22.03.2013

Papst Franziskus live bei domradio.de Bis Ostern ist der Terminkalender voll

Viele Staatsoberhäupter hat Papst Franziskus bereits bei seiner Amtseinführung getroffen. Nun hat er zum ersten Mal die Diplomaten am Heiligen Stuhl empfangen. domradio.de war live dabei – und überträgt auch das Treffen mit Vorgänger Benedikt.

Papst Franziskus will sich um diplomatische Beziehungen mit weiteren Staaten bemühen. In seiner ersten Rede an die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschafter am Freitag (22.03.2013) sagte der Papst, er hoffe, dass sein Pontifikatsbeginn eine Gelegenheit sein könne, um mit den wenigen Staaten "einen Weg zu beginnen", die noch keine Beziehungen zum Heiligen Stuhl unterhalten. Es ermutige ihn, dass einige dieser Länder Beobachter zu seiner Amtseinführung am Dienstag entsandten.

Papst Franziskus will auch auf internationaler Ebene den Dialog mit dem Islam intensivieren. Es sei wichtig, den Dialog zwischen den Religionen zu intensivieren, betonte der Papst. Dabei denke er vor allem an den Islam. Deshalb habe er die Anwesenheit so vieler staatlicher und religiöser Führer aus der islamischen Welt bei seiner Amtseinführung sehr begrüßt. Zugleich betonte Franziskus, er wolle auch die Begegnung mit den Nichtglaubenden intensivieren. Ihm gehe es darum, dass nicht "Unterschiede, die trennen und verletzen, überhandnehmen", sondern bei aller Verschiedenheit "der Wunsch überwiegt, wahre Bindungen der Freundschaft zwischen allen Völkern aufzubauen".

Derzeit unterhält der Heilige Stuhl volle diplomatische Beziehungen mit 180 Staaten und sonstigen Völkerrechtssubjekten. Keine Beziehungen gibt es mit kommunistischen Staaten wie der Volksrepublik China, Vietnam oder Nordkorea. Auch einige islamisch geprägte Staaten wie Saudi-Arabien oder Afghanistan entsenden bislang keinen Botschafter an den Heiligen Stuhl.

Treffen mit Benedikt

Am Samstag (23.03.2013) kommt es zum ersten Treffen der Päpste: Gegen 12 Uhr wird Franziskus mit dem Hubschrauber nach Castel Gandolfo fliegen und Benedikt XVI. treffen (domradio.de überträgt live).

Schon bei seiner Antrittsmesse bekundete der Argentinier seine Verbundenheit mit seinem Vorgänger. Der Dienstag sei zugleich auch der Namenstag von Joseph Ratzinger, sagte Franziskus in seiner Predigt. "Wir stehen uns nahe, voller Zuneigung und Wertschätzung", sagte er unter dem Applaus der Menge. Es sei ein bedeutungsreiches Zusammentreffen, dass er seinen Dienst am Namenstag seines Vorgängers antrete.

Gründonnerstag in Jugendgefängnis

Die Karwoche beginnt Franziskus mit der Palmsonntagsmesse um 9.30 Uhr am Petersplatz und dem anschließenden Angelus-Gebet (live bei dormadio.de). Am Gründonnerstag liest er am Vormittag eine Messe im Petersdom, bevor er die Gründonnerstagsfeier abhält.

Anstatt wie üblich in der Lateranbasilika wird er die traditionelle Abendmahlsmesse in einem Jugendgefängnis feiern. Der ehemalige Erzbischof von Buenos Aires hat diese Messe bereits früher als Kardinal regelmäßig in einem Krankenhaus, einer Haftanstalt oder einer Obdachlosenunterkunft zelebriert.

Auch die rituelle Fußwaschung in dem Gottesdienst, der an die Einsetzung der Abendmahlsfeier durch Jesus Christus erinnert, wird der Papst in der Strafanstalt vornehmen. Sein Vorgänger Benedikt XVI. wusch bei der Messe regelmäßig zwölf Priestern die Füße.

Am Ostersonntag "Urbi et Orbi"

Die Lateranbasilika, in der das Oberhaupt der katholischen Kirche die Abendmahlsfeier traditionell zelebriert, wird Franziskus erst nach Ostern als Kathedrale des Bischofs von Rom offiziell in Besitz nehmen. Alle übrigen liturgischen Feiern der Kartage mit dem Papst werden den Angaben zufolge an den traditionell dafür vorgesehenen Orten stattfinden.

Am Karfreitag betet der Pontifex den Kreuzweg am Kolosseum. Die Osternacht am Samstagabend bildet den Höhepunkt der Feierlichkeiten im Vatikan. Am Ostersonntag erteilt Franziskus allen Gläubigen der Welt den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis).

(KNA, epd, DR)

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