18.01.2015

Die Philippiner zeigen sich begeistert vom Papst und ihrem Glauben Strahlender Papst, weinender Himmel

Trotz des Unwetters wurde Papst Franziskus am Sonntag von unzähligen Gläubigen begeistert empfangen. Unser Autor Michael Lenz war dabei und hat mit einigen Katholiken von den Philippinen gesprochen.

Rosa Diaz strahlt über das ganze Gesicht. "Ich habe den Papst gesehen. Das ist wunderbar", freut sie sich. Dass sie dafür mit ihren beiden kleinen Kindern, Ehemann und einer Freundin drei Stunden in strömendem Regen auf Manilas Prachtstraße Roxas Boulevard warten musste, macht ihr nichts aus. "Das war es wert. Papst Franziskus ist wunderbar. Er bringt frischen Wind in die Kirche", so die Chirurgin aus Valenzuela City im Norden Manilas. Auch Sohn Pedro freut sich. Das etwas schüchterne "Jaaa" auf die Frage, ob er auch den Papst gesehen hat, kommt tief aus dem Herzen des Fünfjährigen, dessen dunkle Kulleraugen vor Glück leuchten.

Trotz des Regens, den der Tropensturm Mekkhala nach Manila brachte, jubeln Hunderttausende Begeisterte Papst Franziskus auf seiner Fahrt in dem offenen, weißen Jeepney zum Rizal-Park zu. In dem 58 Hektar großen Park feierte der Papst am Sonntag zum Abschluss seines Philippinen-Besuchs einen feierlichen Gottesdienst.

Papst im vatikangelben Plastikregenschutz

Ivy Rodriguez hat den Papst nicht gesehen. "Es sind einfach zu viele Leute hier, und all die Regenschirme haben mir zusätzlich die Sicht versperrt", sagt sie traurig. Auch der Koch aus dem Diamond Hotel winkt enttäuscht ab. "Nix gesehen", knurrt er frustriert und zittert am ganzen Leib. Es ist kühl an diesem Regensonntag. Nur 21 Grad zeigt des Thermometer um 15.00 Uhr im tropischen Manila. Die stundenlange Feuchtigkeit von oben tut ein Übriges.

Wie seine vielen Anhänger trägt auch der Papst selbst einen vatikangelben Plastikregenschutz, der sich vom Grau der Wolken und der Bucht von Manila abhebt. Die Palmen entlang der Uferstraße wedeln im Wind, und die Schiffe draußen auf Reede schaukeln heftig in der aufgewühlten See. Papst Franziskus aber wirkt trotz der Wetterunbill fröhlich und lächelt sein Lächeln, das die philippinischen Medien zum "Markenzeichen" des Papstes erhoben haben. Später im Gottesdienst sagt der Vorsitzende der Philippinischen Bischofskonferenz, Erzbischof Socrates Villegas: "Heiliger Vater, Sie sind unser Sonnenschein."

Nicht nur wegen der Schirme und der Menschenmassen ist es schwierig, einen Blick auf den Papst zu erhaschen. Franziskus wird aus Sicherheitsgründen mit ziemlicher Geschwindigkeit durch die Stadt gefahren. Doch für Cherry und ihre Handykamera, die sie auf eine Selfie-Stange montiert hat, reicht es: "Ich hab ihn! Ich hab ihn!", jubiliert die junge Frau nach dem Check der Aufnahme. "Ich habe den Papst auf Video!"

Die Menschenmassen in der Taft Avenue, wo der Papst während seines Aufenthalts in Manila in der Apostolischen Nuntiatur residiert, in der Quirino Avenue oder auf dem Roxas Boulevard verhalten sich diszipliniert und geduldig. Trotzdem ist es für Polizei und die vielen tausend freiwilligen Helfer aus Kirchengemeinden und den Stadtvierteln nicht einfach, die Menge daran zu hindern, zu weit in die Fahrstrecke vorzurücken. Ein Junge im roten T-Shirt seines Viertels nimmt den schwierigen Job dennoch gelassen. "Dafür kann ich den Papst aus der ersten Reihe sehen", meint er lachend.

Kurz nach Beginn der Papstmesse werden auf Twitter Berichte über chaotische Zustände bei den Einlasskontrollen, überforderte Ordner und defekte Metalldetektoren gepostet. Ein Tweet etwa vergibt für die Sicherheitsmaßnahmen für den Papst fünf schwarze Häkchen, für die Sicherheit der Messbesucher aber fünf rote Kreuze.

Familie Diaz zieht derweil glücklich und erfüllt von dannen. "Wir besuchen jetzt meine Schwester in ihrem Apartment hier in der Stadt", sagt Rosa. "Da können wir uns aufwärmen und gemeinsam essen, bevor wir wieder heimfahren." Sie haben ihren Papst gesehen.

Michael Lenz
(KNA)

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