Umweltenzyklika des Papstes
Umweltenzyklika des Papstes
Papst Franziskus
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06.08.2015

Erzbistum zieht praktische Konsequenzen aus Umweltenzyklika Chicago soll grüner werden

Das Erzbistum Chicago folgt dem Appell von Papst Franziskus und will umweltfreundlicher werden. Als erste Diözese in den USA überwacht das Bistum den Energieverbrauch seiner Gebäude.

Während sich einige Kirchenführer in den USA schwer mit der neuen Enzyklika "Laudato Si" tun, nimmt Chicagos Erzbischof Blase Cupich das päpstliche Rundschreiben enthusiastisch an. Und er überlegt ganz praktisch, was das mit rund 2,3 Millionen Katholiken drittgrößte US-Erzbistum selbst tun kann, um dem dringenden Aufruf des Papstes zur Bewahrung der Schöpfung zu folgen. Herausgekommen ist ein ehrgeiziges Programm, mit dem das Erzbistum kontinuierlich den Energieverbrauch seiner 2.700 Kirchen, Gemeindezentren, Bürohäuser, Krankenhäuser, Schulen, Wohnheime und sonstigen Einrichtungen überwacht. 

Antwort auf Papstappell

Dafür wird ein Online-Programm der US-Umweltbehörde EPA eingesetzt, das unter Fachleuten als "Energy Star Portfolio Manager" bekannt ist. Mit dessen Hilfe lässt sich auf einer Skala von 1 bis 100 genau ermitteln, wie effizient ein Gebäude Strom, fossile Brennstoffe und Wasser verbraucht, welche Emissionen es freisetzt und was an Abwässern und Abfällen produziert wird. Dieses als "Benchmarking" bekannte Verfahren ermöglicht es, Schwachstellen zu ermitteln und Einsparpotenziale zu erschließen. Und die gibt es im Erzbistum Chicago: Die jährliche Energierechnung beträgt 30 Millionen US-Dollar (27,6 Millionen Euro), von denen knapp die Hälfte auf Strom und der Rest auf Gas entfällt.

Der Erzbischof möchte die Initiative als Antwort auf den Papstappell verstanden wissen, den Klimaschutz als moralische Aufgabe zu begreifen. "Diese ganze Anstrengung, die Umwelt für künftige Generationen zu schützen, wird uns in Zukunft vor sehr schwierige Entscheidungen stellen", sagte Cupich bei der Vorstellung seines grünen Aktionsplans in der Old St. Mary Schule von Chicago. Der Bau ist mit seinen Solar-Paneelen und natürlichen Lichtschächten ein Musterbeispiel nachhaltiger Architektur. 

Signalcharakter

"Je früher wir beginnen, alles zu tun, was wir können, desto weniger schwierig werden diese Entscheidungen später sein", erklärte Cupich den grünen Vorstoß, mit dem die Diözese in der politischen Heimat von US-Präsident Barack Obama eine Vorreiterrolle übernimmt. Der Signalcharakter der Initiative motivierte die Chefin der nationalen Umweltbehörde, Gina McCarthy, an der Seite des Bischofs vor die Kameras zu treten. Zudem schrieb sie mit ihm einen Meinungsbeitrag in der Lokalzeitung "Chicago Sun-Times". 

Während McCarthy in der Initiative Handeln des Bistums eher ein Beispiel für das sieht, was die Regierung mit dem von Obama am Montag vorgestellten Klimaschutzprogramm "Clean Power" erreichen will, will Cupich das Gewissen der Gläubigen wachrütteln. Denn nach wie vor ist die Supermacht USA von Energieüberfluss und Verschwendung geprägt. "Die Hoffnung besteht, dass sich Gemeinden überall im Land ermutigt fühlen, das Umweltverhalten durch Erziehung und Aktion zu verändern."

Verantwortung für die Armen

Für Cupich ist das "Benchmarking"-Programm nur ein Anfang. "Wir sollten auch darüber nachdenken, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, Fahrgemeinschaften zu bilden, Bäume zu pflanzen, Lichter auszuschalten und zu recyceln". Dabei gehe es am Ende nicht allein um die Umwelt, sondern auch um die Verantwortung für die Armen. Die seien schließlich am härtesten vom Klimawandel betroffen.

Konservative Kritiker in der US-Kirche haben indes wiederholt erklärt, dass sie das Thema Bewahrung der Schöpfung nicht so sehr in den Vordergrund gerückt sehen möchten. Chicagos Erzbischof hält das für verkehrt. "Wer denkt, religiöse Organisationen sollten keine Meinung zum Klimawandel haben, missversteht deren Aufgabe und die moralische Dimension der Umweltproblematik." Cupich erinnerte daran, dass sein kürzlich verstorbener Vorgänger Kardinal Francis George bereits die Grundlage für die Klimainitiative geschaffen hatte. "Seine Vorausschau in diesem Gebiet war eines der letzten Geschenke, die er uns hinterlassen hat."

Thomas Spang
(dr)

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