Figuren mit Papst Franziskus
Straßenverkäufer bietet Figuren mit Papst Franziskus an

16.01.2018

Verhaftungen bei Protesten am Rande des Papstbesuchs Freud und Leid in Chile

Bevor der Papstbesuch in Chile richtig begonnen hat, nutzten Demonstranten die erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit für das südamerikanische Land zu Protesten gegen die Regierung. Dem Papst werde ein falsches Bild vom Land gezeigt, so der Vorwurf.

Rund 30 Demonstranten sind im Süden Chiles am Rande eines Protests gegen die Regierung festgenommen worden. Die Demonstrationen richteten sich gegen die sozialistische Regierung von Michelle Bachelet, die dem Papst nicht das richtige Bild der chilenischen Realität zeige, berichten lokale Medien (Dienstagmorgen Ortszeit).

In der Stadt Concepcion kam es dabei laut Polizeiangaben zu Ausschreitungen. Dort hatten die Behörden keine Genehmigung für die Demonstration erteilt. Laut den Organisatoren wurden rund 200 Menschen am Protest gehindert. "Wir sind nicht gegen den Besuch des Papstes, wir sind gegen das Bild, dass die Regierung zu vermitteln versucht", sagte ein Sprecher dem örtlichen Fernsehen.

Lokalen Medienberichten zufolge gesellten sich auch einige Pro-Mapuche-Demonstranten zu den Protestzügen. Sie kämpfen für Rechte der chilenischen Ureinwohner. Vertreter indigener Organisationen kritisierten zuletzt den Bischof von Temuco, Hector Vargas, weil sich dieser einem direkten Dialog über die Papstmesse auf der umstrittenen Militärbasis Maquehue am Mittwoch entzogen habe. Dort waren zu Diktaturzeiten politische Gegner gefoltert worden. Das Grundstück gehörte einst den Mapuche.

Papst-Presseschau: Euphorie in Chile, Skepsis in Argentinien

Der Auftakt der Reise von Papst Franziskus nach Chile bestimmt indes die Titelseiten der chilenischen Medien. "Ein Papst ein weiteres Mal in Chile, 30 Jahre danach", schreibt "La Tercera" auf Seite eins, mit einem blatthohen Bild des Papstes nach seiner Ankunft am Flughafen. Das Blatt widmet seine gesamten ersten 20 Seiten der Berichterstattung über die Papstreise.

Auch die Zeitung "El Mercurio" titelt mit einem Bild von Franziskus im Papamobil. "Chile begrüßt Papst Franziskus mit Freude", heißt es dort. In der Unruheregion "La Araucania" schaut das Blatt "El Austral" bereits nach vorne: "Alles bereit für den Papst", schreibt es mit Blick auf den Besuch am Mittwoch in Temuco.

In Argentinien, dem Heimatland des Papstes, widmet sich die Zeitung "Clarin" der Frage: "Wer hat Schuld daran, dass der Papst nicht hierherkommt?" Auch fünf Jahre nach seiner Wahl hat Franziskus bislang Argentinien nicht wieder besucht. Zugleich zieht "Clarin" ein ernüchterndes Fazit der Ankunft des Papstes: "Wenig Enthusiasmus und weniger Argentinier als erwartet." "Die Chilenen reagieren mit Apathie. Die argentinische Botschaft erklärt, dass die Zahlen über die Ankunft der Argentinier übertrieben würden", heißt es bei "Clarin".

Die Zeitung "La Nacion" zeichnet ein ähnliches Bild: "Die Argentinier zwischen der Euphorie von Freiwilligen und dem Desinteresse von Touristen. Tausende haben die Bergkette überquert, um Franziskus zu sehen, und stehen inmitten von Reisenden, die lieber shoppen gehen wollen."

Auch in Peru, dem zweiten Ziel des knapp einwöchigen Papstbesuchs, beherrscht der Auftakt der Reise die Medienberichterstattung.

"Franziskus ist am Montag in Chile angekommen, wo ihn Tausende Katholiken erwarteten, aber auch wütende Gruppen von Missbrauchsopfern von Geistlichen zusammen mit Indigenen und Migranten, die eine gerechtere Behandlung einfordern", schreibt "El Comercio". Die Zeitung "La Republica" erinnert an die Jugend des Papstes: "Er lebte in seiner Jugend für ein Jahr in Chile - und gab zu, dass er eine besondere Nähe zum dem Land hat."

15.000 Tickets für Papstmesse an Grenzübergängen

Um dem Ansturm von argentinischen Pilgern gerecht zu werden, haben die chilenischen Behörden und die Kirche in Temuco rund 15.000 Eintrittskarten für die Papstmesse an die Grenzübergänge geschickt. Dort sollen sie laut örtlichen Medienberichten an argentinische Pilger verteilt werden, die am Mittwoch am Papstgottesdienst auf der Base Maquehue teilnehmen wollen. Insgesamt erwarten die chilenischen Behörden während des noch bis Donnerstag andauernden Papstbesuches rund 800.000 Argentinier in Chile, die ihren Landsmann live sehen wollen. Seit seiner Wahl vor rund fünf Jahren hat der Papst sein Heimatland Argentinien noch nicht besucht.

Diktaturopfer in Chile bitten Papst um Hilfe

Angehörige der Vereinigung von vermissten Opfern aus der Militärdiktatur (1973 bis 1990) in Chile haben Papst Franziskus unterdessen um Mithilfe gebeten. Drei Vertreter der Organisation werden das Kirchenoberhaupt im Rahmen seines bis Donnerstag dauernden Besuchs treffen. "Wir werden den Papst bitten, dass er den Militärs mitteilt, dass es ein Ende haben muss mit den geheimen Absprachen und dem Verschweigen. Wir wollen wissen wo unsere Angehörigen sind - ohne Ausnahme", sagte einer der Opfervertreter chilenischen Medien am Dienstag.

In Chile wurden während der Diktatur unter General Pinochet (1973-1990) nach offiziellen Angaben rund 33.000 Menschen aus politischen Gründen eingesperrt und gefoltert. Rund 3.200 Menschen starben an Folgen staatlicher Gewalt; 1.192 Menschen verschwanden spurlos.

(KNA)

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

DOMRADIO hören

Laden Sie sich unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Podcast: Der Morgenimpuls von Schwester Katharina

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

WBS-Weggeleit

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 05.06.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • ÖKT ohne AfD? ZdK-Präsident Sternberg im Interview
  • Gedenktag des Heiligen Bonifatius
  • Weltumwelttag: Abholzung am Amazonas
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Seelsorge mit Smileys: Die Anliegen der Jugendlichen per Chat besprechen
  • Weltumwelttag – "Beethoven Pastoral Project" will Zeichen für Klimaschutz setzen
  • Gespräche in der Corona-Zeit: Der Zuhör-Kiosk "Das Ohr"
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Seelsorge mit Smileys: Die Anliegen der Jugendlichen per Chat besprechen
  • Weltumwelttag – "Beethoven Pastoral Project" will Zeichen für Klimaschutz setzen
  • Gespräche in der Corona-Zeit: Der Zuhör-Kiosk "Das Ohr"
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • "Fronleichnam fällt nicht aus": Kölner Stadtdechant Kleine über die Planung
  • Hat die Politik Kinder mit Behinderung vergessen?
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • "Fronleichnam fällt nicht aus": Kölner Stadtdechant Kleine über die Planung
  • Hat die Politik Kinder mit Behinderung vergessen?
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…