern viel zu wenig, wird es immer weiter Fluchtversuche und Gewalt geben, bis die Mauern fallen. Gerechtere Strukturen der Weltwirtschaft sind deshalb nicht nur menschlicher, sondern auch vernünftiger. Sie sind mittelfristig auch besser für die derzeitigen "Gewinner", die noch nicht abgeben wollen. Mildtätigkeit vor Ort und Katastrophen-Hilfe der Vereinten Nationen sind Anfänge, die Mut machen. Die Welt braucht aber jetzt endlich mehr.

Die großen Revolutionen des 20. Jahrhunderts sind offensichtlich abgelöst durch die Migration unzählbarer Einzelner. Sie vertrauen nicht mehr auf die Mobilisierung der Massen, sondern suchen für sich und ihre Angehörigen einen besseren Platz auf der Erde. Sie können ja jetzt täglich sehen, wie gut es anderen geht, nur ein paar Flugstunden entfernt.

Für die Wirklichkeit öffnen

April. Der Name kommt vom lateinischen Wort "aperire", eröffnen. Der Papst bittet uns in diesem Monat, uns zu öffnen für diese Wirklichkeiten und für die Wirtschaftsbosse zu beten. Mancher wird fragen, ob das Sinn macht. Ja, weil so an vielen Stellen der Welt Bewusstseinswandel wachsen könnte. Was wir privat oder öffentlich Gott sagen, wirkt jedenfalls auf uns zurück.

Das Misereor-Motto dieses Jahres fragte flott und einprägsam: "Heute schon die Welt verändert?" Das lockte vermutlich bei manchen ein ungläubiges Lächeln hervor: "Ich?" Ja, ich und ein paar Millionen andere können das, wenigstens anfangen. Mit Franziskus ist keiner allein. Im Vaterunser beten wir täglich rund um den Globus in allen Sprachen der Welt: "Dein Reich komme!" Wir beten also um die Durchsetzung eines Regierungsprogramms, das Leben für alle und alle miteinander möglich macht.

In der Nacht zum 1. April feiern wir dieses Jahr den "Gott des Unmöglichen". Er schafft aus Tod Leben. Das ist kein Aprilscherz. Das ist das Fundament der Zuversicht gegen alle sogenannten Realitäten. Da ist also einer "aufgestanden" gegen den Ist-Zustand. Sein Aufstand wird weitergehn. Er hatte gesagt: "Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden." (Mt 5,6)

Gerhard Dane
(KNA)

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