Petersplatz während des Angelus-Gebetes
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Eröffnungsmesse der Familiensynode im Petersdom
Eröffnungsmesse der Familiensynode im Petersdom

04.10.2015

Bischofstreffen berät über Herausforderungen für die Familie Analyse der Situation

Die Erwartungen an die Bischofssynode sind hoch. In drei Wochen soll über aktuelle Herausforderungen für Familien beraten werden - eine Gratwanderung zwischen Recht und Barmherzigkeit.

Um den zeitlich knappen Synodenrahmen optimal auszufüllen, sollen die Beratungen diesmal themenzentrierter ablaufen. Anstelle einer breiten Sachdebatte, in der nach einer ungefilterten Rednerliste von Anfang an alle Themenaspekte zur Sprache kamen, will man sich diesmal pro Woche auf eines der drei Hauptthemen konzentrieren: Auf die heutigen Herausforderungen für die Familie, dann auf die Aussagen der Kirche zur Familie und schließlich auf Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt. In diesem dritten Teil - in der letzten Synodenwoche - geht es auch um die Begleitung in schwierigen Situationen, um gescheiterte Ehen ebenso wie um einen Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene und um Homosexualität.

"Ausufernder Individualismus"

Jeder der drei Themenblöcke beginnt mit einer Ansprache des ungarischen Kardinals Peter Erdö. Als Berichterstatter der Synode fasst er nochmals die vorab im "Arbeitspapier" zusammengetragenen Aussagen und Ergebnisse einer weltweiten Umfrage zusammen. Zunächst geht es um eine Analyse der Situation der Familie im 21. Jahrhundert. Der Befund: Ein ausufernder Individualismus beeinträchtige die familiären Bindungen und führe dazu, dass jedes Familienmitglied sich als eine Insel betrachte. Nur eine Minderheit trete heute für die kirchliche Lehre über Ehe und Familie ein. Die Zahl der Eheschließungen gehe in vielen Ländern zurück, die von Trennungen und Scheidungen steige. Zugleich wachse unter Jugendlichen die Angst vor endgültigen Verpflichtungen zur Gründung einer Familie. Ferner habe die Entwicklung der Konsumgesellschaft Sexualität und Fortpflanzung getrennt und zu einem Geburtenrückgang geführt. Aber auch der Einfluss der Gender-Theorie und eine zunehmende Gleichstellung von Paarbeziehungen unabhängig vom Geschlecht sollen in die Debatte einfließen.

Weiter geht es um die Auswirkungen des sozio-ökonomischen Wandels auf die Familien. Armut führe zu Ausgrenzung. Arbeitslosigkeit, Wohnungsmangel, unzureichender Lohn und ungleiche Bildungschancen belasteten die Familien. Um dies alles zu überwinden, sei «von Seiten der Gesellschaft ein struktureller Perspektivwechsel erforderlich», forderte das Arbeitspapier - mit hohen Erwartungen an die Familienpolitik.

Letzten Lebensabschnitt in Blick nehmen

Zu den gesellschaftlichen Eckdaten zählt weiter die demografische Entwicklung mit einer wachsenden Zahl älterer Menschen. Sie könnten stärker als Bindeglied zwischen den Generationen genutzt werden, zumal den Großeltern häufig die Aufgabe der Weitergabe des Glaubens zufalle. Die Kirche müsse sich aber auch den Herausforderungen der Verwitwung stellen, und stärker den letzten Lebensabschnitt in den Blick nehmen.

Die Synode soll auch über die Herausforderungen für die Familien durch Migration infolge von Krieg, Armut und Verfolgung sprechen. Die weltweit sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen von Frauen stehen hier auf der Themenliste. Die Emanzipation erfordere in den westlichen Ländern ein erneutes Nachdenken über die Aufgaben der Eheleute in ihrer gemeinsamen Verantwortung für das Familienleben. In  Entwicklungsländern kämen zu Ausbeutung und Gewalt gegen Frauen auch häufig erzwungene Abtreibungen und Zwangssterilisierungen hinzu, hebt das Arbeitspapier hervor.

Alle Situationen mitbedenken

Zur Seelsorge heißt es, sie müsse der Pluralität der Situationen von Familien und Lebenswegen Rechnung tragen. Neben der Vorbereitung von Jugendlichen auf die Ehe müsse sie auch jene begleiten, die keine Familie gründeten. Sie müsse sich um Paare kümmern, die keine Kinder bekommen könnten. Aber auch das Phänomen der «Fernstehenden» soll zur Sprache kommen. Es handele sich "nicht um Ausgeschlossene oder an den Rand Gedrängte", sondern um die Menschen, um die sich die Kirche mit ihrer Pastoral kümmern muss. Die Kirche solle bedenken, dass deren Distanz vom kirchlichen Leben häufig durch ein Verhalten Dritter hervorgerufen wurde.

Ob das Konzept aufgeht, dass die Synodalen ihre Wortmeldungen tatsächlich auf das jeweilige Wochenthema konzentrieren, hängt auch von der Regie der vier Präsidenten ab, die im Auftrag des Papstes das Kirchen-Forum leiten.

 

Johannes Schidelko
(KNA)

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