17.04.2013

Papst fordert zum Verzicht auf "Christsein verlangt auch Opfer"

Christsein verlangt nach den Worten von Papst Franziskus im Alltag auch Opfer und Verzicht auf eigene Pläne. Nur wer Gott täglich treu bleibe und seinem Willen folge, könne in dessen Herrlichkeit eintreten, sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Zum Christsein gehöre auch, seine persönlichen Belange zurückzustellen. Franziskus verwies auf das Vorbild Jesu Christi. Dessen Kreuzigung gehe der Himmelfahrt voraus, sagte Franziskus vor mehr als 50.000 Menschen.

Scheitelkappe verschenkt

Zugleich hob der Papst hervor, dass Christus mit der Himmelfahrt den Menschen keineswegs entrückt sei. Der Sohn Gottes sei auch weiterhin an der Seite des Menschen, nur auf eine andere Weise. Er halte sich seither nicht mehr an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit auf, sondern sie allgegenwärtig. "Jesus ist unser Anwalt, der uns stets verteidigt", sagte Franziskus. Er verteidige die Menschen vor der Hinterlist des Teufels und auch vor ihren eigenen Sünden.

Ausgangspunkt der päpstlichen Äußerungen war das Apostolische Glaubensbekenntnis, das sogenannte "Credo". Dort heißt es von Jesus, er sei "aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur rechten Gottes, des allmächtigen Vaters". Franziskus setzte damit seine Ansprachen-Reihe zum "Jahr des Glaubens" fort.

Vor der Generalaudienz hatte der Papst seine weiße Scheitelkappe verschenkt. Während eines Halts im offenen Jeep auf dem Petersplatz überreichte ihm ein Besucher eine weiße Scheitelkappe. Diese setzte sich Franziskus unverzüglich auf den Kopf und gab dem Gläubigen sein eigenes Modell.

Appell für Pakistan und Iran
Über das schwere Erdbeben im Iran und in Pakistan hat sich Papst Franziskus bestürzt gezeigt. Er bete „für die Opfer und für alle, die jetzt schmerzlich betroffen sind“, sagte er am Mittwoch in Rom. Die iranisch-pakistanische Grenzregion ist am Dienstag von einem Beben der Stärke 7,8 erschüttert worden. Nach ersten Angaben starben auf pakistanischer Seite mindestens 34 Menschen; Hunderte Häuser stürzten ein. Auf iranischer Seite gibt es nach offiziellen Angaben keine Todesopfer.

Warnung vor "Babysitter-Kirche"

Bei einer Frühmesse im Gästehaus Santa Marta vor Mitarbeitern der Vatikanbank IOR hatte Papst Franziskus vor einer "Babysitter-Kirche" mit passiven Gläubigen gewarnt. Jeder Getaufte müsse Christus mit Worten und Taten bezeugen. Nur so werde die Kirche wirklich zur Mutterkirche und die Gläubigen zu ihren Söhnen und Töchtern, sagte er am Mittwoch. Andernfalls werde sie zu einer "Babysitter-Kirche", die "ihr Kind in den Schlaf wiege", fügte Franziskus hinzu.

In seiner Predigt hob er hervor, dass die Glaubensverkündigung keine Angelegenheit von Amtsträgern und Fachleuten sei. Jeder Getaufte besitze die erforderlichen Voraussetzungen dafür.

 

(KNA, rv)

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