Papstreise
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11.10.2017

Besuchsprogramm des Papstes in Myanmar und Bangladesch Keine Rohingya auf dem Terminplan

"Ein sensibler Punkt": Als Christ gehört Franziskus in Myanmar und Bangladesch selbst einer winzigen Minderheit an. Seine Südasienreise führt den Papst mitten in den Konflikt um die muslimischen Rohingya. Das Programm schweigt dazu.

Das Wort Rohingya findet sich nicht im offiziellen Besuchsprogramm des Papstes für Myanmar und Bangladesch. So weit, scheint es, beherzigt der Vatikan den Rat der katholischen Bischöfe von Myanmar, bei der Reise in ihr Land auf eine namentliche Erwähnung der muslimischen Minderheit zu verzichten. Allein der Begriff "Rohingya", erklärte der für Rakhine zuständige Erzbischof Alexander Pyone Cho im Vorfeld, sei "immer noch ein sensibler Punkt".

Vom 27. November bis zum 2. Dezember hält sich Franziskus in Myanmar und Bangladesch auf; es ist seine 21. Auslandsreise. Die dreieinhalb Tage in Myanmar stehen unter dem Leitwort "Liebe und Frieden", das Motto der anschließenden Visite in Bangladesch lautet "Harmonie und Frieden".

Politische und kirchliche Termine

Einen direkten thematischen Bezug weisen allerdings nur zwei Programmpunkte auf: eine Begegnung mit dem Obersten Rat der buddhistischen Mönche in Myanmar und ein interreligiöses Friedenstreffen - wobei dessen Ort, der Garten des Erzbischöflichen Palais in Dhaka, nicht eben an eine Massenveranstaltung denken lässt.

Umso deutlicher treten im Reiseplan die politischen und pflichtgemäßen kirchlichen Termine hervor; für einen Papst, der gerne an die Ränder der Gesellschaft geht, ist das ein bisschen auffällig, zumal in einem Land wie Bangladesch, das von Billigjobs in Textilfabriken und Arbeitsmigration geprägt ist, oder Myanmar mit seiner armen Landbevölkerung und einem gravierenden Aids-Problem.

Hirte einer verschwindenden Minderheit

Klar ist: Franziskus, Oberhaupt von gut 1,2 Milliarden Katholiken, kommt als Hirte einer verschwindenden Minderheit in den beiden Ländern. Im mehrheitlich buddhistischen Myanmar machen die Katholiken etwa ein Prozent der Bevölkerung aus; in Bangladesch leben unter 159 Millionen Einwohnern nach Kirchenangaben 375.000 Katholiken, das entspricht 0,24 Prozent.

Entsprechend scheint er sich in die Rolle als Gast zu fügen. Am 28. November wird Franziskus in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw von Staatspräsident Htin Kyaw empfangen, anschließend spricht er mit der De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Die erste Rede der Reise hält der Papst dann vor Vertretern von Politik und Gesellschaft.

Termine

Seine erste und einzige öffentliche Messe in Myanmar feiert er erst am folgenden Vormittag in einem Stadion in Rangun, also praktisch zwei Tage nach der Ankunft.

Auch die Visite im benachbarten Bangladesch enthält staatstragendes Zeremoniell: Vom Empfang am Flughafen begibt sich der Papst zur Ehrung der Märtyrer des Unabhängigkeitskriegs 1971 an die nationale Gedenkstätte in Sabhar; von dort fährt er zum ehemaligen Haus des "Vaters der Nation", Scheich Mujibur Rahman (1920-1975), in Dakha. Es folgen ein Besuch im Präsidentenpalast bei Staatschef Abdul Hamid und die übliche Rede vor Politikern und Diplomaten.

Sicherung der Seelsorge

Nur einmal während der Tage in Bangladesch ist eine öffentliche Messe geplant. Bei dem Gottesdienst am 1. Dezember im Suhrawardy Udyan Park will Franziskus zudem junge Männer zu Priestern weihen - ein Signal, dass die Sicherung der Seelsorge für die kleine Katholikengemeinde dem Papst persönlich ein Anliegen ist. Eigene Programmpunkte sind, wie zuvor in Myanmar, auch für Treffen mit Bischöfen und mit Jugendlichen vorgesehen.

Einen für Franziskus typischen Akzent enthält der letzte Reisetag: Vor einem Treffen mit Priestern und Ordensleuten will er privat ein Heim für Straßenkinder besuchen, eine Einrichtung von Mutter-Teresa-Schwestern in einer ärmlichen Gegend zwischen Parlament, Militärflughafen und Industriegebiet.

"Ungeteilte Solidarität"

International stehen Myanmar und Bangladesch eigentlich wegen des Dramas um die mehr als 500.000 geflohenen Rohingya in den Schlagzeilen. Franziskus selbst bekundete einmal seine "ungeteilte Solidarität" mit diesen Muslimen, die nach seinen Worten nur des Glaubens wegen verjagt und getötet werden. Erzbischof Moses Costa, der kürzlich ihre Flüchtlingscamps in Cox's Bazar an der bengalischen Küste besuchte, sprach von einer "schockierenden Erfahrung".

Nach der Ankunft des Papstes in Myanmar am Mittag des 27. November enthält das Programm eine 24-stündige Lücke. Überraschungen sind nicht ausgeschlossen.

Burkhard Jürgens
(KNA)

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