"Ökumene-Minister" Kardinal Koch
"Ökumene-Minister" Kardinal Koch
Franziskus und Kyrill I.: Austausch der gemeinsamen Erklärung
Franziskus und Kyrill I.: Austausch der gemeinsamen Erklärung

26.02.2016

Kardinal Koch wertet Papsttreffen mit Kyrill I. positiv "Großer Schritt für die Ökumene"

Als großen Schritt für die Ökumene wertet der vatikanische "Ökumeneminister", Kardinal Kurt Koch, die Begegnung von Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. auf Kuba.

"Ich hoffe, dass damit eine Tür geöffnet ist für weitere Beziehungen in der Zukunft", sagte der Präsident des Päpstlichen Einheitsrats in einem Interview der in Würzburg erscheinenden Zeitung "Die Tagespost" (Samstag). Koch und der Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion Alfejew, waren maßgeblich an der Vorbereitung des Treffens und der dabei unterzeichneten Gemeinsamen Erklärung beteiligt. Der Kontakt zu Hilarion war nach Angaben des Kardinals "immer sehr intensiv und wird auch so bleiben und vielleicht noch vertieft werden".

Spätere Treffen werden jetzt einfacher

Weiter erklärte Koch, von einem Besuch des Papstes in Moskau sei bei dem zweistündigen Gespräch in Havanna "nicht die Rede gewesen". Zunächst müsse auch "dieses Ereignis vertieft" werden. Nachdem aber dieses erste Treffen stattgefunden habe, werde "ein zweites oder drittes Treffen einfacher sein", so der Kardinal. Dies habe auch Patriarch Kyrill kurz nach der Begegnung öffentlich erklärt, "und das ist ein sehr positives Zeichen". Die meisten Reaktionen sowohl aus der Orthodoxie wie aus anderen christlichen Gemeinschaften auf das Treffen seien sehr positiv, berichtete Koch. "Man würdigt die Begegnung als guten Schritt und hofft, dass sie gute Früchte bringt."

Kritische Stimmen aus der Ukraine trüben Bild

Mit Blick auf kritische Stimmen aus der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine meinte Koch, er sei "durchaus betrübt, wenn von dort die Meldung kommt, dass sich die griechisch-katholische Kirche verraten fühlt von Rom". Das sei "von niemanden intendiert; sowohl der Papst als auch die Kurie stehen zur griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine", betonte der Kardinal. Zugleich hob er hervor, dass in der Gemeinsamen Erklärung das Existenzrecht der griechisch-katholischen Kirche anerkannt werde sowie das Recht, "alles zu unternehmen, was notwendig ist, um die geistlichen Ansprüche der Gläubigen zu befriedigen". Er hoffe, "dass diese positive Bestimmung noch vermehrt zur Kenntnis genommen wird".

Panorthodoxes Konzil wichtiges Zeichen

Koch äußerte sich auch zu dem im Juni auf Kreta geplanten panorthodoxen Konzil. "Es ist für die ganze Ökumene ein wichtiges Zeichen, wenn die orthodoxen Kirchen ihre Synodalität leben und auch mit einer gemeinsamen Stimme sprechen können", erklärte er. Wer die katholische Kirche dort als Beobachter vertreten werde, stehe noch nicht fest: "Ich denke, dass eine Einladung vom Ökumenischen Patriarchen an den Heiligen Vater ergeht und der Heilige Vater dann entscheidet, wer ihn vertritt."

(KNA)

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