Ute Eberl
Ute Eberl
Papst Franziskus
Papst Franziskus

11.09.2014

Berliner Katholikin reist zu Familiensynode nach Rom Frischer Wind und "Franziskus-Effekt“

Ute Eberl ist die einzige Frau, die im Oktober an der Familiensynode im Vatikan teilnimmt. Die katholische Familienreferentin erwartet dort  "frischen Wind“ durch Papst Franzkiskus. Er werde Bewegung in die Synode bringen.

 "Großartig“ fühlt es sich an, wenn man die einzige Frau ist, die Papst Franziskus eingeladen hat. Das sagt die katholische Familienreferentin Ute Eberl. Im Oktober reist die Diplom-Theologin und verheiratete Mutter von drei Kindern nach Rom zur Familiensynode an.

"Frischer Wind“ durch Papst Franziskus

Sie geht von einem "Franziskus-Effekt" bei der Familiensynode im Vatikan aus. "Ich erwarte, dass der frische Wind, den Papst Franziskus gebracht hat, auch die Familiensynode belebt", sagte sie am Donnerstag in einem Interview. Schon die weltweite Befragung der Gläubigen vorab sei etwas völlig Neues gewesen. "Dass Kirche wirklich wissen möchte, wie die Lebenswirklichkeit aussieht, setzt sich hoffentlich bei der Synode fort."

Einzige Frau unter Bischöfen

Eberl nimmt als einzige "Auditrix" (Gasthörerin) aus Deutschland an der Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie im Vatikan im teil. Zusammen mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, fährt sie vom 5. bis 19. Oktober nach Rom. Die 52-Jährige leitet die Ehe- und Familienseelsorge im Erzbistum Berlin und ist u.a. Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung.

Kirchliche Sprache für Viele unverständlich

Die Lehre der Kirche etwa zu wiederverheirateten Geschiedenen werde nicht immer verstanden, berichtete Eberl aus ihrer 20-jährigen Berufserfahrung. Und gerade neu getaufte Erwachsene sagten zudem oft, dass sie die kirchliche Sprache nicht verstünden und beklagten die vorrangige Bedeutung des kirchlichen "Regelwerks" vor der spirituellen Gottesbegegnung.

Keine reine Moralanstalt

Auch von homosexuellen Paaren sowie deren Angehörigen gebe es viele Anfragen. Zugleich warnte Eberl die Kirche vor einem zu rigorosen Auftreten: "'Kirche ist keine Moralanstalt', hat Kardinal Woelki mal gesagt. Sie hat eine Moral. Solange wir also als Erstes mit dem moralischen Zeigefinger drohen, können wir unser Anliegen nicht vermitteln."

(KNA)

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