Franziskus bei Fastenexerzitien
Franziskus bei Fastenexerzitien

09.03.2016

Papst-Exerzitienleiter bemängelt fehlende Frauen im Vatikan Eine unwirkliche Leere

Der Papst ist von seinem Exerzitienleiter wegen fehlender Frauen in der vatikanischen Führungsebene ins Gebet genommen worden. Wenn Jesus ihn fragen würde: "Siehst du diese Frau?", dann müsse er antworten: "Nein, Herr, hier sehe ich nur Männer".

Das sagte der italienische Priester Ermes Ronchi laut Radio Vatikan in einer Meditation für den Papst und seine leitenden Mitarbeiter in Ariccia bei Rom. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass hier eine Leere ist, die nicht der Wirklichkeit der Menschheit und der Kirche entspricht", sagte Ronchi weiter. Anlässlich des Weltfrauentages am Dienstag erinnerte der Geistliche daran, dass viele Frauen Jesus gefolgt waren und ihm gedient hatten.

Franziskus hatte mehrfach erklärt, dass er sich Frauen in vatikanischen Führungspositionen vorstellen könne. Bisher leiten jedoch weiter ausschließlich Männer die vatikanischen Behörden. Ronchi sagte, der Heilige Geist verteile seine Gaben, "ohne auf das Geschlecht der Menschen zu sehen".

Transparenter Umgang mit Finanzen

Auch ein transparenterer Umgang mit dem kirchlichen Vermögen ist Thema der Fastenexerzitien von Papst Franziskus und seinen leitenden Mitarbeitern gewesen.

Die katholische Kirche dürfe "keine Angst vor Transparenz haben", forderte der italienische Priester Ermes Ronchi, der die Exerzitien in Ariccia leitet. Nur wer auf die Frage nach den eigenen Besitztümern transparent und klar antworte, sei "wahrhaftig". Die starke Fixierung von Geistlichen auf Geld verletzte die Gläubigen besonders, so Ronchi, der auch als TV-Moderator wirkt.

Exerzitien in Albaner Bergen

Franziskus hat sich bis Freitag mit seinen leitenden Mitarbeitern in den 30 Kilometer südöstlich von Rom in den Albaner Bergen gelegenen Ort zu den traditionellen Exerzitien in der Fastenzeit zurückgezogen. Die mittwöchliche Generalaudienz auf dem Petersplatz entfiel deshalb. Der Exerzitien-Leiter forderte zudem eine globale Kultur des Teilens.

Das Wort "Lieben" lasse sich im Evangelium auch mit "Teilen" übersetzen, so Ronchi. Wenn der Westen "sein Brot und seine Fische, seine Güter für sich behalten will", dann hungere die gesamte Welt, sagte Ronchi. Damit spielte er auf das Evangelium von der wundersamen Brotvermehrung an. Es gehe nicht darum, die Nahrungsmittel der Welt zu vermehren, sondern sie zu verteilen und bei sich selbst damit zu beginnen.

(KNA)

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