Papst Franziskus im Gebet
Papst Franziskus im Gebet

15.07.2016

Papst will in Auschwitz keine Ansprache halten Beten und schweigen

Papst Franziskus will bei seinem Besuch im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz in zwei Wochen nach Angaben der Polnischen Bischofskonferenz keine Ansprache halten, sondern schweigen.

Für den Papst sei das die "Zeit des Gebets, der Reflexion, der Tränen, der Besinnung und des Schweigens", sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Weihbischof Artur Mizinski, vor Journalisten in Warschau. "Der schweigende Papst, sein Nachdenken und seine Tränen werden für uns ein Zeichen sein", fügte er hinzu.

Neue Art der Kommunikation

Mizinski erklärte, der Papst spreche oft im Stillen. Das sei eine "neue Art der Kommunikation, die uns Papst Franziskus lehrt". Das Kirchenoberhaupt werde sich auch mit einer Gruppe von Auschwitz-Überlebenden treffen.

Franziskus besucht Polen aus Anlass des katholischen Weltjugendtags in Krakau vom 27. bis 31. Juli. Am 29. Juli will er wie seine Vorgänger Johannes Paul II. im Jahr 1979 und Benedikt XVI. 2006 im einstigen Stammlager Auschwitz in der Zelle des dort getöteten polnischen Ordensmanns Maximilian Kolbe beten. Anschließend werde er das ehemalige Vernichtungslager Birkenau aufsuchen. Der Besuch erfolgt am wahrscheinlichen 75. Jahrestag der Entscheidung Kolbes, anstelle eines Familienvaters in den Hungerbunker zu gehen. Die Lagersoldaten hatten zunächst einen anderen Häftling sowie neun weitere als Vergeltung für die vermeintliche Flucht eines Gefangenen töten wollen.

Vorgänger hielten Ansprachen

Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hatten in Auschwitz bei ihren Besuchen Ansprachen gehalten. "Es war und ist eine Pflicht der Wahrheit", sagte Benedikt XVI. damals, "dem Recht derer gegenüber, die gelitten haben, eine Pflicht vor Gott, als Nachfolger von Johannes Paul II. und als Sohn des deutschen Volkes hier zu stehen."

In das größte deutsche Vernichtungslager nahe der polnischen Kleinstadt Oswiecim wurden mindestens 1,3 Millionen Menschen aus ganz Europa deportiert. Mehr als eine Million Juden, etwa 140.000 Polen, Zehntausende Sinti und Roma sowie Tausende politische Häftlinge anderer Nationalität wurden zwischen 1940 und 1945 in das KZ Auschwitz-Birkenau gebracht. Die Zahl der Ermordeten wird auf etwa 1,1 Millionen Menschen geschätzt.

(KNA)

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