Papst Franziskus
Papst Franziskus
Bischof Lars Anders Arborelius
Bischof Lars Anders Arborelius
Weihbischof Gregorio Rosa Chavez
Weihbischof Gregorio Rosa Chavez
Erzbischof Jean Zerbo
Erzbischof Jean Zerbo

21.05.2017

Papst ernennt im Juni fünf neue Kardinäle Wer sind die Neuen?

Papst Franziskus ernennt bei einem Konsistorium am 28. Juni fünf neue Kardinäle. Das gab er am Sonntag auf dem Petersplatz bekannt. Sie kommen aus Mali, Spanien, Schweden, Laos und El Salvador. Die neuen Kardinäle im Einzelnen:

Die Herkunft der neuen Würdenträger drücke die "Katholizität der auf der ganzen Erde verbreiteten Kirche" aus, sagte Franziskus am Sonntag. Alle fünf zukünftigen Kardinäle sind jünger als 80 Jahre und wären zu einer Papstwahl zugelassen. Derzeit wären 116 Mitglieder des Kardinalskollegiums in einem Konklave stimmberechtigt.

ANDERS ARBORELIUS (Bischof von Stockholm):

Insider werten diese Entscheidung als Sensation: Als erster Schwede der Geschichte wird der Erzbischof von Stockholm, Anders Arborelius, zum Kardinal ernannt. Mit der Ernennung des Schweden setzt der Papst seine Linie fort, neue Kardinäle vor allem aus randständigen Gebieten der katholischen Kirche zu kreieren. Das katholische Bistum Stockholm hat offiziell 116.000 Mitglieder, die Diözese vermutet jedoch, dass es in Schweden bis zu 150.000 Katholiken gibt. Bei ihnen handelt es sich meist um Migranten aus katholischen Ländern. Bis zum Jahr 2000 war in dem skandinavischen Land die evangelisch-lutherische Kirche Staatskirche; ihr gehörte bis dahin jeder Schwede mit seiner Geburt automatisch an.

Arborelius, geboren am 24. September 1949, konvertierte als 20-Jähriger zur katholischen Kirche und trat in den Karmeliterorden ein. Im Jahr 1979 empfing er die Priesterweihe, 1998 wurde er zum Bischof der Diözese Stockholm ernannt, die mit einer Fläche von knapp 450.000 Quadratkilometern das ganze Land umfasst.

In Schweden gilt Arborelius als ökumenisch offen und menschlich umgänglich. Im vergangenen Jahr empfing er Papst Franziskus in Lund zum gemeinsamen Reformationsgedenken von Päpstlichem Einheitsrat und Lutherischen Weltbund. Damals betonte Arborelius, dass es nötig sei, den theologischen Dialog zwischen den Kirchen zu intensivieren. Die christlichen Kirchen müssten trotz der vorhandenen Unterschiede zusammenarbeiten und ein gemeinsames Zeugnis des Glaubens geben.

Mehrfach hatte sich der Theologe in den vergangenen Jahren auch in der Flüchtlingsdebatte engagiert. Weil die offiziell rund 116.000 Katholiken des Bistums Stockholm selbst zu einem großen Teil Zuwanderer sind - etwa aus Polen, von den Philippinen oder aus Vietnam -, ist das Flüchtlingsthema für den schwedischen Bischof stets von besonderem Gewicht.

JEAN ZERBO (Erzbischof von Bamako):

Jean Zerbo (73) ist seit 1998 Erzbischof von Bamako. Er ist der erste von fünf neuen Purpurträgern, deren Ernennung Franziskus am Sonntag überraschend bekanntgab. Laut Vatikan engagiert sich der aus dem Süden der Republik Mali stammende Geistliche besonders für den Frieden in seinem Land. Er sei aktiv im Kampf gegen Ausgrenzung und setze sich für Versöhnung und Solidarität unter der Bevölkerung ein, heißt es über den künftigen Kardinal.

Zerbo wurde am 27. Dezember 1943 im malischen Segou geboren und dort am 10. Juli 1971 zum Priester geweiht. Seine Ausbildung erfolgte unter anderem im französischen Lyon sowie von 1977-1981 in Rom, wo er am Päpstlichen Bibelinstitut seinen Abschluss mit Spezialisierung auf die Heilige Schrift machte. Im Anschluss war er einige Jahre als Pfarrer in der Region Segou tätig und unterrichtete am Priesterseminar von Bamako. Papst Johannes Paul II. ernannte Zerbo am 21. Juni 1988 zum Weihbischof der malischen Hauptstadt Bamako und sechs Jahre später zum Bischof von Mopti. Seit 27. Juni 1998 ist Zerbo Erzbischof von Bamako.

