Auf Konfrontation? - Papst Franziskus und Recep Tayyip Erdogan
Erdogan telefoniert mit Papst über Jerusalem-Frage

29.12.2017

Erdogan telefoniert mit Papst über Jerusalem-Frage Traute Einigkeit?

Papst Franziskus und der  türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben am Freitag telefoniert. Wie die türkische Zeitung "Sabah" berichtete, sei es in dem Gespräch um die amerikanische Israelpolitik gegangen. 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Freitag mit Papst Franziskus telefoniert und ihm seine Besorgnis über die Israelpolitik von US-Präsident Donald Trump dargelegt. Laut der regierungsnahen türkischen Zeitung "Sabah" (Onlineausgabe) ging es in dem Gespräch um den Erhalt des Sonderstatus Jerusalems. Dieser sei ein Schlüssel zur Stabilität in der Region, sodass keine falschen Schritte unternommen werden dürften, gab "Sabah" Quellen aus dem Präsidialamt wieder. Eine Vatikansprecherin bestätigte, das Telefonat habe auf Initiative Erdogans stattgefunden. Zu den Inhalten machte sie keine Angaben.

"Sabah" zufolge sprachen Erdogan und Franziskus auch über die UN-Resolution, die Trumps Entscheidung zur Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt verurteilt. Diese Resolution sei zu begrüßen - darin waren sich Erdogan und Franziskus einig. 

Jahr des Friedens?

Mit Blick auf die Wichtigkeit gemeinsamer Bemühungen, den Status Jerusalems zu schützen, einigten sie sich darauf, in der nächsten Zeit zusammenzukommen, um bilaterale Beziehungen und internationale Fragen zu diskutieren. Ein Treffen wurde vereinbart, bei dem es um die Jerusalem-Frage sowie die Beziehungen zwischen der Türkei und dem Heiligen Stuhl und internationale Entwicklungen gehen solle. Überhaupt solle 2018 ein Jahr des Friedens und des Wohlstands werden, schrieb die "Sabah".

Papst Franziskus hatte sich nach Trumps Ankündigung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen, "tief besorgt" geäußert. Er hoffe, dass sich «Weisheit und Klugheit durchsetzen», damit keine neuen Spannungen zu der schon von Konflikten gezeichneten Weltlage hinzukämen, sagte er am 6. Dezember im Vatikan.

(DR, KNA)