Nicole Rohrmann
Nicole Rohrmann

Nicole Rohrmann arbeitet seit 2010 in der Abteilung Bildung beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. Zurzeit macht sie einen Sprachkurs in Ecuadors Hauptstadt Quito und wohnt in einem Adveniat-Projekt in der Comuna Alta, einem der ärmsten Viertel der Stadt. Ordensschwestern machen Sozialarbeit und betreiben einen Kindergarten. 

Protest in Quito
Protest in Quito
Papst Franziskus in Quito
Papst Franziskus in Quito

06.07.2015

Adveniat zum Papstbesuch in Ecuador Der einende Franziskus

Umweltzerstörung und soziale Ungleichheit – in der Lateinamerikareise von Papst Franziskus steckt einiges an Konfliktpotenzial. Adveniat-Mitarbeiterin Nicole Rohrmann hofft, dass Franziskus die Menschen einen kann.

Radio Vatikan (RV): Wie hat sich die Hilfsarbeit für Lateinamerika im Laufe der Jahrzehnte entwickelt?

Nicole Rohrmann (bischöfliche Aktion Adveniat zurzeit in Quito, Ecuador): Projekte haben sich im Laufe der Zeit verändert - vor allem die Anzahl der Projekte. Was wir bemerkt haben, ist, dass die Schere zwischen Armen und Reichen weiter auseinander geht. Zum Beispiel sieht man dies in Brasilien sehr gut. Das Land ist wie Chile eine Wirtschaftsmacht, aber es gibt eine enorme Schere in diesen Ländern: Der Anteil der armen Bevölkerung ist riesig.

RV: Der erste Papst aus Lateinamerika besucht nun drei Länder dieses Kontinents. Aber Ecuador, Bolivien und Paraguay sind ja nicht wie Brasilien oder Chile "gewichtige Länder"...

Rohrmann: Papst Franziskus ist der erste Papst aus Lateinamerika, und für die Menschen hier ist das etwas Besonderes - gerade für die Katholiken in Ecuador. Dies gilt wohl auch für Bolivien und Paraguay. Wir von Adveniat sind stolz, dass der Papst hier Präsenz zeigt, einfach da ist und mit den Menschen Gottesdienste feiert.

RV: Vor der Drei-Länder-Reise hieß es, der Papst besuche die Peripherie Lateinamerikas. Würden Sie das aus Adveniat-Sicht auch sagen?

Rohrmann: Wenn wir uns die wirtschaftlichen Indikatoren anschauen, dann liegt Ecuador an zweitletzter Stelle in Lateinamerika! Dementsprechend würde ich auch sagen, der Papst besucht die Peripherie. Was den drei Ländern gemein ist, ist die starke und große Präsenz der indigenen Bevölkerung. Wir haben beispielsweise hier in Ecuador eine indigene Bevölkerung von rund 35 Prozent der gesamten Bevölkerung, und wenn wir uns die Benachteiligten in Lateinamerika anschauen, dann ist der Anteil der Indigenen immer der größte Teil.

RV: Ist denn das aus Ihrer Sicht der Schwerpunkt dieser Reise?

Rohrmann: Ich denke, das ist der rote Faden dieser Reise. Wenn man Lateinamerika als Einheit betrachtet, dann ist das sehr komplex. Wenn ich die Kirche zum Beispiel anschaue, dann sehe ich ganz unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Ländern. Die evangelikalen Gruppen z.B. spielen in Brasilien eine große Rolle, sind aber in anderen Ländern nicht so präsent. Es gibt Unterschiede, man spricht aber weiterhin von dem katholischen Kontinent schlechthin. Ich würde eher sagen, dass der Glaube die Länder verbindet.

RV: Gibt es etwas an dieser Papst-Reise, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Rohrmann: Ich wünsche mir, dass hier in Ecuador Ruhe einkehrt, weil es momentan sehr viele Aufstände und Proteste gibt. Die Wirtschaft krankt momentan sehr; es gibt viele Unruhen und Chaos. Ich wünsche mir, dass Papst Franziskus Menschen eint.

Das Interview führte Mario Galgano (Radio Vatikan)

(rv)

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