JUAN JOSE OMELLA OMELLA (Erzbischof von Barcelona):

Juan Jose Omella Omella (71) ist seit 2015 Erzbischof der katalanischen Hauptstadt Barcelona. Omella, geboren am 21. April 1946 in Cretas in der Autonomen Region Aragon, studierte Philosophie und Theologie in Saragossa, Louvain und Jerusalem. 1970 wurde er zum Priester geweiht. Bis zu seiner Bischofsweihe im September 1996 arbeitete er in seinem Heimatbistum Saragossa und im Anschluss als Bischof mehrerer Diözesen im katalanisch-französischen Grenzgebiet.

Am 27. Oktober 1999 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Barbastro-Monzon. Im April 2004 folgte die Ernennung zum Bischof von Calahorra y La Calzada-Logrono. Im November 2014 berief ihn Papst Franziskus zum Mitglied der Bischofskongregation. Im Jahr darauf folgte Omella Kardinal Lluis Martinez Sistach als Erzbischof von Barcelona nach. Seither leitet er die Erzdiözese der mit 1,6 Millionen Einwohnern zweitgrößten Stadt Spaniens.

Omella galt als relativ sicherer Kandidat für das Kardinalsamt. Seit 1996 ist er Mitglied der bischöflichen Kommission für soziale Pastoral in der Spanischen Bischofskonferenz, seit 2003 mit Unterbrechungen deren Präsident. In der Vergangenheit kritisierte er wiederholt Korruption unter Politikern sowie den prekären spanischen Arbeitsmarkt.

Im März dieses Jahres forderte Omella als Gastgeber eines Symposiums der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) einen "ehrlichen Dialog" der Kirche mit der Jugend. Die Bemühungen der Kirche um Jugendliche müssten unter dem Zeichen eines einigen Europa stattfinden. Eine geeinte Familie sei die beste Alternative gegen eine Form von Globalisierung, die auf Individualismus und ein Rette-sich-wer-kann setze, so Omella.

GREGORIO ROSA CHAVEZ (Weihbischof von San Salvador):

Gregorio Rosa Chavez (74) ist seit 1982 Weihbischof in San Salvador. Chavez, geboren am 3. September 1942 in der Kleinstadt Sociedad (El Salvador), studierte Philosophie und Theologie, unter anderem an der katholischen Universität Löwen in Belgien. Er spricht Französisch, Englisch, Portugiesisch und Italienisch.

1970 empfing Chavez die Priesterweihe. Im Februar 1982 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in der Erzdiözese San Salvador. Chavez ist zudem Pfarrer der Gemeinde San Francisco im Zentrum der Hauptstadt, Generalvikar des Erzbistums und Vorsitzender des katholischen Hilfswerks Caritas in Lateinamerika.

Der 74-Jährige war ein Mitarbeiter des ermordeten Erzbischofs Oscar Romero (1917-1980) und ist einer der stärksten Fürsprecher für dessen Heiligsprechung. Romero, ein prominenter Vertreter der lateinamerikanischen Befreiungstheologie, wurde am 24. März 1980 in seiner Bischofsstadt San Salvador am Altar niedergeschossen. 1990 brachte Chavez das Seligsprechungsverfahren in Gang, 2015 sprach Franziskus Romero selig.

Chavez gilt als Friedensbotschafter auch über Landesgrenzen hinaus, als Anwalt der Armen und besonders der Jugendlichen sowie als geduldiger Vermittler in Konflikten. Wiederholt prangerte er in der Vergangenheit Gewalt und Brutalität in seiner Heimat an und forderte Friedensgespräche zwischen der Regierung und den bewaffneten Mara-Gangs. Europa warf er eine verfehlte Flüchtlingspolitik vor.

Die Aufnahme des befreiungstheologisch inspirierten Weihbischofs Chavez ins Kardinalskollegium reiht sich ein in die Liste ungewöhnlicher Ernennungen durch Papst Franziskus.

LOUIS-MARIE LING MANGKHANEKHOUN (Apostolischer Vikar von Pakse in Laos):

Bischof Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun (72) ist Apostolischer Vikar von Pakse in Laos und ehemaliger Vorsitzender der Bischofskonferenz von Laos und Kambodscha. Einen Teil seiner Ausbildung absolvierte der Laote in Kanada; er spricht neben Französisch, Englisch und der Landessprache als Angehöriger der im Norden des Landes verbreiteten Volksgruppe der Khamu auch deren Sprache. Mangkhanekhoun ist laut Vatikan für seine Besuche in Bergdörfern bekannt und besonders in der Katecheten-Ausbildung engagiert.

Mangkhanekhoun wurde am 8. April 1944 in Laos geboren und empfing am 5. November 1972 die Priesterweihe. Drei Jahre später wurde er Pfarrer und Provikar in der laotischen Hauptstadt Vientiane. Apostolischer Vikar von Pakse in Südlaos ist er seit dem 30. Oktober 2000; die Bischofsweihe empfing er am 22. April 2001. Von 2009 bis 2014 war er Vorsitzender der Bischofskonferenz von Laos und Kambodscha. Seit 2. Februar 2017 ist er für die Zeit der Sedisvakanz Apostolischer Administrator des Apostolischen Vikariats Vientiane.

(KNA)

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