Papst Franziskus mit Journalisten auf dem Rückflug von Kolumbien
Papst Franziskus mit Journalisten auf dem Rückflug von Kolumbien
Papst Franziskus auf dem Rückflug von Kolumbien
Papst Franziskus auf dem Rückflug von Kolumbien
Papst Franziskus auf der Gangway
Auf der Gangway in Bogotá
Papst Franziskus auf dem Rückflug von Kolumbien
Beim Abschied in Kolumbien

11.09.2017

Statements des Papstes auf dem Rückflug von Kolumbien "Wenn wir nicht umkehren, gehen wir unter"

Erste Schritte gehen, das war das Motto der Kolumbienreise von Papst Franziskus. Auf dem Rückflug mahnt er vor allem den Umgang mit dem Klimwandel an: "Jetzt müssen zweite Schritte folgen".

Papst Franziskus hat Boykotteure des Pariser Klimaabkommens zurechtgewiesen. Wer leugne, dass der Klimawandel vom Menschen mitverursacht sei, solle Wissenschaftler fragen. "Sie sprechen eine klare Sprache", sagte der Papst auf dem Rückflug von seiner Kolumbienreise am Sonntag vor mitreisenden Journalisten. "Wenn wir nicht umkehren, gehen wir unter", so der Papst. Jeder einzelne habe eine moralische Verantwortung für den Klimawandel, die er ernst nehmen müsse. Damit sei "nicht zu scherzen".

Jeder müsse seine Entscheidung treffen, "und die Geschichte wird darüber urteilen". Das Kirchenoberhaupt antwortete auf eine Frage nach der moralischen Verantwortung von Regierenden, die eine internationale Zusammenarbeit zu einer Reduzierung von Treibhausgasen ablehnten. US-Präsident Donald Trump, der das Pariser Klimaschutzabkommen aufgekündigt hat, wurde nicht namentlich genannt.

Verantwortung für Flüchtlinge

Ebenso hat sich Papst Franziskus für eine verantwortungsvolle Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen. Regierungen müssten die damit zusammenhängenden Probleme "mit der eigentlichen Tugend der Regierenden lösen, das heißt mit Klugheit". Dazu gehöre an erster Stelle die Frage nach den verfügbaren Kapazitäten, sodann die Frage nach der Integration, sagte er auf dem Rückflug. Eine legitime Aufnahmegrenze sei dann erreicht, wenn eine "Gefahr der Nichtintegration" bestehe, so der Papst.

Nachdrücklich verlangte Franziskus auch humanitäre Hilfszentren in Libyen. Die Welt müsse sich bewusst machen, dass die Flüchtlinge dort unter unmenschlichen Bedingungen in "Lagern" lebten, sagte er mit dem deutschen Wort. Nötig sei "humanitärer Beistand". Italien leiste auf diesem Feld bereits alles, "um Probleme zu lösen, die es sich nicht zu eigen machen kann". Er sei dankbar für die Haltung Italiens und Griechenlands in der Flüchtlingsfrage. "Sie haben ihr Herz geöffnet", sagte er wörtlich.

Kritik an Trump

Die geplante Abschiebung der sogenannten Dreamer in den USA kritisiert Papst Franziskus deutlich. Er hoffe, dass die US-Regierung die Entscheidung überdenke. US-Präsident Donald Trump hatte das Schutzprogramm für Migranten, die als Minderjährige illegal in die Vereinigten Staaten gelangten und unter der Vorgängerregierung von Barack Obama geduldet wurden, Anfang September beendet.

Trump präsentiere sich dem Augenschein nach als Lebensschützer. "Wenn er ein tüchtiger Lebensschützer ist, wird er begreifen, dass die Familie die Wiege des Lebens ist und man ihre Einheit schützen muss", so der Papst. Wenn man jungen Menschen ihre Wurzeln nehme, würden sie anfällig für Drogen, andere Abhängigkeiten oder Suizid. "Die entwurzelten Jugendlichen von heute verlangen nach Hilfe", sagte Franziskus. Er räumte ein, die juristische Lage in den USA nicht genau zu kennen. Er werde den Erlass zur Rückführung noch genauer prüfen.

Papamobil verursacht blaues Auge

Papst Franziskus hat eine persönliche Schilderung seines leichten Unfalls auf dem Papamobil im kolumbianischen Cartagena abgegeben. "Ich habe mich rumgedreht, um die Kinder zu begrüßen, die Glasscheibe nicht gesehen, und - bumm", sagte er auf dem Rückflug von seiner Kolumbienreise am Sonntag vor mitreisenden Journalisten. Das 80-jährige Kirchenoberhaupt hatte sich bei dem Zwischenfall ein blaues Auge geholt. Ursache war ein unvermitteltes Bremsmanöver des Papamobils. 

Situation in Kolumbien und Venezuela

Als grobes Fazit seiner Reise sehe Papst Franziskus Kolumbien nach Jahrzehnten des Guerillakriegs vor einer schwierigen Aufarbeitung. Jetzt müsse "ein zweiter Schritt" folgen, so der Papst in Anspielung auf das Motto seines Besuches: "Tun wir den ersten Schritt". Zu einer erfolgreichen Verhandlung gehöre "die Weisheit, um Hilfe zu bitten". 

Papst Franziskus hat die Forderung eines stärkeren Engagements des Vatikan in der Venezuela-Krise zurückgewiesen. "Ich glaube, der Heilige Stuhl hat klar und deutlich gesprochen", sagte er auf dem Rückflug von seiner Kolumbienreise am Sonntag vor mitreisenden Journalisten. Der Vatikan habe eine Arbeitsgruppe und einen Spitzendiplomaten nach Venezuela entsandt, Gespräche geführt und sich öffentlich zu den Vorgängen im Land geäußert, sagte Franziskus. Auch er selbst sei auf die Lage in Venezuela öffentlich eingegangen. 

(KNA)

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