Kardinal Charles Maung Bo, Erzbischof von Rangun, begrüßt Papst Franziskus
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Papst Franziskus begrüßt Kinder bei seiner Ankunft in Rangun
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28.11.2017

150.000 Katholiken bei Papst-Messe in Rangun erwartet Der Papst als "Friedensengel"

Tausende Gläubige bereiten sich auf Papst Franziskus vor. Es wird voll werden auf dem Sportfeld Kyaik Kasan Grounds in Rangun. Unter den vielen Gläubigen sind auch 7.000 Christen aus Kachin.

Rund um die katholische Antonius-Kirche kampieren 1.700 Katholiken, die zum Papstbesuch nach Rangun gekommen sind. "Wir sind schon etwas müde", gibt U Myat Soe Latt zu. "Wir sind aus Kachin. Das ist weit weg. Die Zugfahrt von Myitkyina nach Rangun hat 48 Stunden gedauert", erzählt der 48-jährige Vorsitzende eines katholischen Männerbundes in Kachin.

Hitze macht Probleme

Es war heiß am Dienstag. Das Thermometer war auf über 30 Grad geklettert. "In Kachin ist es viel kühler. Deshalb hat so mancher hier gesundheitliche Probleme, hitzebedingt", berichtete der hoch aufgeschossene Kaplan Nikolas, ein Tamile. Er ist für das Wohl der 1.800 Kachin auf dem Kirchengelände zuständig.

Unter dem Zeltdach auf dem Vorhof der Kirche stand die Hitze nur so. Manche dösten, andere unterhielten sich leise. Wie die vielen über Sträucher, Geländer und Mauern gehängten bunten Wäschestücke machten deutlich, dass viele Frauen die Papstpause am Dienstag zum Wäschewaschen genutzt hatten.

Papstbesuch strahlt große Hoffnung aus

Insgesamt seien rund 7.000 Kachin mit Sonderzügen nach Rangun gekommen und in katholischen Gemeinden untergekommen, berichtet U Myat Soe Latt. "Für uns Kachin ist Papst Franziskus der Mann, auf den wir unsere ganze Hoffnung für einen Frieden setzen", sagt U Ndau La Raw.

Der 42-Jährige mit den traurigen Augen ist einer von 68 Binnenvertriebenen, die mit Unterstützung der Kirche zum Papst nach Rangun gekommen sind. "Unser Dorf wurde gleich zu Beginn des Krieges von der Armee angegriffen. Sie haben unsere Häuser niedergebrannt und das Vieh gestohlen. Seit sieben Jahren lebe ich mit meiner Frau und den drei Kindern jetzt schon in einem Flüchtlingslager", sagt U Ndau La Raw.

Lebenssituation nicht einfach

Es gibt zwei Arten von Lagern. Die einen liegen im von der Armee kontrollierten Gebiet, die anderen im Gebiet von Rebellen der "Unabhängigkeitsarmee der Kachin" (KIA). "No government controlled area" (NGCA), heißt das auf Amts-Birmanisch. Dort liegt auch das Camp "St. Joseph", in dem U Ndau La Raw lebt.

Bawk Myi Tung hingegen arbeitet als Katechet im Lager Je Yong im Rebellengebiet nahe der chinesischen Grenze. Er sei dort für die geistliche Unterstützung zuständig - "aber vor allem bin ich Sozialarbeiter". Den Lagern in beiden Gebieten sei gemein, so Bawk Myi Tung, dass mal humanitäre Hilfe des Welternährungsprogramms, von World Vision oder der Caritas durch die Linien der Armee oder der KIA kommen - und mal eben nicht. "Aber wir sind von diesen Hilfslieferungen abhängig", betont er.

Meinungen gehen auseinander

Ihre ganze Hoffnung richten die Kachin gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit auf den Papst als Friedensengel. "Durch den Papst wird die Weltöffentlichkeit von dem Krieg in Kachin erfahren", ist Bawk Myi Tung überzeugt.

Aber unter den Kachin herrschen auch Zweifel, ob die Friedensbotschaft des Brückenbauers aus Rom auch bei den Mächtigen in Myanmar Gehör finden. "Bei Aung San Suu Kyi vielleicht", sagt Bawk Myi Tung, und fügt bitter hinzu: "Bei Armeechef Min Aung Hlaing eher nicht." Das Militär habe im an natürlichen Ressourcen reichen Kachin viele "illegale" wirtschaftliche Interessen - die es nicht kampflos aufgeben werde.

U Ndau La Raw ist ein wenig optimistischer. "Frieden ist nicht von heute auf morgen möglich. Konfliktlösung braucht Zeit. Aber der Papst kann durch seine Botschaften und seinen Segen dem Friedensprozess einen Impuls geben. Deshalb sind wir hier."

(KNA)

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