Papstreise
Papstreise

01.09.2017

Katholische Hilfswerke freuen sich über Papstreise Kolumbien nicht alleine lassen

Vor dem Papstbesuch in Kolumbien haben sich katholische Hilfsorganisationen erfreut über die Reise gezeigt. Der Papst setze damit ein wichtiges Zeichen, heißt es von Adveniat und Misereor.

Katholische Hilfsorganisationen sehen die Reise von Papst Franziskus nach Kolumbien als wichtiges Zeichen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sende damit die Botschaft "Wir lassen Kolumbien auf dem Weg zum Frieden nicht allein!", teilten das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat und Misereor am Freitag gemeinsam mit. Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, würdigte den Einsatz als Ermutigung. Das südamerikanische Land sei "an einer historischen Wegmarke"; der Weg zum Frieden sei beispiellos, aber das Ziel noch lange nicht erreicht, sagte Neher.

Adveniat und Misereor mahnten, damit Versöhnung und Frieden möglich würden, bräuchten die Kolumbianer gerade auch nach dem Friedensvertrag zwischen der Regierung und der FARC, der größten Rebellengruppe des Landes, einen langen Atem. "Erst jetzt, nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags und der Entwaffnung der FARC, kann der Aufbau eines friedlichen Kolumbiens beginnen. Deshalb reist der Papst im richtigen Moment nach Kolumbien", sagte Adveniat-Hauptgeschäftsführer, Michael Heinz, der den Papst mit Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel auf der Reise begleitet.

Alle vertrauen der Kirche

Spiegel ergänzte, er sehe Kolumbien an einem heiklen Punkt. "In den vom Konflikt betroffenen Gebieten haben nach dem Rückzug der FARC-Rebellen andere illegale und bewaffnete Akteure die Kontrolle übernommen. Bedrohungen und Morde nehmen wieder zu." Der Staat sei bislang nicht in der Lage, das Machtvakuum zu füllen. Er fordere einen stärkeren Einbezug lokaler zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Umsetzung des Friedensprozesses.

Cartitas-Präsident Neher erinnerte an Gewalt gegen Menschenrechtsaktivisten, Mitglieder von Basisorganisationen und Bürgermeister. Der Staat müsse die Gewalt aller bewaffneten Akteure beenden. Notwendig sei zugleich, das Unrecht der Vergangenheit aufzuarbeiten und Opfer zu entschädigen. Die katholische Kirche will laut Neher den Friedensprozess auch mit der ELN-Guerilla-Gruppe weiter begleiten und der Zivilbevölkerung eine Stimme geben. Auch Adveniat und Misereor sagten ihre Unterstützung zu. Spiegel: "Die Kirche ist die einzige Institution, der alle Seiten vertrauen."

Sorge der indigenen Völker

Pater Heinz betonte, dass die Opfer von fünfzig Jahren Krieg und Gewalt "nicht zum zweiten Mal Opfer werden" dürften. Die indigenen Völker, die bereits unter den Kämpfen gelitten hätten, befürchteten, dass nun internationale Konzerne auf ihren Territorien Rohstoffe abbauen wollen, so der Adveniat-Chef.

Ende 2016 hatte sich die Regierung auf ein Friedensabkommen mit der FARC verständigt. In dem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Staat und Guerilla starben in Kolumbien rund 300.000 Menschen; mehr als sieben Millionen wurden zu Binnenflüchtlingen. Papst Franziskus besucht kommende Woche (6. bis 11. September) die Hauptstadt Bogota sowie Villavicencio, Medellin und Cartagena.

(KNA)

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