Kanzlerin Merkel und der Papst
Kanzlerin Merkel und der Papst
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit Papst Franziskus
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit Papst Franziskus
Gratulation zum Karlspreis für Franziskus vom Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz
Gratulation zum Karlspreis für Franziskus vom Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz

06.05.2016

Positive Reaktionen auf die Papstrede zu Europa "Klare Botschaft"

Bundeskanzlerin Merkel hat die Europa-Rede von Papst Franziskus bei der Verleihung des Karlspreises als "Ermutigung" und "klare Botschaft" gewürdigt. Auch die beiden großen Kirchen in Deutschland zeigten sich beeindruckt.

"Er hat uns aufgefordert, drei Dinge zu beachten: Die Fähigkeit zum Dialog, die Fähigkeit zur Integration und die Fähigkeit, etwas hervorzubringen", sagte Merkel am Freitag nach dem Festakt in Rom. "Ich glaube, das Hervorbringen (...), das ist Auftrag für uns, zu handeln, Europa zusammenzuhalten", ergänzte die CDU-Politikerin. [Hier zum Wortlaut der Preisrede von Papst Franziskus]

Merkel hatte zuvor im Vatikan am Festakt zur Verleihung des Aachener Preises an Franziskus teilgenommen. Es sei eine "beeindruckende Karlspreisverleihung" gewesen, lobte Merkel. "Beeindruckend war dies deshalb, weil sehr klare Botschaften ausgesendet wurden", sagte sie.

Auch die Privataudienz beim Pontifex zuvor sei für sie sehr wichtig und eine Ermutigung gewesen, betonte Merkel. In dem gut 20-minütigen privaten Gespräch im Vatikan sei es unter anderem um Themen wie Frieden und "den Auftrag Europas, auch Hilfe zu leisten, Unterstützung zu leisten als reicher Kontinent" gegangen, ergänzte Merkel. Papst Franziskus hatte Merkel nach der Privataudienz einen Friedensengel überreicht, worauf die protestantische CDU-Politikerin sich bedankte und sagte: "Den können wir gut gebrauchen in Europa." Es war das insgesamt vierte persönliche Treffen der Kanzlerin mit dem 79 Jahre alten Kirchenoberhaupt seit dessen Amtsantritt.

Ermutigung für das "Friedensprojekt Europa"

Als Ermutigung für das "Friedensprojekt Europa" haben die beiden großen Kirchen in Deutschland die Verleihung des Aachener Karlspreises an Papst Franziskus gewürdigt. "Die Poesie und der Optimismus, mit denen Franziskus uns Mut macht, Europa, ja die Welt zu verändern, soll uns allen ein Ansporn sein!", erklärte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Freitag in Bonn. Besonders gelte das für die Aufnahme von Menschen in Not. "Es reicht nicht, Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu geben - wir müssen sie in unserer Mitte, in unseren Herzen aufnehmen."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, betonte mit Blick auf die Flüchtlingskrise, der Papst habe die europäische Staatengemeinschaft zum wiederholten Mal daran erinnert, ihrer Verantwortung für die Welt gerecht zu werden. "Darum sind wir auch als evangelische Christen dankbar für das klare Zeugnis von Papst Franziskus für einen den christlichen Grundorientierungen entsprechenden humanen Umgang mit Menschen, die Zuflucht suchen."

Juncker: Rede ging unter die Haut

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wollen die Ansprache des Papstes bei Karlspreis-Verleihung den Regierungen aller 28 Mitgliedstaaten zuleiten. Schulz sagte am Freitag in Rom, er hoffe, dass "die Regierungen der Länder, die der Auffassung sind, sie hätten mit der Flüchtlingsproblematik nichts zu tun, diese Rede aufmerksam lesen". Franziskus wende sich genau gegen den Zynismus jener, die eine Aufnahme von Flüchtlingen verweigerten, aber der EU Ineffizienz bei der Lösung der Krise vorwürfen.

Juncker sagte nach dem Festakt der Auszeichnung für Papst Franziskus vor Journalisten, die Feier sei "unter die Haut gegangen". Der Papst habe eine treffende Analyse zu europäischen Fragen geliefert. Franziskus habe Mut gemacht, die Arme nicht sinken zu lassen und mit dem Aufbau Europas weiterzumachen, so Juncker.

Schulz: "inspirierender Moment"

Auch Schulz äußerte sich "enorm beeindruckt" von der Botschaft und dem "Traum einer möglichen Zukunft" Europas, die der Papst formulierte. Schulz sprach von einem "inspirierenden Moment" für alle, die gegen ein Wiedererstarken des Nationalstaatsdenkens kämpfen wollten. Schon zuvor hatte er die Papstrede in einem Tweet als "groß und inspirierend" bezeichnet.

Als zweiten wichtigen Aspekt hob Schulz den Appell des Papstes für bessere Berufsperspektiven junger Menschen hervor. Diese Generation sei "die am besten ausgebildete Generation aller Zeiten" und dennoch zu großen Teilen arbeitslos, sagte Schulz. Franziskus habe deutlich gemacht, dass dies zu einem "Element der Zerstörung unserer Gesellschaft" zu werden drohe. Die Aufforderung zum Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit sei daher ein "Schlüsselelement" der Papstrede.

(dpa, epd, KNA)

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