Papst Franziskus in Aserbaidschan eingetroffen
Papst Franziskus in Aserbaidschan eingetroffen

02.10.2016

Papst Franziskus in Aserbaidschan eingetroffen Interreligiöser Dialog im Mittelpunkt

Mit einem eintägigen Besuch in Aserbaidschan setzt Papst Franziskus seine Kaukasus-Reise fort. Am Sonntagmorgen landete er in der Hauptstadt Baku und begab sich sofort zur katholischen Kirche im Stadtzentrum, um eine Messe zu feiern.

Die Begrüßung am Flughafen von Vize-Premierminister Yaqub Eyyubov fiel ohne großes Zeremoniell aus. Der eigentliche zeremonielle Empfang durch Staatsoberhaupt Ilham Aliyev ist am Nachmittag im Präsidentenpalast geplant. Anschließend führen Franziskus und Aliyev eine private Unterredung.

Interreligiöser Dialog im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des rund zehnstündigen Aufenthalts steht der interreligiöse Dialog mit dem Islam. In Aserbaidschans Hauptstadt Baku will der Papst eine Moschee besuchen. Es ist nach der Blauen Moschee in Istanbul und einer Moschee in der Zentralafrikanischen Republik das dritte Mal, dass Franziskus ein muslimisches Gebetshaus besucht. Zudem trifft er den Scheich der kaukasischen Muslime, Allahsükür Pasazadä.

Im weiteren Programmverlauf stehen eine Kranzniederlegung am Nationaldenkmal für die Gefallenen der Kriege und eine Rede des Papstes vor Regierungsvertretern, Diplomaten und Vertretern der Zivilgesellschaft an.

Begegnung mit Großmufti

Interreligiös bedeutsam ist die Begegnung mit Großmufti Allahschükür Paschazade in der Heydar-Aliyev-Moschee zum Abschluss der Reise. Der 67-Jährige ist eine geistliche und fachliche Autorität für den in Aserbaidschan dominierenden schiitischen wie für den sunnitischen Islam und ist in zahlreichen internationalen Gremien vertreten.

Paschazade gehörte zu den Unterzeichnern des Offenen Briefs der 138 Islamgelehrten, mit dem diese zu einer Intensivierung des Dialogs zwischen Christen und Muslimen aufriefen.

Deutliche Worte zum Schutz der Ehe bei Georgienbesuch

Bei seinem zweitägigen Besuch in Georgien hatte Papst Franziskus zuvor mit ungewöhnlich drastischen Worten den Schutz der Ehe eingefordert. Die Gegenwart erlebe einen ideologischen "Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören", sagte er am Samstag in Georgiens Hauptstadt Tiflis. Diese Zerstörung erfolge "nicht mit Waffen, sondern mit Ideen".

Franziskus sprach von "ideologischen Kolonialisierungen", gegen die es sich zu verteidigen gelte. Eheleute seien ein "Abbild Gottes". Wenn es zur Scheidung komme, werde "das Abbild Gottes beschmutzt", sagte der Papst bei einem Treffen mit Priestern und Ordensleuten sowie Vertretern katholischer Laien.

Bei Beziehungsproblemen müsse man "alles tun, um die Ehe zu retten", forderte der Papst. Eheleuten empfahl er: "Streitet, soviel ihr wollt, aber beendet nie den Tag, ohne Frieden zu schließen."

Bei dem Treffen erteilte Franziskus einer Abwerbung orthodoxer Christen für die katholische Kirche eine scharfe Absage. Der sogenannte Proselytismus sei eine "große Sünde gegen die Ökumene", sagte der Papst. "Niemals darf man Proselytismus bei den Orthodoxen betreiben, sie sind unsere Brüder". Die Diskussion über die Ursachen der Kirchentrennung und die dogmatischen Unterschiede dürfe man Theologen überlassen.

Messe mit katholischen Minderheiten

Am Samstagmorgen hatte das Kirchenoberhaupt in einem Stadion eine Messe mit Angehörigen der katholischen Minderheit gefeiert - allerdings vor weithin leeren Rängen. In seiner Predigt im Micheil-Meschi-Stadion in Tiflis mahnte Franziskus die Gläubigen zu Offenheit: "Es tut nicht gut, sich an ein geschlossenes kirchliches Mikroklima zu gewöhnen," sagte er. In dem 27.000 Personen fassenden Micheil-Meschi-Stadion waren nach Schätzung von begleitenden Vatikan-Journalisten nur etwa 3.000 Menschen anwesend. Wie am Vortag demonstrierten einige Dutzend orthodoxe Georgier gegen den Papstbesuch.

An der Messe nahm auch Staatspräsident Giorgi Margwelaschwili teil.

Patriarch Ilia II., Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche, der schätzungsweise 84 Prozent der Bevölkerung Georgiens angehören, wohnte dem Gottesdienst jedoch nicht bei. Offizielle Vertreter der georgisch-orthodoxen Kirche blieben der Papstmesse insgesamt fern.

Anders als im Programm vorgesehen, nahm keine Delegation des Patriarchats teil. Vatikansprecher Greg Burke erklärte dazu, das Kirchenrecht der georgisch-orthodoxen Kirche verbiete den Bischöfen die Teilnahme an einer katholischen Feier. "Wir akzeptieren diese Entscheidung", sagte der Sprecher.

In Georgien leben nach vatikanischen Angaben 112.000 Katholiken. Die römisch-katholischen Christen besitzen in der Millionenstadt Tiflis zwei Kirchen; fünf andere wurden vom Staat konfisziert und der georgisch-orthodoxen Kirche übertragen. Franziskus hält sich seit Freitag zu einem Besuch im Kaukasus auf. Am Sonntagabend kehrt Franziskus nach Rom zurück.

(KNA)

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