"Der Name Gottes ist Barmherzigkeit" - das neue Interview-Buch mit dem Papst
"Der Name Gottes ist Barmherzigkeit" - das neue Interview-Buch mit dem Papst

12.01.2016

Neues Interview-Buch von Franziskus veröffentlicht Appell zu Barmherzigkeit

In seinem neuen Interview-Buch wirbt Papst Franziskus für eine allen Menschen gegenüber offene Barmherzigkeit. Die Kirche soll die Menschen dort suchen, "wo sie leben, wo sie leiden, wo sie hoffen".

Gläubige, die ihre Sünden als Flecken betrachteten, die mittels Reinigung oder in der Waschmaschine entfernt werden könnten, wirft er Heuchelei vor. Sünden seien vielmehr Wunden, die geheilt werden müssten. Die Kirche bezeichnet er daher als "Feldlazarett", das sich um Verletzungen der Menschen kümmere.  Papst Franziskus rügt Heuchelei und Selbstgerechtigkeit in der Kirche.

Bezug zum Heiligen Jahr

Das Buch "Der Name Gottes ist Barmherzigkeit" erscheint gleichzeitig in 86 Ländern. Es basiert auf einem Gespräch, das der italienische Vatikanexperte Andrea Tornielli von der Tageszeitung "La Stampa" mit dem Papst geführt hat. Die deutschsprachige Ausgabe des 128-Seiten-Buches, das Gläubigen ebenso wie Menschen ohne religiöse Bindung die Botschaft der Barmherzigkeit nahebringen soll, erscheint im Kösel-Verlag. Barmherzigkeit steht auch im Mittelpunkt des Heiligen Jahres, das der Papst am 8. Dezember eröffnet hatte. Die Buchpräsentation sollten am Dienstag der Schauspieler Roberto Benigni und Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin übernehmen.

Die Kirche sei aufgerufen, zu allen barmherzig zu sein, die sich zu ihrer Sünde bekennen und die "Verantwortung für das begangene Übel übernehmen", sagt Franziskus in dem Buch. Aufgabe der Kirche sei es nicht zu urteilen, sondern die Begegnung mit Gottes Liebe und Barmherzigkeit zu ermöglichen. Die erfordere eine tätige Kirche, bei der Priester und Mitarbeiter die Kirchen und Pfarrhäuser verlassen und dorthin gehen, wo Menschen leben, leiden und hoffen.

Zum Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen bekräftigt der Papst seine Auffassung, dass Schwule und Lesben, die guten Willens seien und Gott suchen würden, nicht zu verurteilen seien. Niemand dürfe Homosexuelle "an den Rand drängen". Alle Menschen seien "von Gott geliebte Geschöpfe, denen er seine unendliche Liebe zuteilwerden lässt".

(epd, KNA)

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