Gregorio Rosa Chavez
Gregorio Rosa Chavez
Papst ernennt neue Kardinäle
Papst ernennt Chavez zum Kardinal

10.07.2017

Papst Franziskus betraut Kardinal Chavez mit neuer Aufgabe Neuer Mittler im Korea-Konflikt

Kardinal Gregorio Rosa Chavez hat sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder für die Seligsprechung Oscar Romeros als heiligen Märtyrer eingesetzt. Jetzt bekommt er eine schwierige Aufgabe.

Der frisch berufene Kardinal Gregorio Rosa Chavez aus El Salvador soll nach dem Willen des Papstes zwischen Süd- und Nordkorea vermitteln.

Das sagte Rosa Chavez nach Medienberichten aus dem mittelamerikanischen Land am Wochenende bei einem Gottesdienst zusammen mit salvadorianischen Bischöfen. Er solle in Kürze nach Seoul reisen, um sich dort über die aktuelle Situation zwischen den beiden Nachbarländern zu informieren.

Herausforderung für frisch ernannten Kardinal

Papst Franziskus hatte Rosa Chavez, Weihbischof in San Salvador, beim Konsistorium vor über einer Woche in Rom zum Kardinal erhoben. Der 74-Jährige war ein Mitarbeiter des ermordeten Erzbischofs Oscar Romero (1917-1980) und ist einer der stärksten Befürworter seiner Heiligsprechung.

Romero, ein prominenter Vertreter der lateinamerikanischen Befreiungstheologie, wurde am 24. März 1980 in seiner Bischofsstadt San Salvador am Altar niedergeschossen. 1990 brachte Chavez das Seligsprechungsverfahren in Gang; 2015 sprach Franziskus Romero selig.

Immer mehr Katholiken in Korea

Die katholische Kirche besteht in Korea erst seit etwas mehr als 230 Jahren. In ihren ersten hundert Jahren war sie schweren Verfolgungen ausgesetzt und verzeichnete rund 10.000 Märtyrer. Denn die Christen standen in Opposition zur vorherrschenden Kultur, lehnten die Ahnenverehrung und die Verehrung des Konfuzius ab und galten für die Joseon-Dynastie als "gefährliche Religion" - und somit als Staatsfeinde.

In den vergangenen 60 Jahren verdoppelte sich die Bevölkerungszahl Südkoreas, während sich die Zahl der Katholiken vervielfachte: 2015 zählte die römisch-katholische Kirche in Südkorea 5,65 Millionen Mitglieder, das entspricht rund elf Prozent der Bevölkerung.

Keine zuverlässigen Angaben gibt es über die Lage der Kirche in Nordkorea, wo kirchliche Strukturen nach dem Koreakrieg offiziell verschwanden und jede Religionsausübung verfolgt wird. Zwar gibt es inzwischen in Pjöngjang wieder drei Kirchen, zwei protestantische und eine katholische, die jedoch für ausländische Besucher bestimmt sind.

(KNA, DR)

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