Papst Franziskus
Papst Franziskus

13.05.2016

Papst gegen Weihe von Frauen Franziskus drosselt Erwartungen

Ungeachtet seiner Initiative zur Prüfung des Frauendiakonats lehnt Papst Franziskus Weiheämter für Frauen in der Kirche ab. Frauen könnten auch als Laien und Ordensmitglieder stärker an Entscheidungsprozessen beteiligt werden, sagte er.

Vor dem Hintergrund von Spekulationen über eine baldige Einführung des weiblichen Diakonats veröffentlichte der Vatikan Äußerungen des Kirchenoberhaupts vom Vortag vor Ordensoberinnen.

Kirchenhistorische Untersuchungskommission

Demnach kündigte der Papst die Einsetzung einer kirchenhistorischen Untersuchungskommission an. Diese solle klären, welche Aufgaben Diakoninnen in den ersten christlichen Jahrhunderten übernahmen. "Es wird der Kirche gut tun, diesen Punkt zu klären." Schon heute nähmen Frauen in der katholischen Kirche Diakonendienste wahr. Ordensfrauen zufolge, die sich nach der Audienz im Sender Radio Vatikan äußerten, soll die Kommission auch ausloten, inwiefern Frauen zum Diakonenamt zugelassen werden könnten.

Keine Predigt bei Eucharistiefeiern

Frauen könnten jedoch keinesfalls die Predigt bei Eucharistiefeiern halten, da dies Priestern "in persona Christi" vorbehalten sei, bekräftigte der Papst. Diese Position hatte Franziskus bereits früher vertreten; Frauen müssten in der Kirche "aufgewertet, nicht klerikalisiert werden", sagte er 2013. Das Diakonenamt in der katholischen Kirche gilt als unterste von drei Weihestufen, vor dem Priester- und dem Bischofsamt. Diakone dürfen in der katholischen Kirche etwa über die Nottaufe hinaus das Taufsakrament spenden und predigen, nicht aber die Messe feiern oder Beichte hören. Es gibt daneben seit 1968 auch sogenannte Ständige Diakone, die verheiratet sein und einen Zivilberuf ausüben dürfen.

Bei der Begegnung mit Ordensoberinnen aus aller Welt beklagte er am Donnerstag erneut mangelnde Beteiligung von Laien in Pfarreien und Diözesen. Bis zu 60 Prozent der Pfarreien und etwas weniger Diözesen weltweit verfügten nicht über das im Kirchenrecht vorgesehene Laiengremium. Priester und Bischöfe müssten jedoch der Gemeinschaft dienen. Sie seien keinesfalls "Chef einer Firma", so der Papst.

Engagement von Laien in der Kirche dürfe nicht mit Weiheämtern belohnt werden, meinte der Papst. Die Weihe von Männern zu ständigen Diakonen etwa bremse positive Entwicklungen, sagte er unter Hinweis auf Erfahrungen in Argentinien.

Vatikansprecher dämpft Erwartungen

Vatikansprecher Federico Lombardi hat am Freitag unterdessen vor zu hohen Erwartungen beim Thema Frauendiakonat gewarnt. "Wir müssen ehrlich sein: Der Papst hat nicht gesagt, er habe die Absicht, eine Diakonenweihe für die Frauen einzuführen, erst recht nicht hat er von einer Priesterweihe für Frauen gesprochen. Im Gegenteil, als er über die Predigt bei der Messe gesprochen hat, hat er klar gemacht, dass er daran keinesfalls denkt", sagte Lombardi im Gespräch mit Radio Vatikan.

(epd)

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