Papst Franziskus in Santa Maria Maggiore
Papst Franziskus in Santa Maria Maggiore

05.05.2013

Papst warnt bei Rosenkranz-Gebet vor Unverbindlichkeit in lebensentscheidenden Fragen "Mama" Maria zum Vorbild

Papst Franziskus hat zu Beginn des Marienmonats Mai erstmals öffentlich ein Rosenkranz-Gebet gesprochen. In der römischen Kirche Santa Maria Maggiore betete er gemeinsam mit Vertretern katholischer Bruderschaften aus Europa.

In seiner Predigt am Samstagabend beklagte Franziskus eine wachsende Unverbindlichkeit in lebensentscheidenden Fragen. "Wir sind Opfer einer Tendenz, die uns zur Unverbindlichkeit führt", sagte der Papst. In der heutigen Zeit falle es schwer, sich endgültig festzulegen. Ursache hierfür sei häufig die Sorge, etwas falsch zu machen und Schuld auf sich zu laden, so Franziskus.
Die Gottesmutter Maria könne dem Menschen helfen, sich den Problemen des Lebens zu stellen und sie zu überwinden. Wie eine "gute Mama" gebe sie den Gläubigen die Freiheit, definitive Entscheidungen zu fällen, sagte Franziskus. Maria lehre stets offen gegenüber dem Leben zu sein und mit Freude und Hoffnung anderen Leben zu schenken.
Jahr des Glaubens
Franziskus hatte am Freitag in einer Twitter-Botschaft auch Familien zum Rosenkranz-Gebet aufgerufen. "Es wäre schön, im Marienmonat Mai in den Familien gemeinsam den Rosenkranz zu beten. Denn das Gebet festigt das Familienleben", so der Papst. In einem Tweet vom Samstag rief er dazu auf, sich an Maria zu wenden, um den Glauben im Alltag zu stärken. Der Monat Mai ist im liturgischen Kalender der katholischen Kirche der Gottesmutter Maria gewidmet. Der Rosenkranz ist das traditionsreichste Mariengebet. Die Basilika Santa Maria Maggiore hatte Franziskus als erste Kirche am Tag nach seiner Wahl besucht. Sie ist die berühmteste Marienkirche Roms. Rund 50.000 Angehörige katholischer Bruderschaften halten sich gegenwärtig auf Einladung des Vatikan zu einer internationalen Zusammenkunft in Rom auf. Höhepunkt des Treffens war am Sonntag eine Messe mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz. Anlass der Zusammenkunft ist das "Jahr des Glaubens", das die katholische Kirche noch bis zum 24. November begeht. Auch aus Deutschland sind katholische Bruderschaften angereist.

Papst: Volksfrömmigkeit legitimer Ausdruck des Glaubens

Volksfrömmigkeit gehört nach Auffassung von Papst Franziskus unverzichtbar zur katholischen Kirche. Sie sei ein "Schatz" der Kirche und eine "legitime Weise", den Glauben zu leben, sagte Franziskus bei der Messe für katholische Bruderschaften auf dem Petersplatz. Bruderschaften seien über Jahrhunderte "Schmiede der Heiligkeit" für viele Menschen gewesen, die in Einfachheit eine intensive Beziehung zu Jesus Christus gelebt hätten, so Franziskus vor mehreren zehntausend Besuchern. Dieses "traditionsreiche Element" der katholischen Kirche habe in jüngster Zeit eine "Erneuerung und Wiederentdeckung" erfahren. Der Papst rief die Bruderschaften auf, in Pfarreien und Diözesen als "Lunge des Glaubens und des christlichen Lebens" zu wirken.

Zu einem internationalen Treffen katholischer Bruderschaften waren auf Einladung des Vatikan rund 50.000 Teilnehmer aus Europa angereist, unter anderem auch aus Deutschland. Die Zusammenkunft gehörte zu den Initiativen im "Jahr des Glaubens", das die katholische Kirche noch bis 24. November begeht. Vor der Messe waren die Bruderschaften in ihrer jeweiligen Tracht in einer feierlichen Prozession von der Via della Conciliazione zu den Säulengängen des Petersplatzes gezogen. Franziskus bedankte sich zu Beginn seiner Predigt dafür, dass die Gläubigen trotz Regens auf den Petersplatz kamen.

Zugleich mahnte der Papst zur Treue zu Evangelium und Kirche. Volksfrömmigkeit sei nur dann ein Weg, der zum Wesentlichen führe, wenn sie "in der Kirche in Gemeinschaft mit den Hirten" gelebt werde. "Gebt euch nicht mit einem mittelmäßigen christlichen Leben zufrieden, sondern betrachtet eure Zugehörigkeit als Ansporn, um Jesus noch mehr zu lieben", forderte Franziskus.

Volksfrömmigkeit leiste einen bedeutenden Beitrag zur Verbreitung des Glaubens. Gemeinsames Wallfahren etwa sei "in sich selbst ein Akt der Evangelisierung", wenn man Kinder mitnehme und andere Menschen einbeziehe, so das katholische Kirchenoberhaupt. Zudem baue Volksfrömmigkeit Brücken zwischen der christlichen Botschaft und den jeweiligen Kulturen, weil sie die Sinne anspreche und Symbole dieser Kulturen aufnehme.

 

(KNA)

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