02.10.2017

Spaniens Botschafter trifft Papst Franziskus Keine Äußerung

Im Vorfeld wurde schon spekuliert, ob wohl die Lage in Katalonien zum Thema wird, wenn sich Spaniens Botschafter beim Heiligen Stuhl und Papst Franziskus zum Gespräch treffen. Doch beslang wurde nichts bekannt.

Spaniens Botschafter beim Heiligen Stuhl ist am Montag von Papst Franziskus zu einem Gespräch empfangen worden. Anlass war die Übergabe des Akkreditierungsschreibens von Gerardo Angel Bugallo Ottone, der am 22. Mai zum diplomatischen Vertreter der Regierung in Madrid ernannt worden war. Nach der Begegnung mit dem Papst traf Bugallo auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zusammen.

Ob es bei den Unterredungen auch um die Situation in Katalonien und das umstrittene Referendum über eine Loslösung der Region ging, wurde nicht bekannt. Die Botschaft Spaniens beim Heiligen Stuhl kündigte laut spanischen Korrespondenten im Vorfeld an, sich zu den Themen der Gespräche am Montag nicht zu äußern.

Spaniens Regierung an den Heiligen Stuhl

In einer Verbalnote vom 22. September verlangte Spaniens Regierung, der Heilige Stuhl müsse die Einhaltung rechtlicher Abkommen sicherstellen. Die Parteinahme der Kleriker verstoße nicht nur gegen das Kirchenrecht, sondern verletze auch den Geist der Verträge zwischen Staat und Kirche.

Zudem hat Papst Franziskus ein weiteres Treffen auf der Agende. Er hat seinen Botschafter in den Vereinigten Staaten, Erzbischof Christophe Pierre, zu einem Gespräch in den Vatikan gerufen. Das päpstliche Presseamt gab den Termin am Montag ohne weitere Einzelheiten bekannt. Vergangene Woche hatte die kanadische Justiz Haftbefehl gegen einen ranghohen Mitarbeiter der Nuntiatur in Washington wegen Verbreitung von Kinderpornografie erlassen. Der beschuldigte Geistliche hält sich inzwischen im Vatikanstaat auf. 

Papst berät mit Botschafter nach Kinderpornografie-Skandal

Die Ermittler im kanadischen Bundesstaat Ontario werfen dem Kirchendiplomaten vor, während eines Aufenthalts an Weihnachten 2016 kinderpornographisches Material über einen kirchlichen Rechner heruntergeladen und weiterverbreitet zu haben. Das kanadische Bistum London bestätigte, es gebe einen entsprechenden Verdacht.

Der Vatikan hatte am 15. September mitgeteilt, man habe nach einem Hinweis des US-Außenministeriums strafrechtliche Ermittlungen gegen einen diplomatischen Mitarbeiter aufgenommen. Der Mann, ein 50-jähriger Italiener, wohnt nach Medieninformationen inzwischen am Sitz des Vatikangerichts, ist aber nicht inhaftiert.

Das vatikanische Strafrecht sieht für die Verbreitung von Kinderpornografie zwischen einem und fünf Jahren Haft und eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro vor. 

(KNA)

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