Kirchturm im Sonnenuntergang
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Woelki mit jungen Flüchtlingen
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Papst Franziskus im Gespräch
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Bischof Ackermann auf der Trierer Synode
Bischof Ackermann auf der Trierer Synode

29.12.2015

Was die Kirchen in Deutschland mit Blick auf 2016 bewegt Flüchtlinge, Reformen, Reformation

Eins ist sicher: Das Megathema Flüchtlinge wird die Kirchen in Deutschland auch 2016 beschäftigen. Was aber steht sonst noch an? Ein Überblick von "A" wie Arbeitsrecht bis "Z" wie "Zentralkomitee".

Das neue Jahr beginnt bekanntlich mit dem 1. Januar – und 2016 gleich mit einer Reform, um die unter den katholischen Bischöfen Deutschlands lange gerungen wurde. Mit dem Neujahrstag tritt eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts bundesweit in Kraft. Wenn Beschäftigte von Kirche und Caritas eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft eingehen oder nach einer Scheidung erneut zivil heiraten, soll das künftig nur noch in Ausnahmefällen zur Kündigung führen. Die neue Regelung gilt als ein Ergebnis des Dialogs über die Zukunft der Kirche, der 2010 unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals gestartet worden war und im Herbst 2015 ein vorläufiges Ende fand.

Ende der Trierer Synode

Vorläufig deshalb, weil die Teilnehmer - Bischöfe wie Laien - betonten, dass es sich bei dem finalen Forum um einen Doppel- und keinen Schlusspunkt handele. Und so werden die Gespräche etwa über kirchliche Sexualmoral oder Transparenz bei den Finanzen weitergehen.

Zum Beispiel auf einer von Bischof Stephan Ackermann einberufenen Synode im Bistum Trier, die im April endet. Auf evangelischer Seite will die Evangelische Kirche im Rheinland, nach Mitgliedern die zweitstärkste Gliedkirche innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bereits im Januar über eine Trauung schwuler und lesbischer Paare inklusive Eintragung ins Kirchenbuch beraten.

Jahr der Barmherzigkeit

Unter den Katholiken dürfte der ein oder andere Reformbefürworter auf Papst Franziskus und das von ihm ausgerufene und bis November 2016 laufende "Jahr der Barmherzigkeit" verweisen. Wer weiß? Vielleicht legt das Kirchenoberhaupt bis dahin auch seine mit Spannung erwarteten Schlüsse aus der Weltbischofssynode zu Ehe und Familie vor, in der manche "heißen Eisen" zur Sprache kamen.

Aber einstweilen lässt sich Franziskus nicht in die Karten blicken. Das gilt auch für Spekulationen rund um einen Deutschlandbesuch 2016. Dazu könne er keine Angaben machen, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Wenn wir eines in den letzten zweieinhalb Jahren gelernt haben, dann dieses: Er macht, was er für richtig hält."

100. Katholikentag

So bleibt als Großereignis katholischerseits vorerst "nur" der 100. Deutsche Katholikentag gesetzt. Zum Jubiläumstreffen werden mehrere zehntausend Gäste in Leipzig erwartet. Und an der Spitze des ausrichtenden Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) dessen neuer Präsident Thomas Sternberg. Der CDU-Politiker will das Gespräch mit dem Islam prominent auf der Agenda platzieren. Dies drängt sich geradezu auf angesichts der vielen Flüchtlinge, die aus den islamisch geprägten Krisengebieten des Nahen und Mittleren Ostens  gekommen sind und wohl auch weiterhin kommen werden.

Die evangelische Kirche eröffnet sich mit dem für 2016 ausgerufenen Schwerpunkt ihrer Reformationsdekade "Reformation und die Eine Welt" Anknüpfungspunkte an die Debatten um die Aufnahme der Neuankömmlinge jenseits des tagesaktuellen Geschehens. Im Folgejahr 2017 wird dann der 500. Jahrestag der Reformation begangen - wie und auf welchen Ebenen sich die katholische Kirche konkret dabei einbringt, ist noch nicht klar. So wird hinter den Kulissen weiter über eine gemeinsame Veranstaltung von ZdK und Deutschem Evangelischen Kirchentag (DEKT) verhandelt. Wenn in dieser Richtung etwas passieren soll, müsste im Laufe der kommenden zwölf Monate eine Entscheidung fallen.

Vakante Bischofsstühle

Eine gewichtige Stimme - nicht nur - im ökumenischen Dialog tritt 2016 wohl in die zweite Reihe. Mit der Vollendung seines 80. Lebensjahres Mitte Mai wird der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, langjähriger Vorsitzender der Bischofskonferenz, wie bei Kardinälen üblich, aller Voraussicht nach die Leitung des Bistums abgeben.

Bereits vakant sind die Bischofsstühle in Aachen und Dresden. In Limburg rechnen die Verantwortlichen nach dem Finanzskandal um den früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und dessen Rücktritt 2014 mit einer Neubesetzung des Bischofsstuhls im Sommer. Auch diese Personalie wird über das Ansehen und damit den Weg der Kirchen in Deutschland 2016 mitbestimmen.

Joachim Heinz
(KNA)

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