Franziskus an der Mariensäule
Franziskus an der Mariensäule

09.12.2014

Papst Franziskus zum Hochfest Mariä Empfängnis "Maria lehrt, Gott zuzuhören"

Anlässlich des Hochfestes Mariä Empfängnis hat Papst Franziskus Christen beim Angelus-Gebet dazu aufgerufen, erst Gottes Willen anzunehmen und dann zu handeln. Die Haltung Marias könne dabei als Vorbild dienen.

Papst Franziskus hat vor einem christlichen Aktionismus gewarnt. Vor jedem Tun müsse zunächst das Zuhören stehen, sagte Franziskus am Montag beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz.

Christen seien aufgerufen, erst Gottes Willen anzunehmen, bevor sie handelten. Als Vorbild verwies er auf die Gottesmutter Maria. Diese habe dem Engel, der ihr Jesu Geburt ankündigte, nicht gesagt, "Ich handele nach deinem Willen". Sie habe vielmehr geantwortet: "Mir geschehe, wie du es gesagt hast", so Franziskus. Dieses Verhalten könne auch dem heutigen Christen als Beispiel dafür dienen, dass man erst Gott handeln lassen müsse, "um wirklich so zu sein, wie Gott uns will".

Anlass der Äußerungen war das Hochfest "Mariä Empfängnis", das die katholische Kirche am Montag beging. In Italien ist dieses Fest ein gesetzlicher Feiertag.

Besuch der Mariensäule

Der Papst hob zugleich hervor, dass ein solches Verhalten nicht Passivität bedeute. Maria sei empfangend, aber nicht passiv gewesen, erklärte er in seiner Ansprache weiter. Maria habe auf die Gnade Gottes mit ihrem Glauben geantwortet. Diese Gnade Gottes stehe allen Menschen offen. Maria sei allerdings der einzige Mensch, der ohne Sünde sei.

Am Nachmittag will sich Papst Franziskus zur römischen Kirche Santa Maria Maggiore begegeben, um vor der dortigen Marien-Ikone zu beten.

Anschließend steht der traditionelle Besuch der Mariensäule an der Spanischen Treppe in der Innenstadt auf dem Programm.

Seit 1854 ein Dogma

Im Mittelpunkt des Hochfestes "Mariä Empfängnis" steht die Überzeugung, dass Maria ohne Erbsünde von ihrer Mutter geboren wurde.

Nach katholischer Lehre sind alle übrigen Menschen vom Zeitpunkt ihrer Empfängnis an mit der Erbsünde behaftet. Mit dem Begriff "Erbsünde" drücken Theologen aus, dass jeder Mensch bei der Geburt bereits schuldig ist. Sie geht nach katholischer Überzeugung jeder persönlich zurechenbaren Schuld und Sünde voraus. Am 8. Dezember 1854 erhob Papst Pius IX. (1846-1878) diese Lehre von Maria in den Rang eines Dogmas.

(KNA)

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