Straßenkünstler malen Bild von Papst Franziskus
Straßenkünstler malen Bild von Papst Franziskus
Vorbereitungen auf den Papst-Besuch in Ciudad Juarez (Mexiko)
Vorbereitungen auf den Papst-Besuch in Ciudad Juarez (Mexiko)

12.02.2016

Mexikanische Bischöfe hoffen auf Ermutigung "Keine Parteipolitik"

Die Mexikoreise von Papst Franziskus soll pastoral und nicht politisch werden, sagt der Nuntius im Land. Eine Definitionsfrage, meinen viele Kirchenleute und setzen durchaus große Hoffnung auf die Wortes des Papstes.

Dass Papst Franziskus sich während seines fünftägigen Mexikobesuchs nicht im Sinne einer Partei politisch positionieren wird, steht auch für die Gastgeberbischöfe der einzelnen Reisestationen fest. Sie zweifeln allerdings nicht daran, dass er klar die großen Probleme des Landes benennen und Lösungen anmahnen wird: die exorbitante Gewalt durch das organisierte Verbrechen, die Verstrickung staatlicher Institutionen in Korruption und mafiöse Machenschaften, die Herausforderungen durch zentralamerikanische und mexikanische Migranten, die Landkonflikte und die noch immer systematische Benachteiligung der indigenen Völker.

Allein die Wahl der Orte, an die Franziskus nun fährt, spiegele großes politisches Bewusstsein, sagt der Bischof von San Cristobal de las Casas, Felipe Arizmendi Esquivel. Franziskus besuche eben nicht besser gestellte mexikanische Städte wie etwa Guadalajara oder Monterrey, sondern habe sich ganz bewusst die Hauptstadt des von Gewaltexzessen rund um den Drogenhandel gemarterten zentralen Bundesstaates Michoacán, Morelia, ausgesucht.

Genauso Ciudad Juarez, die Grenzstadt zu den USA, die auf der Liste der gefährlichsten Städte der Welt immer ganz oben rangiert und in der sich das Drama der Migration auf besonders drastische Weise zeigt. Und schließlich San Cristobal de las Casas im Süden des Landes, wo sich 1994 die Zapatisten gegen den Neoliberalismus erhoben und wo seitdem ein ungelöster Konflikt zwischen Indigenen und Staatsgewalt schwelt.

Für Integration der Indigenen 

"Franziskus kommt zu uns nach San Cristobal, damit die Indigenen besser integriert werden – in die Kirche und die Gesellschaft", so Bischof Arizmendi. In diesem Sinne werde der Papst auch eine Messe mit vielen indigenen Elementen feiern – mit typischen Maya-Dekorationen, mit Texten und Gesängen in verschiedenen indigenen Sprachen. Die Tatsache, dass Franziskus außerdem am Grab des 2011 verstorbenen langährigen Bischofs von San Cristobal, Samuel Ruiz, beten will, weist in den Augen seines Nachfolgers Arizmendi in dieselbe Richtung.

Samuel Ruiz hatte sich jahrezehntelang für die so genannte "teología india" stark gemacht, eine Theologie, die ganz bewusst Glaubensinhalte und –formen indigener Völker mit dem Christentum in Einklang bringt. Mit diesem Engagement hatte Don Samuel Vertreter konservativer Kreise im Vatikan gegen sich aufgebracht, der Besuch von Papst Franziskus an seinem Grab in der Kathedrale von San Cristobal stellt nun eine ausdrücklichen Anerkennung von ganz oben dar.

Keine Parteipolitik     

"Natürlich kommt Franziskus nicht, um eine bestimmte Partei zu unterstützen oder einem Regierungspräsidenten Ratschläge zu geben", betont auch der Erzbischof von Morelia, Alberto Suárez Inda. Der 77-jährige, erst im vergangenen Frühjahr überraschend zum Kardinal berufen, versteht die päpstliche Visite in erster Linie als ein Zeichen der Ermutigung für die Menschen im Bundesstaat Michoacán. "Papst Franziskus weiß um unsere schwierige Situation: Die Gewalt, die Morde, die Entführungen", so Suárez Inda.

Allein diese Anteilnahme des Papstes sei schon ein Trost für die Bürger in diesem vom Drogenhandel gebeutelten Landesteil. "Und wenn er uns dann noch zuruft, dass ein Wandel möglich ist, schenkt er uns neuen Atem für eine neue Etappe, für eine andere Gesellschaft." Kardinal Suárez Inda sieht eines der größten Probleme Mexikos im mangelnden politische Engagement seiner Christen.  "Und ich denke, Franziskus will uns allen Mut machen, uns am Aufbau einer gerechteren Gesellschaft zu beteiligen". In diesem Sinne habe der Papstbesuch genau wie das Evangelium eine klare politische Dimension, weit entfernt allerdings von parteipolitischen Entscheidungen.

(Hilde Regeniter)

    

(dr)

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