Papst Franziskus hält ein Baby im Arm.
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BDKJ-Bundesvorstand
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Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin reist...
Pietro Parolin

13.03.2017

Reaktionen zu vier Jahre Papst Franziskus "Sehr symapthisch und unkonventionell"

Er soll "Kirche und Welt wieder ein Stück näher zusammengebracht" haben: Vier Jahre nach der Wahl von Papst Franziskus zieht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) eine positive Zwischenbilanz.

Durch Franziskus sei die Motivation bei jungen Menschen gestiegen, sich für die Kirche zu engagieren, sagte der BDKJ-Bundesvorsitzende Wolfgang Ehrenlechner am Montag, dem vierten Jahrestag der Wahl, im SWR: "Mit Papst Franziskus steht jetzt jemand an der Spitze der Kirche, der Kirche und Welt wieder ein Stück näher zusammengebracht hat".

Vor allem schenke der Papst den Menschen seine Aufmerksamkeit und mache deutlich, dass die Kirche für die Menschen da sei, betonte der Vorsitzende des Dachverbands vieler katholischer Jugendorganisationen. Besonders lenke Franziskus die Aufmerksamkeit auf diejenigen, die in Not seien oder am Rande der Gesellschaft stünden: "Dabei geht er auch sehr unkonventionell vor. Gleich zu Beginn seines Pontifikats ist er nach Lampedusa gereist, hat dort Geflüchtete getroffen und deren Leid direkt miterlebt. Das macht ihn einfach sehr sympathisch und motiviert, sich für Kirche und Gerechtigkeit in der Welt zu engagieren."

Bei jungen Leuten beliebt

Insgesamt sei Papst Franziskus gerade unter jungen Menschen sehr beliebt, ergänzte Ehrenlechner: "Weil er ganz klar den Eindruck vermittelt, dass er junge Menschen ernst nimmt. Das wurde im letzten Jahr beim Weltjugendtag noch mal sehr deutlich, wo er es sichtlich genossen hat, hier viel Kontakt zu jungen Menschen zu haben."

Franziskus gebe jungen Menschen zudem immer wieder die klare Botschaft mit, dass alle Katholiken einen Auftrag in der Welt hätten, so der BDKJ-Vorsitzende: "Dass es in unserer Verantwortung liegt, in einer gerechten Welt zu leben, eine gerechte Welt zu gestalten und uns für Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen." Der BDKJ ist der Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen, die nach eigenen Angaben rund 660.000 Mitglieder haben.Am 13. März 2013 wurde der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt. Er gab sich in Anlehnung an den "Heiligen der Armen" den Namen Franziskus.

Reform der Kurie notwendig

Am vierten Jahrestag der Wahl von Papst Franziskus hat auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin den Reformwillen des Pontifex gelobt. Die Reform der Kurie sei richtig und nötig, sagte Parolin zu Radio Vatikan (Montag). Sie dürfe jedoch nicht von "funktionalen Kriterien" bestimmt werden, sondern müsse einer "authentischen Rückkehr zu Gott" und einem "authentischen Zeugnis der wahren Natur der Kirche" entsprechen. Papst Franziskus spreche deshalb auch von einer "Reform des Herzens".

Ziel sei eine Kirche ohne "die Verkrustungen die sich im Laufe der Geschichte ansammeln", so Parolin weiter. Dazu gehörten auch strukturelle Veränderungen. Franziskus selbst habe bei seiner Ansprache an die Kurie erklärt, Erneuerung müsse von innen - gleichsam vom Herzen - ausgehen. In dem Interview äußerte sich die Nummer Zwei des Vatikan auch zur Kritik am Papstschreiben zu Ehe und Familie, "Amoris laetitia". Aufrichtige und konstruktive Einwände könnten helfen, gemeinsam herauszufinden, was Gottes Wille sei und ihn umzusetzen, so Parolin.

"Große Impulse"

Aus seiner Sicht sei das Schreiben "ein großes Geschenk", das einerseits den Plan Gottes für die Familie aufzeige und andererseits den realen Bedingungen der Familie Rechnung trage. Sie sei, so wie die ganze Menschheit, von der Erbsünde gezeichnet. In der Seelsorge gebe das Schreiben "große Impulse", es trage "Früchte der Erneuerung und der Begleitung von zerbrechlichen Familiensituationen".

Seit der Veröffentlichung von "Amoris laetitia" (Freude der Liebe) im April 2016 gibt es heftige Debatten. Vor einigen Monaten hatten vier Kardinäle den Papst schriftlich zur Klärung mehrerer "Zweifel" ("Dubia") rund um das Schreiben aufgefordert. Unter anderem geht es dabei um die Frage, ob in Einzelfällen wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Voraussetzungen wieder zur Kommunion gehen dürfen. Zu den Unterzeichnern gehören auch der frühere Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, und der deutsche Kardinal Walter Brandmüller.

"Unbeschwertheit"

Persönlich beeindrucke ihn besonders die Seelenruhe des Papstes, die auch in schwierigen Situationen immer spürbar sei, so Parolin. Es gebe vieles, das Grund zu Sorge und Beunruhigung sei. Aber Franziskus habe die Gabe, "die Dinge mit Unbeschwertheit zu sehen, zu wissen, dass sie in der Hand Gottes sind" und mutig weiterzugehen.

 

(KNA)

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