30.04.2013

Schimon Peres beim Papst Einladung nach Israel

Papst Franziskus hat am Dienstag den israelischen Präsidenten Schimon Peres zu einer halbstündigen Privataudienz im Vatikan empfangen. Am Ende stand eine Einladung ins Heilige Land.

Papst Franziskus und Israels Staatspräsident Schimon Peres haben sich für eine Wiederaufnahme der israelisch-palästinensischen Verhandlungen ausgesprochen. Das teilte der Vatikan am Dienstag nach einem Treffen der beiden im Apostolischen Palast mit. Es gelte, durch "mutige Entscheidungen" und die Bereitschaft beider Seiten mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft ein Abkommen zu erreichen.

Eine solche Übereinkunft müsse die "legitimen Erwartungen beider Völker" respektieren, um einen Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Region zu leisten, heißt es in der Erklärung. Auch die Frage des Status Jerusalems sei erörtert worden. Zugleich äußerten sich beide besorgt über den Syrien-Konflikt und forderten eine politische Lösung. Diese müsse auf Dialog und Versöhnung beruhen. Der Vatikan charakterisierte die halbstündige Begegnung als "herzlich".

Weiteres Gesprächsthema waren laut der Mitteilung noch offene rechtliche und finanzielle Fragen, die den Status kirchlicher Einrichtungen in Israel betreffen. Peres und Franziskus hofften auf eine schnelle Einigung und hätten die "bedeutenden Fortschritte" der hierfür eingesetzten gemischten Kommission gewürdigt, so der Vatikan.

Peres lud den Papst zudem zu einem Besuch in Israel ein. "Ich warte auf Sie in Jerusalem. Und nicht nur ich allein, sondern das ganze israelische Volk", sagte er nach Angaben von Beobachtern zum Abschluss des Gesprächs.

Er bat den Papst vor der Audienz auch, "für uns alle zu beten", wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Denkbar wäre eine Reise im kommenden Jahr in Erinnerung an den historischen Besuch von Papst Paul VI. (1963-1978) im Heiligen Land vor 50 Jahren. Einen entsprechenden Vorschlag hatte der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel, Bartolomaios I., bei seinem Besuch im Vatikan unterbreitet. Paul VI. hatte vom 4. bis zum 6. Januar 1964 die heiligen Stätten des Christentums in Israel und Jordanien besucht und war in Jerusalem mit dem orthodoxen Patriarchen Athenagoras zusammengetroffen. Die Reise gilt als Meilenstein im Verhältnis zwischen dem Vatikan und Israel sowie für die katholisch-orthodoxen Beziehungen.

Ehrenbürgerschaft in Assisi

Nach einem Bericht der "Times of Israel" reiste der heutige Papst das erste und einzige Mal vor 40 Jahren nach Israel. Damals sei Jorge Mario Bergoglio als junger Jesuit nach einer ordensinternen Fortbildung in Rom im Oktober 1973 unmittelbar nach seiner Ankunft in Jerusalem in den Jom-Kippur-Krieg geraten. Nach einem anderthalbtägigen Besuchsprogramm in der heiligen Stadt sowie in Ein Kerem und Bethlehem habe Bergoglio sechs Tage im Hotel "American Colony" an der Grenze zwischen West- und Ostjerusalem ausgeharrt.

Während der Kampfhandlungen habe er die Briefe des Apostels Paulus an die Korinther studiert, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Vatikansprecher Federico Lombardi.

Vor seinem Treffen mit dem Papst hatte Peres mit dem neuen italienischen Regierungschef Enrico Letta über den Bürgerkrieg in Syrien gesprochen. Auf seinem Programm stand auch ein Treffen mit Staatschef Giorgio Napolitano. Am Mittwoch will Peres Assisi besuchen und in der Franziskus-Basilika eine Auszeichnung der Stadt für seinen Friedenseinsatz entgegennehmen. Die erstmals vergebene Ehrenmedaille und die Stadtschlüssel aus der Hand von Bürgermeister Claudio Ricci soll Peres erhalten für seinen "einzigartigen Beitrag zum Dialog und zur Sache des Friedens", so das israelische Presseamt. An dem Empfang nehmen den Angaben zufolge auch zahlreiche Mitglieder des Franziskanerordens teil, der traditionell für die Betreuung der katholischen Pilgerstätten im Heiligen Land zuständig ist.

 

(dpa, KNA)

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