Argentinien in Rom
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17.03.2013

Papst Franziskus predigt Barmherzigkeit Die erste öffentliche Messe

Bei der ersten öffentliche Messe zuvor begab sich der Past in die Pfarrkirche St. Anna direkt neben dem gleichnamigen Eingangstor zum Vatikanstaat.

Das Gotteshaus wird von Vatikan-Angestellten, aber auch von Anwohnern des anliegenden Borgo-Viertels als Pfarrkirche genutzt. In seiner Predigt verwies der Papst mit Blick auf das Tagesevangelium auf die endlose Barmherzigkeit Gottes.

"Für mich stellt die Barmherzigkeit die stärkste Botschaft Christi" und der Kirche dar, betonte Franziskus. Gott werde nicht müde, dem Menschen zu vergeben, betonte er mit Blick auf die Frau, die von den Menschen angeklagt wird, der Jesus jedoch verzeiht. Voraussetzung für die Verzeihung Gottes sei, dass sich der Mensch als Sünder bekenne und seine Schuld einräume und dass er nicht in pharisäerhafter Selbstgerechtigkeit verharre und die Schuld nur bei den anderen suche. Jesus sei nicht für die Gerechten in die Welt gekommen, sondern für die Sünder.

Die Botschaft der Barmherzigkeit

Wir seien heute nicht anders als die Menschen damals, führte Franziskus aus. Ein Teil Jesus wolle hören, "ein anderer Teil aber die Mitmenschen schlagen und verurteilen". Jesus bringe die Botschaft der Barmherzigkeit. Freilich sei es nicht immer leicht, sich seiner Barmherzigkeit anzuvertrauen, weil sie mitunter wie ein "unverständlicher Abgrund" erscheine.

Mit dem Papst konzelebrierten der Generalvikar des Vatikanstaates, Kardinal Angelo Comastri, und der maltesische Kardinal Prosper Grech (87). Er hatte zu Beginn des Konklaves die letzte Meditation an die versammelten Kardinäle gerichtet.

Nach der Messe stellte sich Franziskus wie ein Gemeindepfarrer vor die Kirchentür und begrüßte einzeln alle Gläubigen, die das Gotteshaus verließen. Er sprach kurz mit ihnen, fragte Kinder nach ihrem Namen und bat die Gemeindemitglieder, für ihn zu beten. Zum Abschluss der Messe dankte Pfarrer Bruno Silvestrini dem Papst für seinen Besuch und sagte: "Ich überreiche ihnen den Schlüssel zu den Herzen der Mitglieder unserer Gemeinde."

Bad in der Menge
Ausdrücklich begrüßte Franziskus am Ende der einstündigen Messe in der Kirche einen jungen Geistlichen, den er einmal in einem kirchlichen Projekt für Straßenkinder und Drogenabhängige in Uruguay kennengelernt hatte. "Ich weiß nicht, wie er jetzt hierhergekommen ist, aber er macht eine gute Arbeit. Betet für ihn", sagte der Papst und umarmte den Geistlichen, der in Zivilkleidung an dem Gottesdienst teilnahm.

Rund eine halbe Stunde nahm sich Franziskus nach der Messe Zeit zur Begegnung mit den Gemeindemitgliedern. Zum Abschluss trat er noch zu seinem ersten «Bad in der Menge» an die Absperrungen zum Vatikanausgang. Dort hatten sich mehrere hundert Menschen versammelt, die das neue Kirchenoberhaupt mit lauten "Francesco, Francesco"-Rufen begrüßten. Unter ihnen war auch der Bruder der vor rund 30 Jahren verschwundenen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi, Pietro Orlandi.

Der Generalvikar des Vatikanstaates, Kardinal Angelo Comastri, bezeichnete die vergangenen Tage der Papstwahl als «ein Pfingsten, das unsere Seelen erschüttert hat». Er berichtete, wie am Ende des Konklaves Freude unter den Kardinälen aufgekommen sei, als sich der neue Papst den Namen Franziskus gegeben habe. Der neue Papst Franziskus verbreite den "Duft von Bethlehem, den Duft des Evangeliums", sagte der Generalvikar .

(KNA, DR)