Die Postkarten sind gedruckt
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Rom: Papst-Souvenirs
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Rom grüßt den Papst
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16.03.2013

Souvenirläden erweitern Sortiment um Franziskus "Benvenuto Francesco"

Souvenirjäger, die in Rom ein Andenken an den neuen Papst Franziskus suchen, haben noch nicht die große Auswahl. Doch das wird sich bald ändern.

"Benvenuto Francesco" - Die Willkommens-Poster für den neu gewählten Papst hängen schon an den Eingangstüren vieler Souvenirläden rund um den Petersplatz in Rom. Noch ist der neue Pontifex aus Argentinien nicht allzu präsent bei den Händlern. Bereits wenige Stunden, nachdem der weiße Rauch vom Mittwochabend verflogen war, trafen die ersten Postkarten von Franziskus sowie die ersten Rosenkränze ein. Man merkt es den Souvenirs allerdings an, dass in großer Eile gearbeitet wurde. Es gibt nicht einmal eine Handvoll Motive von Franziskus, gestochen scharf sind sie auch noch nicht alle.

Das werde sich in etwa einer Woche ändern, meint Pablo. Der Südamerikaner hat wenige Meter vom Petersplatz entfernt einen Straßenstand mit zahlreichen Papst-Andenken. Kommende Woche sollen die ersten aufwendigeren Mitbringsel von Franziskus eintreffen: Tassen, Kühlschrank-Magnete, Figuren, Kalender. Noch laufe das Geschäft ruhig mit dem Neuen auf dem Stuhl Petri, dem Argentinier Jorge Mario Bergoglio. Aus den Händen rissen ihm die Touristen die neueingetroffenen Postkarten jedenfalls noch nicht.

In den Läden brummt erstmal das Geschäft mit dem alten Papst weiter. Nein, nicht mit Benedikt XVI. (2005-2013), sondern mit dessen Vorgänger Johannes Paul II. (1978-2005), erzählt Pablo. Karol Wojtyla ist auch acht Jahre nach seinem Tod ein Kassenschlager. Joseph Ratzinger ist zwar nicht gerade ein Ladenhüter, aber es könnte durchaus besser laufen, sagt der junge Verkäufer. "Wissen Sie als Deutsche, warum das so ist?", fragt er neugierig. Er könne sich das nicht erklären.

"Ganz einfach", mischt sich die kanadische Kundin Laura Reynolds ins Gespräch ein. Johannes Paul II. sei fast drei Jahrzehnte das Oberhaupt der katholischen Kirche gewesen, Benedikt XVI. dagegen nur acht. Dessen Wahl komme ihr fast wie gestern vor, erzählt sie. Benedikt sei sehr ruhig und zurückhaltend gewesen. Das sei ja nichts Schlechtes. In einer schnelllebigen Zeit wie heute gingen aber solche Menschen im restlichen Nachrichten-Geschehen unter, sagt die Kanadierin. Viel Prägendes sei ihr vom deutschen Pontifex daher nicht im Gedächtnis geblieben.

Umso mehr Erinnerung habe sie dagegen an Johannes Paul II. Sie habe schließlich mehr als ihr halbes Leben mit ihm verbracht. Er sei charismatisch gewesen, sei als erster Pontifex um die Welt gereist, während seiner Amtszeit sei der Eiserne Vorhang gefallen. Außerdem erinnere sie sich noch gut an das Papst-Attentat von 1981 und wie sie um das Leben des Polen gezittert hatte. "So etwas prägt sich ein", sagt Reynolds.

Ein paar Läden weiter sagt auch der italienische Souvenir-Händler Francesco, der sichtlich stolz ist auf seinen päpstlichen Namensvetter, dass die Leute hauptsächlich nur einen wollten: Johannes Paul II. Der gehe in allen Souvenir-Varianten weg wie warme Semmeln. "Das ist schon ungerecht", meint Francesco. Denn Benedikt XVI. sei ein guter Papst gewesen, leider nur nicht so medienwirksam wie sein polnischer Vorgänger. Er sei nun gespannt, wie das Geschäft mit Franziskus laufen wird. "Ich kenne den Neuen überhaupt nicht, kann ihn gar nicht einschätzen." Der Anfangs-Hype werde die Kassen aber bestimmt bald klingeln lassen.

Die Verkäufer stellen sich darauf ein, künftig drei Päpste gleichzeitig in größerem Stil zu vermarkten. Wenn man ganz genau sucht und in den hintersten Ecken der Läden stöbert, findet man sogar noch einen vierten. Johannes XXIII. (1958-1963), der Papst, der im hohen Alter gewählt wurde und überraschend das Zweite Vatikanische Konzil auf den Weg gebracht hatte. Er galt wegen seiner Bodenständigkeit und Bescheidenheit als "guter Papst". Francesco stellt fest: "Wer nah am Volk dran ist, verkauft sich gut." Benedikt war anscheinend für die Merchandising-Maschinerie zu sehr Theologe.

Christiane Ried
(epd)

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